ZeitZeichen

16.02.2005 - Kyoto-Protokoll tritt in Kraft

Stand: 11.12.2019, 14:07 Uhr

Zu wenig, zu langsam, zu unverbindlich: Der jahrzehntelange Verhandlungsprozess zur Begrenzung der Erderwärmung durch Treibhausgase ist ein Armutszeugnis für die internationale Politik. Seit Rio 1992 streitet die Weltgemeinschaft darüber, wer bis wann wieviel CO2 und andere Klimagase reduzieren soll.

Von Thomas Pfaff

Im japanischen Kyoto trat vor 15 Jahren ein Abkommen in Kraft, dass erstmals wenigstens die Industrieländer zu konkreten Klimazielen verpflichtete. Dabei wurde erstmals auch ein "Clean Development Mechanism" (CDM) eingeführt, der Industrieländern erlaubte, eigene Klimaziele auch mit Klimainvestitionen in sogenannten Entwicklungsländern zu erreichen - für Kritiker des Abkommens ein "Freikaufen" von eigenen Verpflichtungen.

Die Kyoto-Ziele waren schon damals erkennbar viel zu wenig ehrgeizig und wichtige Staaten - so die USA und Kanada - zogen ihre Zusagen später wieder zurück. Die Versäumnisse der Vergangenheit holen uns heute ein: 2017 und 2018 waren Rekordjahre der vom Klimawandel verursachten Naturkatastrophen.

Auch der derzeit von Ursula von der Leyen oder den deutschen Grünen propagierte "Green New Deal" kann das Problem nicht lösen, denn die Ursachen liegen tiefer: Im Wachstumszwang unseres Wirtschaftssystems, des Kapitalismus.

Redaktion: Ronald Feisel

Kyoto Protokoll, Klimaschutz (tritt am 16.02.2005 in Kraft) WDR ZeitZeichen 16.02.2020 14:49 Min. Verfügbar bis 13.02.2099 WDR 5

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