Xanten

Kreuzgang im Dom Sankt Viktor

Stand: 26.10.2009, 10:20 Uhr

Kreuzgänge üben einen besonderen Reiz auf uns aus: Sie sind ein Ort der Stille, die uns mitten im turbulenten Alltag Frieden schenken. So wie der Xantener Kreuzgang. Er war nie Teil eines Klosters. Immer schon gehörte er zu Sankt Viktor, dem Xantener Dom. Beide wurden im 16. Jahrhundert vollendet. Einige Mauerreste zeugen von dem romanischen Ursprung.

Hoffnung auf das Himmelreich

Die Stiftsherren beschritten den Kreuzgang bis zu neunmal täglich auf dem Weg zu ihrem Chorgebet oder bei feierlichen Prozessionen. Dabei begegneten sie ihren Vorgängern: Gedenktafeln, Epitaphe, erinnern noch heute an die Verstorbenen. Über zwanzig sind erhalten. Es sind kleine Pretiosen, von renommierten Künstlern der Zeit geschaffen. Sie zeigen religiöse Szenen.

Die meisten Epitaphe haben Stiftsherren in Auftrag gegeben. Bisweilen erzählen sie kleine Geschichten über den Geldgeber. Und sie erinnern uns an die Wohltaten des Verstorbenen. So lobt etwa ein Epitaph in kunstvoller Schrift den Stifter als einen „Freund der Armen“. Die Stifter sind gern ein wenig kleiner als die biblischen Figuren dargestellt: kniend zu ihren Füßen im Gebet vertieft, in Stein gemeißelte Hoffnung auf das Himmelreich. Beim Betrachten der Szenen berührt uns noch heute die Gegenwart der Verstorbenen, die mit den Tafeln ihrer Sterblichkeit trotzen.

Buchtipps

Der Dom zu Xanten und seine Kunstschätze.
Mit neuen Beiträgen zu Domschatz, Archiv und Bibliothek.
Langewiesche 2007, Preis: 12,80 Euro

Heike Hawicks: Xanten im späten Mittelalter.
Stift und Stadt im Spannungsfeld zwischen Köln und Kleve.
Böhlau 2007, Preis: 49 Euro

Autorin: Claudia Kuhland