MONITOR vom 08.12.2022

Häusliche Pflege: Die leeren Versprechungen der Bundesregierung

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Bericht: Martin Suckow, Christina Zühlke

Häusliche Pflege: Die leeren Versprechungen der Bundesregierung

Monitor 08.12.2022 08:41 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste Von Martin Suckow, Christina Zühlke

Georg Restle: "Und jetzt zu einem ganz anderen Skandal. Ein stiller Skandal, der sich jeden Tag und überall in diesem Land abspielt. Er betrifft Millionen Menschen, vor allem Frauen. Töchter und Ehefrauen, die sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern, oft 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sie tun das, weil sie die Menschen lieben, die sie zu Hause pflegen wollen. Und dafür nehmen sie jede Menge in Kauf: Den Verlust von Freizeit, von Freunden, von ihrem Job. Bezahlt werden sie dafür nicht, obwohl auch Gesundheitsminister Lauterbach das fest versprochen hat. Die Wahrheit ist, der Staat hat nur Almosen übrig für all die Menschen, die ihm umgekehrt jede Menge Kosten ersparen. Martin Suckow und Christina Zühlke."

Ein Bett mitten im Wohnzimmer – das Pflegebett von Roland Köstner. Multiple Sklerose, die Diagnose kam vor 26 Jahren. Die Krankheit und seine Pflege dominieren mittlerweile alles. Auch das Leben seiner Frau Karin.

Karin Köstner: "Wir haben eigentlich gedacht, wenn wir mal in Rente gehen, dann können wir vielleicht auch mal fortfahren, in Urlaub. Oder mal die Enkeltochter mitnehmen, oder irgendwas. Das ist alles nicht mehr möglich. Das war nicht meine Vorstellung vom Leben."

Heute hilft ihr Sohn. Sonst bleibt fast alles an ihr hängen.

Reporter: "Wie wichtig ist das für Sie, dass Sie hier so unterstützt werden?"

Roland Köstner: "Sehr wichtig."

Reporter: "Warum ist das wichtig für Sie?"

Roland Köstner: "Dass ich zu Hause bin."

Die Pflege ist eigentlich ein Vollzeitjob. Ihren Beruf als Industriekauffrau hat sie immer weiter reduziert. Doch Karin Köstner muss zumindest halbtags arbeiten, sonst reicht das Geld nicht. Freundinnen trifft sie kaum noch, sie ist zu erschöpft.

Karin Köstner: "Ja, ich muss halt alle zwei/zweieinhalb Stunden gehe ich runter und lagere meinen Mann um – jede Nacht."

Reporter: "Finden Sie nicht viel Schlaf?"

Karin Köstner: "Nein, aber ich schlafe schon die letzten 20 Jahre nicht mehr gut. Ja, ich darf mir alle die Sorgen nicht machen. Also was jetzt weiter wird und dass es jetzt alles mal besser wird – was wir ja hoffen – das ist Kopfkino."

Sorge um ihren Mann und die Sorge, dass das Geld bald nicht mehr reicht. Vor 30 Jahren sah ihre Zukunft noch anders aus: Hausbau, Geld für Hobbys, ein glückliches Leben. Doch dann kam die Krankheit. Köstner konnte nicht mehr als Zimmermann arbeiten, wurde Frührentner. Ersparnisse? Alle weg. Allein die drei Treppenlifte kosteten Tausende. Die Krankenkasse übernahm nur die Hälfte. Der Gang in die Apotheke ist teuer. Hohe Zuzahlungen für Medikamente seit Jahren. Das Geld reicht schon lange nicht mehr. 901,- Euro Pflegegeld bekommen sie – höchster Pflegesatz. Dazu die kleine Rente ihres Mannes und der Lohn für den Halbtagsjob – zu wenig.

Karin Köstner: "Ich musste kurzfristig Geld aufnehmen, ich hab mehr als 2.600,- Euro nur Heizkosten bezahlt, wo soll denn das herkommen?"

Die Situation von Karin Köstner und vielen anderen Pflegenden ist der Politik längst bekannt. Versprechungen gab es schon viele.

Jens Spahn, (CDU), ehem. Gesundheitsminister, 05.10.2020: "Was wir können, ist als Gesellschaft – als Solidargemeinschaft – bestmöglich Unterstützung geben in dieser schwierigen Situation."

