WDR ZeitZeichen

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Ob Staatsgründung oder Machtverfall, Lebensdaten großer Frauen und Männer, Wendepunkte der Menschheitsgeschichte, Friedensverträge und Katastrophen, Erfindungen und Entdeckungen - im ZeitZeichen wird Geschichte lebendig.

WDR ZeitZeichen | 23.05.2017 | 14:20 Min.

Er war Moralist und schonungsloser Kritiker, Possenreißer und begnadeter Sprachjongleur - vor allem aber Deutschlands größter politischer Kabarettist. Kein anderer konnte so wie Dieter Hildebrandt den Mächtigen die Leviten lesen. Mit scheinbar verstolperten Sätzen, die dennoch brillant formuliert waren, mit bitterbösem Spott und feinen Sticheleien spießte er jahrzehntelang politische Missstände und Irrwitzigkeiten auf. Autor: Dieter Saake

WDR ZeitZeichen | 22.05.2017 | 14:53 Min.

Eleanor Roosevelt, Jaqueline Kennedy, Hillary Clinton und Michelle Obama - die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika ist heutzutage Wahlhelferin, psychologische Stütze, Dekorationsfigur und Ehefrau in Personalunion. Den Grundstein für das angeblich wichtigste, unbezahlte Amt der Welt legte Martha Washington, die Ehefrau des ersten US-Präsidenten George Washington. Autorin: Lena Ohm

WDR ZeitZeichen | 21.05.2017 | 14:04 Min.

Am 21. Mai 1967 bewegt sich der Amerikaner Jim Drake das erste Mal wacklig und vorsichtig mit einem Surfbrett und einem Segel auf den Wellen des Pazifik in der Nähe von Los Angeles. Sein Freund Hoyle Schweitzer entwickelt im Laufe der nächsten Jahre einen Trendsport aus diesem Stehsegeln. Die heutigen "Windsurf-Spots" sind Sylt, Hawaii, Fuerteventura oder die Küsten Portugals. Autorin: Andrea Klasen

WDR ZeitZeichen | 20.05.2017 | 14:56 Min.

Wie entstand das Leben auf der Erde? Eine Frage so alt wie die Menschheit. Die Antworten über die Jahrtausende gaben Mythen, Religionen und schließlich wissenschaftliche Theorien. Dann, 1952, wurde ein Doktorand konkret. In einem Glaskolben ahmte Stanley Miller die Verhältnisse der frühen Erde nach - oder was man dafür hielt: Wasser als Ur-Ozean, ein Gas-Wasserdampfgemisch als primitive Atmosphäre und ein Blitzgewitter aus elektrischen Entladungen. Autor: Wolfgang Burgmer

WDR ZeitZeichen | 19.05.2017 | 14:54 Min.

Berühmt, und doch fast unbekannt. Juan Bautista de Toledo gehört zu den bedeutendsten Architekten der europäischen Geschichte. Sein Leben bleibt bis heute rätselhaft. Was man weiß: Er war die rechte Hand von Michelangelo beim Bau des Petersdoms in Rom, wirkte als Baumeister in Neapel. Und er war der geniale Planer des Escorial in der Nähe von Madrid. Autorin: Andrea Kath

WDR ZeitZeichen | 18.05.2017 | 14:46 Min.

Der gebürtige Sachse Karl Peglau spielte zeitlebens leidenschaftlich Tennis. In den 1950er Jahren sicherte er sich mehrfach den Titel des Berliner Studentenmeisters. Später war er zweimal DDR-Seniorenmeister. Aber bekannt wurde er vor allem als "Vater des Ampelmännchens". Der Verkehrspsychologe entwickelte 1961 seine "Geher" und "Steher" mit Bauchansatz, Knubbelnase und Hut. Autorin: Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 17.05.2017 | 14:54 Min.

