Lebensversicherung als Ramschware: Private Altersvorsorge in Gefahr?

MONITOR vom 16.08.2018

Lebensversicherung als Ramschware: Private Altersvorsorge in Gefahr?

Bericht: Torsten Reschke, Kim Otto

Kommentare zum Thema, weiterführende Links und der Beitragstext als PDF

Georg Restle: „Und jetzt geht’s um Ihr Geld, genauer um Ihre Rente. Dass die längst nicht mehr sicher ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Auch wenn die Bundesregierung gerade alles dafür tut, um Zweifel zu zerstreuen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hatte im Juli noch beruhigt. Das Renten-Niveau bleibe stabil und der Beitragssatz auch.

Hubertus Heil: „Dazu gehört auch für die Jüngeren, dass wir den Beitrag stabilisieren. Er soll höchstens 20 Prozent bis in die Mitte der 20er Jahre betragen.“

Georg Restle: „Alles stabil? Bis in die Mitte der 20er Jahre. Was aber dann? Dann, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen? Wissenschaftler haben das jetzt für uns sehr genau nachgerechnet. Bliebe der Beitragssatz bis 2045 stabil, würde das Renten-Niveau ohne staatliche Zuschüsse deutlich sinken, auf 37,8 %. Mit anderen Worten, im Vergleich zum Einkommen bliebe dann gerade noch mal ein gutes Drittel übrig. Keine guten Aussichten. Was also tun? Private Altersvorsorge lautete jahrzehntelang das Mantra der Politik. Aber jetzt droht auch hier das böse Erwachen. Viele Versicherungskonzerne geraten nämlich immer mehr unter Druck, auch wegen der andauernden Niedrigzinsphase. Deshalb wollen mehr und mehr Versicherer ihre Lebensversicherungen jetzt abstoßen in so genannte Run-Off-Gesellschaften - zu Deutsch: Abwicklungsgesellschaften. Klingt nicht gerade vertrauenserweckend, und vielleicht ist es das auch nicht. Kim Otto und Torsten Reschke.“

Gerhard Schröder: „Wir müssen damit leben, dass wir mehr privat vorsorgen müssen.“

Angela Merkel im Bundestag: „Ihr braucht als zusätzliche Säule die private Vorsorge.“

Ursula von der Leyen: „Private Vorsorge zahlt sich in jedem Fall aus.“

Erika Rajewski hat an die Versprechen der Politik geglaubt und vor zwanzig Jahren eine private Rentenversicherung abgeschlossen - zugunsten ihres Sohnes Lutz. Damals wurden ihr 4 Prozent Zinsen garantiert, und eine satte Gewinnbeteiligung versprochen. Ihr Vertragspartner war damals die Volksfürsorge, später übernahm dann die Generali. Jetzt soll die Altersvorsorge für ihren Sohn schon wieder verkauft werden - diesmal an eine Versicherung, von der sie noch nie gehört hat. Erika Rajewski macht das Angst.

Erika Rajewski: „Was die mit den Leuten machen, finde ich unverschämt. Ich sag immer eine Versicherung, wenn die verkauft und die andere kauft‘s auf, beide wollen Gewinn haben. Und woher wird der Gewinn geholt? Von den Versicherten. Das ist meine Meinung.“

Berechtigte Sorgen? Fakt ist: Wegen der langanhaltenden Niedrigzinsphase können Lebensversicherer wie die Generali die zugesagten Renditen für langjährige Kunden nicht mehr erwirtschaften. Deshalb hat der Konzern jetzt vier Millionen hochverzinste Lebensversicherungen wie die von Erika Rajewski an eine sogenannte Run-Off-Gesellschaft verkauft. Das sind kleinere, eigenständige Firmen, die dafür da sind, Versicherungsverträge zu verwalten. Das soll kostengünstiger sein, so begründet es jedenfalls der Gesamtverband der Deutschen Versicherer.

Peter Schwark, Gesamtverband der deutschen Versicherer: „Das Geschäftsmodell beruht ja gerade darauf, die Kosten zu reduzieren im Bestandsmanagement dadurch, dass man verschiedene kleine Bestände zusammenführt und entsprechend Vorteile erwirtschaften kann daraus, dass sich die Kosten auf mehr Schultern verteilen.“

Für Generali-Kunden bedeutet das, sie werden jetzt Kunden von Viridium, einer Tochter eines britischen Finanzinvestors. Der muss zwar die gesetzlichen Vorgaben für Eigenkapital einhalten, hat aber nicht so viele Rücklagen wie die großen Versicherungen. Kein Problem, sagt Viridium auf MONITOR-Anfrage und verspricht, die Gesellschaft werde

Zitat: „…zu jedem Zeitpunkt angemessen stark kapitalisiert sein.“

Finanzexperten dagegen befürchten, dass allgemein das Risiko von Insolvenzen steigt. Sven Enger etwa. Er war Geschäftsführer und Vorstand bei mehreren Versicherungskonzernen und kennt den Markt.

