Westpol-Umfrage zeigt: Nicht überall werden ab morgen schon Lehrkräfte und Kita-Personal geimpft.

Lehrkräfte und Kita-Personal: Impfturbo mit Ladehemmungen

Von René Bucken und Martina Koch

Ab morgen soll in NRW das Personal von Kitas, Grund- und Förderschulen gegen Corona geimpft werden. Doch in manchen Kommunen wird das erstmal nichts, obwohl der Impfstoff überall zur Verfügung steht.

"Wir wollen einfach impfen, was das Zeug hält". So optimistisch zeigte sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zu Beginn der Woche. Ab morgen soll in NRW das Personal von Kitas, Grund-und Förderschulen gegen Corona geimpft werden – früher als ursprünglich geplant. Doch zündet der Impfturbo wie erhofft?

Westpol fragt Kreise und kreisfreie Städte in NRW

Dazu hat Westpol alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW gefragt: Inwieweit planen Sie, die Kapazitäten Ihres Impfzentrums auszuweiten? Und: Wie viele Impftermine für Lehrkräfte und Kita-Personal konnten für die nächste Woche bereits registriert werden?

42 haben geantwortet – ein Rücklauf von rund 78 Prozent. Demnach sehen 13 Orte keine Notwendigkeit, mehr Kapazitäten zu schaffen. Über die Hälfte hingegen plant oder hat bereits längere Öffnungszeiten oder mehr Impfstraßen.

Impftermine lassen auf sich warten

Das bedeutet allerdings nicht, dass auch alle vom Land zur Verfügung gestellten Impfdosen sofort verimpft werden. Im Kreis Minden-Lübbecke wurden für nächste Woche keine Termine vergeben.

In Essen werden Lehrerinnen und Lehrer erst ab dem 19. März geimpft, KiTa-Personal ist schon eine Woche früher dran. Allein vom 12. bis 14. März wurden dafür 2.053 Impftermine vereinbart.* In Viersen dagegen können bereits heute die ersten 900 Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher ins Impfzentrum kommen.

Lehrkräfte zeigen große Impfbereitschaft

Ralf Hoffmeister dagegen hat Ende der Woche überhaupt erst erfahren, wie die Terminvergabe in Köln ablaufen soll: Der Schulleiter der Albert-Schweitzer-Grundschule in Köln-Weiß hat dazu am Samstag von der Stadt Codes erhalten, mit denen sich sein Kollegium online für die Impftermine registrieren kann. Kurzfristig, aber hauptsache, es geht los:

"Von daher gesehen, ist das für unser Kollegium hier soweit jetzt okay. Aber sie warten auch darauf, dass es losgeht. Das merkt man schon. Besser gestern als heute."

Die Impfbereitschaft bei den Lehrkräften sei groß, berichtet Hoffmeister. Die meisten Kolleginnen und Kollegen hätten auch kein Problem mit AstraZeneca.

AstraZeneca auf Halde

Und gerade an diesem Impfstoff mangelt es nicht: Laut NRW-Gesundheitsministerium liegen Stand Donnerstag knapp über 181.000 Dosen des Impfstoffes Astra-Zeneca in NRW unverimpft in den Zentrallagern, bzw. in den Lagern der Impfzentren.

Ende nicht in Sicht

Demgegenüber stehen jetzt laut Land 275.000 Impfberechtigte aus dem Kita- und Schulbereich. Wann die alle geimpft werden sollen, ist fraglich: "Ein genaues Zeitfenster kann Stand jetzt nicht mitgeteilt werden", teilt das NRW-Gesundheitsministerium mit.

*In einer früheren Version waren die konkreten Zahlen für die Impfung noch nicht enthalten. Diese haben wir nachgetragen.