Der bekannte Box-Trainer Manfred Wolke wurde hier ausgebildet genauso wie Schwimmstar Kristin Otto: an der Deutschen Hochschule für Körperkultur" in Leipzig. 40 Jahre lang galt sie als Kaderschmiede für weltweit erfolgreiche DDR-Athleten. Als "Diplomaten im Trainingsanzug" sollten sie ihrem Land zu Ruhm und Anerkennung verhelfen. Mit erlaubten und unerlaubten Mitteln. Autorin: Ariane Hoffmann

WDR ZeitZeichen | 16.05.2017 | 14:37 Min.

Nachdem Voltaire vor 300 Jahren verhaftet wurde, ging es für ihn direkt in die Bastille. Als er elf Monate später freigelassen wurde, trug er in den literarischen Salons von Paris die Krone eines Protomärtyrers satirischer Redefreiheit. Was einer zu sagen hatte, der als Opfer despotischer Unterdrückung durch "die Hölle auf Erden" gegangen war, das wollten alle wissen. Voltaires publizistische Karriere war gemacht. Autor: Hans Conrad Zander

WDR ZeitZeichen | 15.05.2017 | 14:54 Min.

An manchen Tagen musste Edward Hopper Sorge haben, dass ihn jemand für einen Stalker halten könnte; so oft und so lange studierte er manche Straßen und Häuser, um vor dem inneren Auge sein nächstes Gemälde vorzubereiten. Die Sorge war unbegründet. Den Aufwand danken ihm bis heute Millionen von Betrachtern auf der ganzen Welt. Autor: Uwe Schulz

WDR ZeitZeichen | 14.05.2017 | 14:49 Min.

Sie war Hollywoods "Liebesgöttin": Wenn Rita Hayworth als Gilda im schwarzen Abendkleid "Put the Blame on Mame" sang und dabei ihre langen Handschuhe abstreifte, war es um die Männer im Publikum geschehen. Die strahlende Schönheit mit den roten Locken schmückte die Titelseiten der Hochglanzmagazine, und die GIs trugen Pin-up-Fotos von ihr im Feldgepäck mit in den Krieg. Doch Ritas Geschichte ist kein Märchen aus der Traumfabrik. Autorin: Christiane Kopka

WDR ZeitZeichen | 13.05.2017 | 14:44 Min.

Sie war eine Herrscherin der Superlative: Gerühmt als große Schönheit, bewundert als Mutter von sechzehn Kindern, die außerdem eine lange und glückliche Ehe führte und als Regentin massenweise Reformen veranlasste, prägte sie die Geschichte des Hauses Habsburg wie kaum jemand sonst. Doch ein Blick hinter die Fassade der strahlenden Kaiserin offenbart eine Persönlichkeit voller Widersprüche. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 12.05.2017 | 14:58 Min.

Schnell führte der Weg dieses Jungen aus der französischen Provinz von der Loire nach Paris: Mit gerade elf Jahren wurde Jules Massenet als Frühbegabung am mächtigen Conservatoire aufgenommen. Und zehn Jahre später gewann er, was man als französischer Komponist einmal gewonnen haben muss: den Prix de Rome. Bis zu seiner ersten Oper dauerte es zwar noch, doch der Erfolg kam gewaltig. Autor: Holger Noltze

WDR ZeitZeichen | 11.05.2017 | 15:01 Min.

"Wenn einem so viel Gutes widerfährt..." Jeder, der in den 60er, 70er und 80er Jahren aufgewachsen ist, wird diesen Slogan reflexhaft vervollständigen. Pawlow wäre begeistert. Und der Satz "Das ist doch Asbach Uralt!" gehört zum Sprüche-Repertoire ganzer Generationen. Nur wenige Markennamen haben es so nachhaltig in den allgemeinen Sprachschatz geschafft wie der Weinbrand aus Rüdesheim. Autor: Martin Herzog

WDR ZeitZeichen | 10.05.2017 | 13:55 Min.

Es gibt zwei Springer-Verlage in Deutschland: Der weniger bekannte steht ganz im Zeichen der Wissenschaft. Jährlich erwirtschaftet er weltweit mit Publikationen für Studenten, Forscher und Experten 1,5 Milliarden Euro Umsatz. E-Books sind Trumpf. Den Grundstein für diese Erfolgsgeschichte legte der vor 200 Jahren geborene Julius Springer. Autor: Christoph Vormweg

WDR ZeitZeichen | 09.05.2017 | 14:56 Min.

