Leben eines Utopisten - Der Gesellschaftsreformer Rudolf Bahro

Der Philosoph und Politiker Rudolf Bahro (1935-1997) war vor seiner Ausreise einer der bekanntesten Regimekritiker der DDR. Mit seinem Buch "Die Alternative“ reagierte er auch auf das Ende der Reformbewegung in der ČSSR 1968.

Von Matthias Eckholdt

Rudolf Bahro war einer der wichtigsten Regimekritiker der DDR. "Die Alternative" hieß sein Buch, in dem er über "nichtkapitalistische Wege zur Industriegesellschaft“ schrieb, eine "Anatomie des real existierenden Sozialismus“ vorlegen wollte und sich auch mit dem Scheitern der politischen Reformbewegung 1968 in der ČSSR auseinandersetzte. Das Manuskript wurde in den Westen geschmuggelt und dort veröffentlicht. Gleich im ersten Erscheinungsjahr verkauften sich über 100.000 Exemplare. Im Osten machte ihm die Stasi deswegen den Prozess; das Urteil: acht Jahre Haft. Nach seiner vorzeitigen Entlassung siedelte der Reformkommunist Bahro in die Bundesrepublik über. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Grünen, lehnte aber bald jede Form von Parteipolitik ab.

Nach der politischen Wende wurde Rudolf Bahro als außerordentlicher Professor für Sozialökologie an die Humboldt-Universität Berlin berufen. Im September 1993 beging seine Frau Selbstmord. Bahro erkrankte wenig später an Krebs. Er starb Anfang Dezember 1997. Am 18. November wäre Rudolf Bahro in diesem Jahr 87 Jahre alt geworden.

Leben eines Utopisten - Der Gesellschaftsreformer Rudolf Bahro Dok 5 - Das Feature 02.10.2022 53:56 Min. Verfügbar bis 04.10.2027 WDR 5 Von Matthias Eckholdt

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Ausstrahlung am 02. Oktober 2022 um 13:04 Uhr
Wiederholung am 02. Oktober 2022 um 20:04 Uhr

Von: Matthias Eckholdt
Redaktion: Imke Wallefeld
Produktion: RBB/SWR 2004