Karl Lauterbach (SPD), ehem. Gesundheitspolitischer Sprecher, 12.06.2017:"Davon muss ein großer Teil bei der bisher am stärksten ausgenutzten Gruppe ankommen, das sind die Angehörigen, die zu Hause pflegen."

Karin Köstner würde jeder Euro mehr helfen. Zum Beispiel eine Erhöhung des Pflegegeldes, aber: Die 901,- Euro im Monat für den höchsten Pflegegrad gab es bereits 2017. 2018 waren es ebenfalls 901,- Euro, genauso 2019. Und auch 2020, 2021 und 2022. Vieles wurde seitdem teurer, das Pflegegeld stieg nicht. Häusliche Pflege treibt viele in die Armut, das zeigen die Zahlen. 2,2 Millionen Menschen pflegen ihre Angehörigen, 73 Prozent dieser Pflegenden sind Frauen. Und von dieser Gruppe der pflegenden Frauen drohen 25 Prozent in Armut zu rutschen.

Verena Bentele, Präsidentin Sozialverband VdK: "Das sind wirklich erschreckende Zahlen. Das sind Menschen, die mitten unter uns wohnen und so einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft und ihre Nächsten verrichten."

Schritt für Schritt, vom Sofa bis zum Tisch – eine Geduldsprobe. Angela Dismar stand mitten im Arbeitsleben, in der Solarindustrie, aber seit sechs Jahren hat sie nur noch einen Job, sie pflegt ihre demente Mutter Ursula. Rund um die Uhr, jeden Tag. Sie macht das gern. Aber auch bei den beiden ist das Geld knapp:

Angela Dismar: "Ich bin ja im Grunde die Pflegekraft, nur, dass ich kein Geld für das bekomme, was ich arbeite und tue."

728,- Euro Pflegegeld bekommen sie, für Pflegegrad vier. Die Rente der Mutter geht für die Miete drauf. Ersparnisse – aufgebraucht. Nachts liegt Angela Dismar oft wach und grübelt.

Angela Dismar: "Wie ich unser Leben finanzieren soll, wie es weitergehen soll, um, ja, diesen Dienst an meiner Mutter und an der Gesellschaft, den ich gleichzeitig tue, auch noch weiter … weiter leisten zu können."

Dabei gab es 2021 ein Versprechen, damit es Pflegenden finanziell besser geht. Im Koalitionsvertrag steht:

Zitat: "Wir dynamisieren das Pflegegeld ab 2022 regelhaft."

Ein höheres Pflegegeld also. Warum hat Karl Lauterbach das noch nicht umgesetzt? Ein Interview wollte uns der Minister dazu nicht geben. Schriftlich heißt es:

Zitat: "[...] die Höhe der Anpassung des Pflegegelds ist in ein Gesamtkonzept [...] einzubetten, welches derzeit entwickelt und zeitnah vorgestellt wird."

Verena Bentele, Präsidentin Sozialverband VdK: "Ich finde es extrem ärgerlich, dass in 2022 wieder mal nix passiert ist für die Pflege zu Hause. Die allermeisten Menschen werden nicht in Einrichtungen, sondern zu Hause gepflegt. Und für diese Menschen und ihre Angehörigen wäre die Erhöhung des Pflegegelds wirklich so unglaublich wichtig."

Und die Ampelkoalition hatte Angela Dismar und den vielen anderen Pflegenden noch mehr versprochen. Einen sogenannten "Lohnersatz". Geld für die, die ihre Arbeit aufgeben, um zu pflegen. Angela Dismar würde das nicht viel helfen, da sie ja schon lange nicht mehr arbeitet. Auch viele Frauen, die Teilzeit arbeiten, hätten von einem Lohnersatz nur wenig. Der Sozialverband VdK schlägt deshalb vor, dass Menschen, die pflegen, einen richtigen Pflegelohn bekommen sollen. Zum Beispiel 12,- Euro pro Stunde, wie beim Mindestlohn.

Prof. Peter Haan, Deutsches Insititut für Wirtschaftsforschung: "Also das Besondere bei dem Pflegelohn ist eben, dass tatsächlich der Stundenlohn pro Stunde Arbeit der Pflege, die man macht, dass das bezahlt wird und nicht in Abhängigkeit von dem, was man früher gemacht hat. Und hat den Vorteil, dass auch die Haushalte, die besonders von Armut bedroht sind, hier eine hohe Leistung bekommen könnten."