"The Jazz Singer" - so hieß der erste Spielfilm mit Ton, der 1927 in die Kinos kam. Der Film erzählt die Geschichte eines armen jüdischen Sängers, der zum gefeierten Star wird. In einer Szene tritt der Mann auf, dem genau das geschehen war: Jossele Rosenblatt, der berühmteste jüdische Kantor seiner Zeit. Charlie Chaplin bewunderte ihn, Enrico Caruso küsste Rosenblatt, nachdem er ihn hatte singen hören. Autor: Christian Kosfeld

WDR ZeitZeichen | 08.05.2017 | 14:56 Min.

Zum ersten Mal sitzen beim zweiten Weltkindergipfel 2002 auch Kinder selbst am Verhandlungstisch. Und man steckt sich neue, konkrete Ziele. Ob sie diesmal - anders als beim ersten Gipfel - eingehalten wurden? Überprüfen könnte das am besten ein weiterer Weltkindergipfel. Doch für den gibt es noch immer keinen Termin. Autorin: Kerstin Hilt

WDR ZeitZeichen | 07.05.2017 | 14:34 Min.

"The idea of Freibier in Bavaria is deeply religious". Zitat Gerhard Polt. Kein Zweifel: Heimat ist eine ernste Sache. Und zugleich unglaublich komisch. Kein anderer Kabarettist ist so tief in die Abgründe der bayrischen Seele hinabgestiegen wie er. Autor: Thomas Pfaff

WDR ZeitZeichen | 06.05.2017 | 14:47 Min.

"Ein Name, der wie ein Streicheln beginnt und wie ein Peitschenhieb endet", meinte der Dichter Jean Cocteau. Auch wenn das vor allem in der französischen Aussprache stimmt, erfasste er damit zwei der vielen Gegensätze, die für die außergewöhnliche Persönlichkeit des einzigen Weltstars deutscher Herkunft stehen könnten. Autorin: Sabine Mann

WDR ZeitZeichen | 05.05.2017 | 14:46 Min.

"Eine schreibende Frau mit Humor, sieh mal an! Hurra! Hier ist ein Talent." Kurt Tucholsky war nur einer der vielen Bewunderer Irmgard Keuns. Mit ihren beiden Romanen "Gilgi, eine von uns" und "Das kunstseidene Mädchen" stieg die junge Schriftstellerin Anfang der 30er Jahre zur Erfolgsautorin auf. In einem sehr eigenwilligen, schnodderig-ironischen Stil erzählte sie von Kleinbürgermädchen auf der Suche nach dem ganz großen Glück. Autorin: Christiane Kopka

WDR ZeitZeichen | 04.05.2017 | 14:58 Min.

Ein Fünftel der Gesamtfläche Kanadas, aber nur 32.000 Einwohner. Ein Hafen und ein Flugplatz in jedem Dorf, aber keine einzige gepflasterte Straße im ganzen Territorium, dafür viel Eis und Schnee. Nunavut in der kanadischen Arktis. Vor 25 Jahren wurden per Volksabstimmung die Grenzen des Territoriums Nunavut festgelegt. Sieben Jahre später begann das große Experiment: Nunavut verwaltet sich seither selbst. Die Probleme sind dadurch nicht kleiner geworden. Autorin: Almut Finck

WDR ZeitZeichen | 03.05.2017 | 14:44 Min.

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt" - so steht es im deutschen Grundgesetz von 1949. Bis Frauen den Männern in Deutschland tatsächlich rechtlich gleichgestellt waren, dauerte es allerdings noch. Die Verabschiedung des Gleichberechtigungsgesetzes war 1957 ein Meilenstein. Auch nachdem die wenigen Mütter des Grundgesetzes 1949 erfolgreich die Gleichberechtigungsformulierung durchgesetzt hatten, waren Frauen in Deutschland rechtlich ihrem Ehemann unterworfen. Autorin: Daniela Wakonigg

WDR ZeitZeichen | 02.05.2017 | 14:48 Min.