Sven Enger, ehem. Versicherungsmanager: „Die deutschen Lebensversicherer lagern ihre Altbestände an Lebensversicherungen aus. Das ist ungefähr so, als wenn Sie den Schrott, den Sie besitzen, auf eine Müllkippe bringen und dort wird er dann entsprechend professionell entsorgt. Letztlich ist es so, dass sie diese neugegründeten Firmen in die Situation bringen, dass die Renditen, die versprochen wurden bzw. die Renditen, die sie erzielen, nach wie vor im Missverhältnis stehen und damit in die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz laufen.“

Ein Risiko, das immer größer werden könnte. Denn immer mehr Versicherungen lagern ihre teuren Policen aus. 2013 schon trennte sich die Skandia Leben von ihren hochverzinsten Lebensversicherungen. Es folgten weitere Gesellschaften. Aber die Generali mit 4 Millionen Verträgen, das bedeutet jetzt einen Dammbruch. Auf Anfrage verspricht die Generali:

Zitat: „Für die Kunden ändert sich nichts. Unsere Lösung der Branchen-Partnerschaft könnte daher eine Blaupause für den gesamten Markt werden.“

Gerhard Schick (B‘90/Grüne), MdB: „Die Run-Off-Gesellschaften rechnen damit, dass der Markt wächst für sie. Das heißt, dass es immer mehr Unternehmen gibt, die ihre Verträge abstoßen wollen und damit wird das ganze System natürlich instabiler, denn diese Run-Off-Gesellschaften haben häufig eine niedrigere Kapitalausstattung, das Pleite-Risiko ist da sozusagen größer.“

Die Unternehmen bestreiten das. Tatsächlich aber geht es der Branche so schlecht, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, derzeit 34 von 85 Lebensversicherern intensiv überwacht. Darunter auch neun große Anbieter. Laut Bundesfinanzministerium handelt es sich um Konzerne,

Zitat: „bei denen sich aus der jährlichen Prognoserechnung ergibt, dass sie mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten haben könnten.“

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten: „Wenn in den nächsten Jahren sich nichts ändert, die Zinsen weiter so niedrig sind, dann werden wir in fünf, sechs Jahren die ersten Unternehmen sehen, die direkt vor einer Pleite stehen. Dann geht’s nicht mehr um die Überschüsse, die sind jetzt ja schon oft gestrichen, dann geht’s um die Garantiezinsen.“

Erika Rajewski befürchtet, dass jetzt auch der Garantiezins für die Alterssicherung ihres Sohnes gefährdet sein könnte. Also die 4 Prozent, die ihr verbindlich zugesichert wurden. Sie holt sich Rat bei der Verbraucherzentrale. Dort versucht man, sie zu beruhigen. Schließlich gebe es eine von der Versicherungswirtschaft getragene Auffanggesellschaft, den so genannten Protektor. Er soll in Zahlungsnot geratene Konzerne vor dem Absturz schützen. Aber kann er das auch? Das System funktioniert so. Je nach Größe zahlen alle Versicherungen, auch die Run-Off-Gesellschaften, in den Protektor ein, um im Notfall andere Versicherer aufzufangen. Im Topf sind derzeit gut 930 Millionen Euro. Bei Bedarf müssten die Konzerne laut Gesetz noch einmal so viel nachschießen, insgesamt also rund 2 Milliarden Euro.

Sven Enger, Ehem. Versicherungsmanager: „Ich denke, dass der Protektor in der Lage sein wird, zwei bis vier Insolvenzen deutscher Lebensversicherer auszuhalten. Ich denke gleichzeitig aber, dass es wesentlich mehr geben wird, dazu braucht man sich eigentlich nur die aktuellen Zahlen anzuschauen.“

Geriete etwa Viridium ins Wanken, ginge es um rund 37 Milliarden Euro. Kämen weitere Run-Offs in Zahlungsschwierigkeiten, würde sich die Summe schnell weiter erhöhen. Zwar wäre nicht das gesamte Kapital gefährdet, aber der Protektor stieße wohl schnell an seine Grenzen. Auf Kosten der Versicherten.