Angela Dismar, die ihre Mutter Vollzeit pflegt, hätte dann viel mehr Geld zur Verfügung als jetzt. Gut 2.000,- Euro, abzüglich Steuern. Das würde ihr wirklich helfen.

Angela Dismar: "Ich wurde auch schon mal gefragt, arbeitest du denn nicht? Und dann sag ich, … doch, ich kriege nur kein Geld dafür. Also natürlich arbeite ich – mach das mal!"

Auch für Karin Köstner wäre ein echter Lohn eine Anerkennung. Für eine Arbeit, die kaum einer sieht.

Georg Restle: "Wenn alle pflegenden Angehörigen in Deutschland auf die Straße gehen würden, wär dies die größte Demonstration, die das Land je gesehen hat. Warum es dazu nicht kommt? Weil den Allermeisten dafür vermutlich schlicht die Kraft fehlt."

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Stand: 08.12.2022, 22:15 Uhr

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35 Kommentare

  • 35 Arnold 10.12.2022, 10:20 Uhr

    Hey, Es ist wirklich nur noch zum klotzen, ich habe schon mehrmals eine e Mail an die pflegebeauftragte Fr. Moll geschickt , Habe auch Wochen später Antwort bekommen. Es wird sich sobald nichts ändern habe ich als Antwort bekommen.

  • 34 Kathrin 10.12.2022, 09:52 Uhr

    Aber bitte vergesst nicht, dass es auch Leute gibt, die das Pflegegeld für ihre Tasche brauchen und bei dem pflegenden keinen Finger rühren sondern das Geld für ihr Wohl nehmen. Es müsste dann besser kontrolliert werden.

  • 33 Marianne Baezol 10.12.2022, 09:48 Uhr

    Ich bin total unzufrieden, welche bürokratischen Wege uns das Leben erschweren. Ich habe an die Pflegekasse einen ausführlichen Antrag zur Erhöhung der Pflegestufe mit allen ärztlichen Befunden und Krankenhausberichten gesendet. Jetzt bekam ich einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung. Ein QR- Code sollte uns ermöglichen, einen Fragebogen digital auszufüllen. Ärztliche Berichte sollten als PDF angehängt werden????? Konnte ich nicht, also war die gesamte Arbeit von 2 Stunden umsonst. Wie weiter????

  • 24 Petra Savage 09.12.2022, 09:30 Uhr

    Mir liefen gestern die Tränen als ich diesen Beitrag gehört habe. Endlich! dachte ich, endlich sieht es mal jemand, endlich spricht es mal jemand so aus wie es ist! Pflege zu Hause bedeutet 24 Stunden, 7 Tage die Woche, keine Wochenenden, keine Feiertage, kein Urlaub - und das über Jahre. Es geht hier nicht nur um Geld (natürlich auch), sondern auch um die fehlende Anerkennung. Ein Schatten-Dasein am Rande der Gesellschaft, das zermürbt und die Kräfte auffrist, bis ein eigenes Leben nicht mehr möglich ist. Bezieht man dann ALG II, um über die Runden zu kommen, muss man sich von Herrn Merz noch als "auf dem Sofa sitzenden Faulenzen" bezeichnen lassen, der nichts tut, während "andere jeden Morgen aufstehen und etwas tun für ihr Geld". Vielen Dank für diesen Beitrag! Zum ersten Mal seit Jahren fühle ich mich gesehen und verstanden.

  • 23 N.H. 09.12.2022, 08:20 Uhr

    Wie kann ich Kontakt zu den Familien im Beitrag aufnehmen? Ich bin auch pflegende Angehörige und möchte mich austauschen. Mit freundlichen Grüßen, N.H.

  • 22 Martin Behne 09.12.2022, 07:12 Uhr

    Wer Kapitalismus wählt, bekommt Kapitalismus: Den Letzten beißen die Hunde.

    • Bob Wosnek 11.12.2022, 07:34 Uhr

      Wir müssen uns zusammen tun. Den andere machen es auch um gehört zu werden. Wir haben auch ein recht auf mehr Geld. Wenn wir nicht wehren , müsste der der Staat noch mehr Geld bezahlen. Lassen wir uns das nicht länger gefallen. Steht auf für unseren lieben die wir pflegen.

    • Thomas Grunwald 11.12.2022, 08:39 Uhr

      Kapitalismus? Ich dachte immer, dass SPD und Co. Keine Kapitalisten sind. Abgesehen davon sieht man bei Deinem Kommentar wie wenig du verstanden hast um was hier eigentlich geht.