Sie war eine "Humoristin des Monströsen, das im Gewöhnlichen zum Vorschein kommt", schrieb Hans Magnus Enzensberger voller Begeisterung. Schonungslos und präzise sezierte Gisela Elsner die heuchlerische Nachkriegsidylle des braven Bürgertums in Deutschland. Damit erregte sie Aufsehen. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 01.05.2017 | 14:08 Min.

Zerstückelung bei vollem Bewusstsein - diese grausame Todesstrafe sollte Adam Schall von Bell erleiden. Doch dann rettete ihn ein Erdbeben kurz vor dem Vollstreckungstermin. Dieser Jesuit, Astronom und Missionar hat seinen Gegnern denkbar viele Angriffspunkte geboten. Während Galileo Galilei in Italien unter Hausarrest stand, baute Adam Schall von Bell 1634 in Peking das erste galileische Fernrohr. Und er reformierte den chinesischen Kalender. Autorin: Claudia Belemann

WDR ZeitZeichen | 30.04.2017 | 14:57 Min.

Für die protestantische Propaganda war er ein blutrünstiger alter Mann, der im 30jährigen Krieg Magdeburg bewusst in Schutt und Asche legte und den Tod Zehntausender Einwohner in Kauf nahm. Ein katholischer Fanatiker, dem Menschen einerlei waren. Heute kommt die historische Forschung zu einem differenzierteren Bild. Johann Graf von Tilly war danach kein Kriegsunternehmer wie Wallenstein, sondern ein jesuitisch geschulter Kämpfer für die Gegenreformation. Autor: Heiner Wember

WDR ZeitZeichen | 29.04.2017 | 14:22 Min.

Mit seiner Virtuosität und mit seinem schönen Ton hat Jean "Toots" Thielemans das Publikum immer wieder verblüfft. So bezaubernd beherrschte niemand sonst die Mundharmonika. 2001 erhob ihn der belgische König Albert II. dafür sogar in den Stand eines Barons. Wie kein anderer hat der Musiker dafür gesorgt, dass man die Mundharmonika als ernstzunehmendes Soloinstrument im Jazz betrachtet. Bei seiner Souveränität stellte man das gar nicht erst in Frage. Autor: Thomas Mau

WDR ZeitZeichen | 28.04.2017 | 14:24 Min.

Gewalt hat er früh erfahren, der 1909 in Dublin geborene Sohn eines Pferdezüchters. Und das Thema Gewalt sollte ihn berühmt machen. Anfangs aber bewegte sich der Autodidakt auf einem Feld, das man ihm heute nicht zutrauen möchte: Als Innenarchitekt und Möbel-Designer verdiente er sein Brot. Erst eine kleine Picasso-Ausstellung in Paris verschaffte ihm ein Aha-Erlebnis. Bis er sich 1944 als ein Künstler entpuppte, der seine Welt in Blutspuren suchte und fand. Autor: Jürgen Werth

WDR ZeitZeichen | 27.04.2017 | 14:38 Min.

Sein Tagebuch betrachtete er als "Sparbank für geistige Reserven und emotionale Rücklagen". Wer heute die Essays des Ralph Waldo Emerson liest, könnte meinen, dass er es mit einem zeitgenössischen Autor zu tun hat. "Wer ein Mensch sein will, der muss Nonkonformist sein!", schrieb der amerikanische Philosoph allerdings schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Und hielt sich auch daran. Autor: Ralf Gödde

WDR ZeitZeichen | 26.04.2017 | 14:57 Min.

Lässt sich ein Krieg nur aus der Luft gewinnen? Ohne den Einsatz von Bodentruppen? Erstmals wurden derartige Fragen in den 1930er Jahren diskutiert, von Hitlers Militärstrategen in Vorbereitung des Großen Kriegs. Mit dem spanischen Bürgerkrieg, nach Francos angeblichem Hilferuf an die Deutschen, bekam man so etwas wie ein Experimentierfeld, einen gigantischen Truppenübungsplatz. Autorin: Almut Finck

WDR ZeitZeichen | 25.04.2017 | 13:39 Min.