Gerhard Schick (B‘90/Grüne), MdB: „Bei einer Schieflage einer Lebensversicherung, wenn die Verträge auf Protektor, auf die Sicherungseinrichtung, übertragen werden, können die garantierten Leistungen um fünf Prozent gekürzt werden, so steht das im Gesetz für Protektor. Sie können aber auch darüber hinaus noch gekürzt werden - auch das steht im Gesetz - so dass der Garantiezins dann eben nicht mehr garantiert ist, sondern dann wird gekürzt.“

Die Finanzaufsicht BaFin genehmigt die Verkäufe an Run-Off-Gesellschaften trotzdem. Ein Interview will uns die Behörde nicht geben. Schriftlich bestätigt sie aber, im Notfall sei die BaFin berechtigt…

Zitat: „(…) die Verpflichtungen aus den Versicherungen herabzusetzen. Für den Umfang der Herabsetzung gibt es keine Höchstgrenze.“ (Quelle: BaFin)

Gerhard Schick (B‘90/Grüne), MdB: „Die Finanzaufsicht prüft solche Verkäufe. Aber ich meine, das reicht nicht, es braucht neue gesetzliche Regelungen. Es kann ja nicht sein, dass die Gesellschaft einfach neue Lebensversicherungsgesellschaft betreibt und die alten Versicherungsverträge wegschiebt. Da braucht es einen stärkeren gesetzlichen Schutz der Kunden, zum Beispiel eine Zustimmungserfordernis.“

Das Bundesfinanzministerium sagt, dass man das Thema Run-Off im Auge habe. Man behalte sich vor,

Zitat: „… erforderlichenfalls gesetzliche Regeln vorzuschlagen.“

Für Erika Rajewski käme das zu spät. Sie hat die Nase voll und will ihre Police verkaufen. Statt 35.000 Euro würde sie nur 18.000 erhalten. Ein hoher Verlust, aber sie hat einfach kein Vertrauen mehr…

Erika Rajewski: „Ich meine, die Politiker, wofür haben wir die? Die sollen uns doch schützen. Aber der Versicherte ist nicht geschützt, nur die Versicherung, die ist geschützt, die können machen was sie wollen. Ne, das find ich nicht gut.“

Georg Restle: „Bloß keine Kurzschlussreaktionen. Wenn Sie nicht wissen, was Sie mit Ihrer Lebensversicherung jetzt anstellen sollen, wenden Sie sich am besten an eine Verbraucherzentrale oder lassen sich anderswo beraten.“

Stand: 17.08.2018, 13:34

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13 Kommentare

  • 13 Damokles 13.11.2018, 08:54 Uhr

    Wenn hier immer wieder die "verschuldeten" Südstaaten (Europa) genannt werden und Draghis verfehlte Zinspolitik, bitte ich zu beachten, das diese Zinssenkungen das System Lebensversicherung "am Leben" halten. Was denkt Ihr, wer die Zinsen für Eure Lebensversicherungen bezahlt ??? Da wird natürlich die Staatsanleihe (die müssen von den Lebensversicherern gekauft werden !) am höchsten verzinst, welche das höchste Risioko trägt. Ich bemühe mal meine "Glaskugel.... 1. Werden die nicht mehr einzuhaltenden Versprechnungen der Versicherungen an sog. Run - Off Firmen verkauft. 2. Die "Werte" der Papiere werden erst beliehen und zu Krediten umgewurschtelt. 3. Die Papiere werden entweder gebündelt und "geratet" von S&P, Moody´s oder sonstigen. und zum Schluß,wenn "nichts mehr Geht ", wird der § 314 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) bemüht, um den Kunden bei "schieflage" des Unternehmens, die Leistung zu verweigern !!! DAS ENTBINDET DEN Vers.Nehmer ABER NICHT VON WEITEREN ZAHLUNGEN !!!

  • 12 Defren , Rainer 04.10.2018, 19:18 Uhr

    Ich war 56 Jahre alt, als die Bank wegen des verschuldeten Hauses meine Lebensversicherungen als Deckung übernahm.. Diese waren als Altersvorsorge gedacht, da die Rente nicht ausreichend ist. Im Notfall muss also der Staat zahlen, weil die Bank die Versicherung übernahm.