    • Christine 11.12.2022, 19:30 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

    • P. M 11.12.2022, 22:16 Uhr

      Mein Mann ist Querschnitt gelähmt, ( Tetra Plegiker ), 24 Stunden Dienst ist seit 12 Jahren mein Leben und nix weiter. Keiner sieht was all die Pflegenden leisten, aber man muss sich dumm kommen lassen von unseren Politiker. Denen geht es gut, dafür zahlen wir ja jedemenge Steuern. Versprechungen von unseren Politikern ist nur Schall und Rauch, so hält man die Pflegenden ruhig. Wünsche unseren Politikern beste Gesundheit.

    • Sonja Engelhardt 12.12.2022, 12:53 Uhr

      So wen hätten sie denn gewählt. Wer soll uns denn unterstützen.

  • 21 Siegfried Schmieder 09.12.2022, 06:57 Uhr

    Dieser Beitrag hat mich tief betroffen und wenn hierzu die Worte (Versprechungen) des jetzigen Bundesgesundheitsminister, Karl Lauterbach hört, ist dies die reine Verhöhnung der pflegenden Angehörigen und letztlich auch die der Pflege bedürftigen Menschen selbst! Man kann für diese Politiker nur noch Verachtung übrig haben!

  • 20 Michael Beering 08.12.2022, 23:16 Uhr

    Die Praxis das sich Angehörige das Pflegegeld als Einkommen zuschreiben und damit sich (und dem von Ihnen Gepflegtem) die Sachleitungen selbst versagen ist schlicht eine durch Unkenntnis vebreitete Fehlinterpretation des Gesetzes. Das liegt vor allem auch an der sachlichen Falschdarstellung des Gesetzes durch Medienberichte wie ihren. Wenn ich in meiner täglichen Arbeit so schlecht rescherchieren würde hätte ich diesen nicht mehr lange. VG Michael Beering

  • 19 Michael Beering 08.12.2022, 23:15 Uhr

    damit ist der mögliche Betrag aus der häuslichen Pflege mehr als doppelt so hoch wie der aus der stationären Pflege. Ihr Beitrag ist somit sachlich und inhaltlich falsch und mit dem anklagenden Duktus unerträglich. Der eigentliche Skandal ist, das die Begutachtung nicht auf diese Leistungen hinweist und nicht ausreichend Einrichtungen für diese Angebote verfügbar sind. Die Begutachtung stellt fest, das die Pflege "sichergestellt" ist. Das umfasst auch die Möglichkeiten der beteiligten Pflegepersonen. Die häusliche Pflege sieht den Einsatz von Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen nur als nachrangig vor, weshalb sie auch nicht in der von Ihnen geforderten Höhe vorgesehen ist. Angehörigenpflege ist nicht in der vom Gesetz geforderten Qualität möglich. Das dient dem Schutz der Angehörigen und Pflegebefürftigen.

    • Betty M. 09.12.2022, 18:33 Uhr

      Was wollen Sie aussagen? PA sind nur zu doof, um alle Gelder auszuschöpfen und eigentlich erbringen sie auch keine Qualität?

    • E. 11.12.2022, 23:25 Uhr

      Das ist ja wohl eine Frechheit! Sie wollen doch nicht im ernst behaupten das die 20 Min vorgeschriebe Zeit am Patienten qualitativ hochwertiger sind als die Stundenlange Betreuung von einem Menschen der die gewohnheiten und eigenheiten des zu Pflegenden kennt. Sich zeit nimmt, fördert und nicht nur gepland abfertigen muss. Zuhause übernehmen wir so viel mehr. Die Wäsche, das Kochen, Einkauf, behörden gänge u.s.w. ganz ohne Lohn und oft nicht mal mit Anerkennung.

  • 18 Michael Beering 08.12.2022, 23:14 Uhr

    Btr. Finanzierung häusliche Pflege: gemäß SGB XI besteht die häusliche Pflege nur in dem Fall ausschließlich aus Pflegegeld wenn: a) keine Sachleistungen nach §36 in anspruch genommen wurden. Durch diese Pflegedienstleistungen wird das Pflegegeld gemindert. b) keine teilstationäre Pflege nach §41 in anspruch genommen wird. Nach §41(3) dürfen "Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 können teilstationäre Tages- und Nachtpflege zusätzlich zu ambulanten Pflegesachleistungen, Pflegegeld oder der Kombinationsleistung nach § 38 in Anspruch nehmen, ohne dass eine Anrechnung auf diese Ansprüche erfolgt."(!) Zusammen stehen ohne (!) Entlastungsbeträge und Ersatzpflege (Kurzzeit/Verhinderungspflege) in der häuslichen Pflege die Summe aus beiden Beträgen zur Verfügung: -Pflegegrad 2: 0724 + 0689= 1413 (stationär =0770) -Pflegegrad 3: 1363 + 1298= 2661 (stationär= 1262) -Pflegegrad 4: 1693 + 1612= 3305 (stationär =1775) -Pflegegrad 5: 2095 + 1995= 4090 (stationär =2005)