Noch heute ist der Papstpalast in Avignon ein imposantes Bauwerk und ein Touristenmagnet. Im Innenhof finden in jedem Sommer renommierte Festspiele statt. Seine Geschichte ist eng verbunden mit Papst Benedikt XII., einem Franzosen, der den Bau des sogenannten "Alten Palastes" während seiner Amtszeit fast vollenden konnte. Autor: Walter Liedtke

WDR ZeitZeichen | 24.04.2017 | 14:50 Min.

Sie gilt als unverwechselbar, als Genie und Multitalent, als Chamäleon, Zicke, Charity-Schlampe, Schwulen-Ikone und Phänomen. Barbra Streisand ist mit vielen Titeln versehen worden, vor allem aber mit Emmys, Grammys, Globes und Preisen dieser Welt. Nicht jeder liebt, aber viele vergöttern sie. Autorin: Susanne Rabsahl

WDR ZeitZeichen | 23.04.2017 | 14:46 Min.

Das Jahr 1916 veränderte sein Leben. Da landete der Medizinstudent und angehende Schriftsteller Richard Huelsenbeck als Kriegsdienstverweigerer in Zürich. Zusammen mit einigen Freunden erfand er dort "Dada": eine kurzlebige künstlerische Bewegung, die in ihren Gedichten und Performances alle fest gefügten Kunstformen ad absurdum führen wollte. 1917 brachte er diese Mischung aus Nonsens, Happening und politischem Protest auch nach Berlin. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 22.04.2017 | 14:55 Min.

Er wollte nichts anderes als eine Erneuerung der französischen Musik. Doch mit diesem Ziel kam Édouard Lalo nur schleppend voran, denn seine Werke wurden erst ab den 1870er Jahren zunehmend in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Sein wohl größter Hit ist bis heute das zweite Violinkonzert, die "Symphonie espagnole". Autor: Christoph Vratz

WDR ZeitZeichen | 21.04.2017 | 14:56 Min.

Jeder Finne kennt dieses Buch: "Der unbekannte Soldat", in Westdeutschland auch unter dem Titel "Kreuze in Karelien" erschienen. Ein umfangreicher Antikriegsroman über den finnisch-sowjetischen Krieg 1941-44, aufgeschrieben vom Veteranen Väinö Linna. Ein Bestseller gleich nach der Bibel, Schullektüre und Filmvorlage. Autorin: Hildburg Heider

WDR ZeitZeichen | 20.04.2017 | 14:23 Min.

Kann man den großen Arzt Rudolf Virchow widerlegen? Carl Thiersch kann. 1865 weist er nach, dass Hautkrebs nicht, wie Virchow behauptet, im Bindegewebe entsteht, sondern in den Epithelien, dem Deck- und Drüsengewebe. Da ist der gebürtige Münchner noch Chirurgie-Professor in Erlangen und sorgt mit bahnbrechenden Operationen an Genitalbereich und Auge für Aufsehen. Autorin: Edda Dammmüller

WDR ZeitZeichen | 19.04.2017 | 14:55 Min.

Als Adenauer starb, verlor die Bundesrepublik Deutschland ihre prägende Gestalt. Er war der Kanzler, der dem Land seinen Stempel aufdrückte. Bereits im Ersten Weltkrieg wurde Konrad Adenauer Oberbürgermeister von Köln. In der Weimarer Republik gehörte er zu den wichtigsten politischen Akteuren, in der NS-Zeit wurde er als Kölner Oberbürgermeister entlassen und musste sich zeitweise verstecken. Mit 73 wurde Adenauer Bundeskanzler und blieb es 14 Jahre lang. Autor: Heiner Wember

WDR ZeitZeichen | 18.04.2017 | 14:51 Min.

Ein Schlitzohr, ja das war er. Da sind sich alle einig. Und kaltblütig war er auch. Ohne Rücksicht auf bestehende Regeln hatte er versucht, im Durcheinander seiner Zeit das Beste für sich heraus zu holen - und ist am Ende gescheitert. Dabei täuschte er die hohen Herren mit Hilfe eines falschen Sehers und erging sich in mörderischer Selbstjustiz - das Unglück anderer scherte ihn dabei nicht. Autor: Marko Rösseler

WDR ZeitZeichen | 17.04.2017 | 13:34 Min.