  • 11 BW55 26.09.2018, 14:03 Uhr

    Insolvenzen? In 5-6 Jahren? Da passe ich voll rein. Dann ist ja auch mein eingezahltes Geld weg??? Frau Merkel stellt sich vor die Versicherungen und hält die gefährdeten auch noch geheim! Wann ist denn das Gesetz erlassen worden, dass die Versicherungen nicht mehr eins sind sondern nur noch einzelne Sparten? Nach der Finanzkrise? Damit die schlechten Versicherungen ausgelagert werden können? Allerdings denke ich nicht, dass es ein alleiniges CDU-Gesetz ist. Altersvorsorge. Ha! Da kann ich nur lachen. Die Versicherungen haben unser Geld und der Staat kommt für die Grundsicherung auf. Es wäre schön gewesen, wenn im Bericht auch Lösungen genannt werden würden.

  • 10 Schüler 18.08.2018, 11:40 Uhr

    Insolvenzen von Lebensversicherungen werden nicht die einzigen Zeichen dafür sein dass die Nullzinspraxis vom Diktator Draghi eine bisher noch nicht erlebte Weltwirtschaftskrise hervorrufen wird. Durch die Nullzinsanordnung werden nicht nur alleine die angesparten Altersversorgungen der Bürger aufgebraucht sein sondern auch die gelderwirtschaftenden Reserven der privaten Krankenversicherungen. Viele von ihnen werden insolvent werden und werden ihre Versicherungsnehmer nicht mehr betreuen können. Es werden Millionen von Bürgern nicht mehr krankenversichert sein da sie von den sogenannten Gesetzlichen Krankenversicherungen nicht aufgenommen werden. Es werden aufgrunddessen Millionen von Menschen eine Privatinsolvenz anmelden müssen und fortan von den staatlichen Sizialgeldern leben müssen. Zusätzlich zu den von unseren Politikern - vielfach entgegen der Meinung unseres Volkes - ins Land geholten Zuwanderern aus islamisch gläubigen Ländern wird auch der Staat insolvent werden.

  • 9 AK47 17.08.2018, 17:06 Uhr

    Das Thema hätte man auch etwas tiefschürfender behandeln sollen. Sowohl die gesetzliche Rente als auch die priv. Vorsorge wären einen eigenständigen Beitrag wert gewesen. So wird recht berichtet. Bei den Lebensversicherungen hätte man auch mal recherchieren können, wie sich die Rücklagen entwickeln. Hier sind auch noch genug langlaufende Anlagen mit höherer Verzinsung drin.

  • 8 Thomas Sebastian 17.08.2018, 13:25 Uhr

    Ich verstehe die Diskussion hier nicht ganz? Was haben die Kommentare mit dem Artikel zu tun? Zu den Kommentaren: Ich finde auch, dass wir als Bürger von dem Staat alleine gelassen wurden und unsere Renten verramscht wurden. Allein mein letzter Rentenbescheid. Ich musste Widerspruch einlegen weil die Berechnung geringer war als letztes Jahr bei mehr Rentenpunkten!!! Hierzu traut sich keiner was zu sagen. Zu dem Artikel Lebensversicherung als Ramschware: Hier finde ich sollten die Reporter mal gründlicher recherchieren! Wenn man sich dies auch in anderen Ländern anschaut und was jetzt neu bei uns ist. Es ergeben sich mehr Vorteile als Nachteile. Was ich gelesen habe gibt es keine Vertrieb der mehr bezahlt werden muss und die Verwaltungskosten sind geringer. Wo ist dieser Punkt? Warum werden nicht die richtigen Dinge angesprochen, sonder mit solchen Artikeln wieder abgelenkt? Für eine Stellungnahme der Redaktion wäre ich hier mal Dankbar.

  • 7 Bruno Schillinger-Safob 17.08.2018, 11:10 Uhr

    Danke! Endlich wird diese Bombe öffentlich! Wenn wir dieses Schneeballsystem vor Jahren ansprachen, sogar vorrechneten wurden wir als Spinner bezeichnet. Dabei war bereits die Einrechnung der MÖGLICHEN Gewinnbeteiligung entlarvend! Doch wieder mal wird alles ausgeklammert, die die aktuellen Politiker nicht mehr im Amt sind, sondern die eigene sichere, steuerfinanzierte Pension genießen. Der Protektor ist sicher so lächerlich wie der Einlagensicherungsfonds der Bankster. Der hält auch nur zwei mittlere Banken aus. Und sobald die Unternehmen nachschießen müssen, kommt der Dominoeffekt. Anm. Alle Politiker die für eine private Vorsorge getrommelt haben, haben eine wichtige Information unterschlagen: Minirente plus private Vorsorge plus staatliche Aufstockung IST Grundsicherung Denn mit der priv. Vorsorge bezahlt man die eigene Sozialgelder und die Versicherungsprovisionen. Außerdem, um die Grundsicherungsrente zu bekommen, müsste man 12,50 €/Std bekommen - Mindestlohn 8,80