    • Frank Lange 09.12.2022, 23:16 Uhr

      Einige wohltuend sachliche Hinweise und nicht das übliche Einstimmen in die Skandalisierungsrhetorik. Ich bin gespannt ob die Redaktion das aufarbeitet. Meine eigene Erfahrung mit anderen Redaktionen der ansonsten von mir stets und vehement verteidigten öffent. Rundfunkanstalten sprechen allerdings dagegen.

    • Thomas Grunwald 11.12.2022, 08:59 Uhr

      Pflegegrad 5 stehen monatlich zu Verfügung 4090 €. Wow!! Das kriegt die pflegende Person? Sie sollen ihre Tabletten wechseln. Genau darum geht's, einer verbreitet solche Fakenews und die anderen glauben dran. Wie Warheit schaut anders aus. 901 € Pflegegeld und das warst. Dazu kommt Verhinderungspflege im Jahr gerechnet ca. 2500 €, geht aber nicht an die Pflegenden sondern an Ersatzpfleger. Klar, es gibt's noch die Möglichkeit sehr viel Geld vom Steuer zu kriegen aber welche Steuer wenn die meisten nicht mal arbeiten gehen? Überdenken sie ihre kranke Logik.

    • Tim Timmo 11.12.2022, 12:33 Uhr

      Dann pflegen sie doch ihre Eltern statt sie auf Staatskosten ins Heim zu stecken. Und erzählen sie uns nach 5 Jahren ihre Erfahrungen. Ziehen sie ihrer Mutter verkotete Kleidung aus und reinigen sie ihre Mutter. Stehen sie morgens auf und kümmern sich bis zum zu Bett gehen um sie. Haben sie noch einen Arbeitsplatz? Haben sie noch eine Frau? Haben sie noch Freunde? Haben sie noch Hobbys? Das machen sie wohl nachts?

    • RG 20.12.2022, 00:05 Uhr

      Ansprüche, die auf dem Papier stehen und viel zu oft nicht umgesetzt werden können. Zb ergänzende Unterstützungsleistungen, Verhinderungspflege … alles viel zu bürokratisch, oft an Pflegedienste gekoppelt, welche das gar nicht anbieten usw. Es gibt ja noch nicht mal flächendeckend Beratung, von Unterstützung fange ich gar nicht erst an.

  • 17 Susanne Carlsen 08.12.2022, 22:47 Uhr

    Wir haben unsere Eltern über sieben Jahre gepflegt meine Mutter hatte vor fünfzehn Jahren einen schweren Schlaganfall da fing alles an. Meine Schwester war Teilzeitkraft ich Hausfrau. Wir haben meine Mutter gepflegt mit meinem Vater zusammen der aber auch schon eine neue Herzklappe bekommen hatte und sehr unter Schwindel litt. Wir meine Schwester und ich haben abwechselnd Tag und Nachtschichten gemacht. Meine Mutter kam in den Rollstuhl. Meine Mutter bekam den Pflegegrad 3. Sie sind aus ihrem Haus in eine Rollstuhl gerechte Wohnung umgezogen hatten eine Rente von 800 Euro Vater und 200 Euro Mutter sie hatten ein pflege zuschuss von ca 550 Euro im Monat. Die Wohnungsmiete allein betrug 750 Euro . Mit meinem Vater ging es auch zusehends schlechter. Wir haben dann beide mit allem was dazu gehört Haushalt ect.gepflegt. Uns wurde nicht einmal gesagt das wir für die Zeit Punkte für unsere Rente einreichen hätten können. Das ist schon sehr traurig. Mfg Susanne Carlsen

    • Anonym 11.12.2022, 17:33 Uhr

      Dann muss man sich eben einlesen und informieren. Von sich aus zahlen die Krankenkassen nichts in ihre Rentenversicherung ein.