Kolumbus' Entdeckung des vermeintlichen Seewegs nach Indien ist der Beginn einer mörderischen Kolonialisierung der "Neuen Welt", der Millionen Indianer das Leben kostete und die Schatzkammern der spanischen Könige Ferdinand und Isabella mit Perlen, Gold und Silber füllte. Ein Zehntel des Gewinns soll nach Abzug der Kosten Kolumbus selbst gehören. So bestimmte es der Vertrag von Santa Fe, den Kolumbus den spanischen Königen vor seiner Abreise abgetrotzt hatte. Autorin: Marfa Heimbach

WDR ZeitZeichen | 16.04.2017 | 14:45 Min.

"Ich muss tiefer in die Einsamkeit eindringen". Jeden Tag hat sie gemalt im Exil in Frankreich, 18 Monate lang. In über 1300 Gouachen dokumentierte die in Berlin geborene Charlotte Salomon ihr Leben. Malend deutet sie es neu und schafft das Werk "Leben? Oder Theater?". Ein gemaltes Theaterstück auf Grundlage der eigenen Biografie, mit Texten und Verweisen auf Musik. 1943 wird Charlotte Salomon denunziert, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann

WDR ZeitZeichen | 15.04.2017 | 14:52 Min.

Militärwesen, Maschinenbau, Naturwissenschaften, Psychologie, Theater, Literatur - Robert Musil interessierte sich für viele Themen. Je mehr er aber wusste, desto schwerer tat er sich beim Schreiben. Sein erster Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß", der 1906 erschien, war zwar ein großer Erfolg, aber als er 1918 mit 38 Jahren beschloss, sich nur noch dem Schreiben zu widmen, verurteilte er sich und seine Frau zu einem Leben voller Geldsorgen. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 14.04.2017 | 14:58 Min.

Nicht nur im Märchen bekommt der Königssohn manchmal eine falsche Prinzessin untergejubelt. Auch Frankenkönig Otto II. musste 972 erkennen, dass man ihn hereingelegt hatte: Denn der byzantinische Kaiserhof hatte ihm nicht - wie versprochen - eine "Purpurgeborene" geschickt, eine echte Kaisertochter, sondern nur eine kaiserliche Nichte, Theophanu. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 13.04.2017 | 14:54 Min.

Es ist eine exotische Erscheinung, die im April 1817 das englische Städtchen Almondsbury aufmischt: eine junge Frau in fremdländischer Kleidung, die eine ebenso unbekannte Sprache spricht. "Caraboo!" sagt sie immer wieder - offensichtlich ihr Name. Mehr lässt sich über die Fremde zunächst nicht herausfinden. Autorin: Jana Fischer

WDR ZeitZeichen | 12.04.2017 | 13:48 Min.

Venezuela vor dem Bürgerkrieg. Die bürgerliche Opposition gegen Hugo Chavez marschiert zum Präsidentenpalast. Dort demonstrieren seine Anhänger, die Landarbeiter und Bewohner der Armenviertel. Unversöhnlich stehen sich die beiden Gruppen gegenüber, es fallen Schüsse, Tote in den Straßen, die Armee greift ein. Chavez, Präsident seit 1998, wird abgesetzt, aber der Putsch kollabiert einen Tag später. Autor: Jörg Beuthner

WDR ZeitZeichen | 11.04.2017 | 14:55 Min.

1982: Helmut Kohl wird Bundeskanzler, Prinz William wird geboren, ABBA löst sich auf und in Düsseldorf gründen Frontmann Andreas Frege, genannt Campino, und fünf Freunde eine Punk-Rock-Band: die "Toten Hosen". Ihr Debütkonzert geben sie zu Ostern in Bremen, im Keller des Kulturzentrums Schlachthof. Ein Druckfehler in den Flugblättern kündigt sie als "Tote Hasen" an, den knapp 200 Fans ist das egal. Autorin: Ariane Hoffmann

WDR ZeitZeichen | 10.04.2017 | 14:56 Min.