    • Bruno Schillinger-Safob 17.08.2018, 13:58 Uhr

      Nachtrag: Bitte um Erinnerungshilfe - dazu gab es doch schon vor ca. 1 Jahr plus X (Sender?) Berichte über ausgelagerte Betriebsrenten in offshore Gebiete - die betrogenen Rentner haben zwar Klage in dem Land eingereicht, doch niemand antwortet ihnen. Das dürfte die Generalprobe, das Schnittmuster für den Verkauf der privaten Vorsorge gewesen sein. Frage: Bekommen die Kunden dann eine Rechnung? 4% Garantiezins minus 5% Kürzung macht ein Minus von 1% Anm. Vorher lief im britischen Werbefernsehen ein schöner Beitrag: Ein Vertreter düst auf dem Jetski durch die Karibik und ein altes Ehepaar sitzt auf dem Sofa und er erzählt resigniert, das er 40 Jahre vorgesorgt hatte und "he took all". Damit wird Werbung gemacht für die "Prüfen Sie, wem Sie ihr Geld anvertrauen". Vermutlich wird das in D. nie geschehen, also die Werbung - dere Betrug läuft ja schon.

  • 6 Reiner 17.08.2018, 00:33 Uhr

    Zum Glück habe ich mich nie dazu verleiten lassen, eine Lebensversicherung abzuschließen. Seit den 2000er Jahren (Agenda 2010) geht es sozial in Deutschland steil bergab. Ausnahmen sind die Bessergestellten. Hätte ich eine solche Versicherung damals abgeschlossen, würde sie heute mit Hartz IV angerechnet. Besonders wachsam bin ich, wenn die Politik und Wirtschaft etwas garantieren. Das Wort "Sicherheit" ist ein trügerischer Begriff! Diese Lebensversicherungen werden in so eine Art "Bad Bank" ausgelagert. Wenn etwas schief läuft, dann können die Versicherten ja (im Ausland) klagen - wenn sie dazu noch Zeit, Geld und Nerven haben. Die Zeiten sind vorbei, in denen man den Leuten vorgaukelt, sie sind gut versichert. Die nächste Finanzblase wird sowieso das scheinbar so sicher "gerettete" System plattmachen. Kein Politiker wird dann mehr die Öffentlichkeit beschwichtigen können. Error

  • 5 Matthias Büttner 16.08.2018, 22:21 Uhr

    mit ihren Beitrag zu Lebensversicherung als Altersvorsorge machen Sie die Bevölkerung nur verrückt. Hier geht es Ihnen doch nur um Einschaltquote, nicht um die Sache. Wenn Sie schon über Altersvorsorge sprechen, dann sollten Sie nicht nur bad news bringen, sondern auch good news. Das eigentliche Problem liegt doch beim Staat, der mit den Beiträgen aus der Deutschen Rentenversicherung nicht haushalten kann. Auf der anderen Seite gibt es Versicherer, die immer noch über 4 % lfd. Durchschnittsverzinsung am Kapitalmarkt erwirtschaften. Warum berichten Sie nicht darüber? Da können sich die Staatsdiener noch eine Scheibe abschneiden und all jene, die sich am Kapitalmarkt nicht auskennen, noch viel dazulernen. Ich hausiere doch auch nicht mit gefährlichem Halbwissen. Ein deutsches Sprichwort besagt: " Schuster bleib bei deinen Leisten! " Ein top Journalist zeichnet sich dadurch aus, dass er immer pro und contra betrachtet. Doch leider gibt es davon auch viel zu wenig.

    • AK47 17.08.2018, 17:14 Uhr

      Offensichtlich haben Sie das Umlagesystem nicht verstanden. Und offensichtlich kennen Sie nicht die Verwaltungskostenquoten bei der dt. Rentenversicherung, die nur ein Drittel der Privatwirtschaft betragen. Und den Unterschied zwischen einer klassischen Lebensversicherung und einer Fondgebundenen kennen Sie auch nicht?

  • 4 Weinberg 16.08.2018, 22:09 Uhr

    In Münster gibt es einen kompetenten Versicherungsberater der sich auf Lebensversicherungsverträge spezialisiert hat und unabhängig Verträge prüft. Kann ich nur empfehlen!

  • 3 MAX MEYER 16.08.2018, 22:08 Uhr

    Bitte besser recherchieren. Skandia hat noch nie klassische Versicherung mit Garantiezins angeboten, sondern immer fondsgebundene Lösung .