Joseph Pulitzer hat die Presse Amerikas in ein Massenmedium von gewaltigem Einfluss verwandelt. Er hat die "Yellow Press", die Klatsch- und Sensationspresse, erfunden - aber auch den seriösen investigativen Journalismus. Kurz vor seinem Tod 1911 stiftete der Medienzar den nach ihm benannten Pulitzer-Preis, der seit 1917 verliehen wird und heute als die renommierteste Auszeichnung für Journalisten und Schriftsteller in den USA gilt. Autorin: Almut Finck

WDR ZeitZeichen | 09.04.2017 | 14:46 Min.

Er gilt als der "deutsche Disney" und war eine der schillerndsten Figuren in der Comic-Szene der jungen Bundesrepublik. Zu Beginn der 50er Jahre gründete Rolf Kauka in München einen Verlag, um "deutsche Comics für deutsche Kinder" herauszugeben. Zunächst beschäftigte er sich mit Sagenfiguren wie Till Eulenspiegel oder Reineke Fuchs. Daraus wurde "Fix und Foxi" und die beiden waren zu ihren besten Zeiten in Deutschland fast so erfolgreich wie Micky Maus. Autorin: Christiane Kopka

WDR ZeitZeichen | 08.04.2017 | 14:58 Min.

Der Erste Weltkrieg hat nicht nur Menschenleben sondern ganze Volkswirtschaften aufgefressen. Das Geld ist buchstäblich in Rauch aufgegangen. Die europäischen Staaten sind pleite - der Verlierer soll zahlen. Die junge Weimarer Republik sieht sich schon bald unerfüllbaren Reparationsforderungen gegenüber. Doch woher nehmen? Von den Vermögenden, von den Reichen! Autor: Marko Rösseler

WDR ZeitZeichen | 07.04.2017 | 14:34 Min.

Jahrzehntelang waren Tanzveranstaltungen und -turniere ohne seine Musik undenkbar: Hugo Strasser. Mit seinem Tanzorchester und seiner Klarinette schuf er einen Sound, der Schwung in die Beine zauberte. Bis ins hohe Alter war Strasser musikalisch aktiv. Zusammen mit den Bandleader-Legenden Max Greger und Paul Kuhn tourte er nach der Jahrtausendwende jahrelang durch Deutschland. Autorin: Daniela Wakonigg

WDR ZeitZeichen | 06.04.2017 | 14:51 Min.

War er der Staatsdichter der DDR? Oder war er derjenige, der gegen eine Entscheidung des Politbüros Widerstand organisierte? Stephan Hermlin war beides. Er konnte über Errungenschaften der DDR reden und den Mauerbau rechtfertigen. Und er konnte gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann protestieren. Er kämpfte zwischen Loyalität und Kritik. Autor: Thomas Klug

WDR ZeitZeichen | 05.04.2017 | 14:44 Min.

Der Zug des Deutschen Ordens nach Osten endete, der siegreiche Fürst Alexander Newski wurde zum russischen Nationalheiligen. Die russische Geschichtsschreibung deutet die Schlacht auf dem Peipussee von 1242 als religiöse Entscheidungsschlacht zwischen lateinisch-katholischem und russisch-orthodoxem Einflussgebiet in Nordeuropa. Autor: Tobias Mayer

WDR ZeitZeichen | 04.04.2017 | 14:02 Min.

Im Salzstock Asse 2 - nahe dem niedersächsischen Wolfenbüttel - wurden vor 50 Jahren die ersten Atommüllfässer eingelagert, gedacht als "Zwischenlösung". Tatsächlich wurde das Lager 1978 geschlossen. Doch die rund 126.000 Fässer mit tödlicher Radioaktivität liegen dort bis heute. Der Betreiber - seit 2009 das Bundesamt für Strahlenschutz - hat den gesetzlichen Auftrag, die Fässer in ein sicheres Endlager zu bringen. Autor: Kay Bandermann