Wahlkampfthema Klimapolitik: Das Versprechen vom grünen Wachstum

MONITOR vom 09.09.2021

Wahlkampfthema Klimapolitik: Das Versprechen vom grünen Wachstum

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Bericht: Mathea Schülke, Julian Napierala, Martin Suckow, Jochen Taßler

Wahlkampfthema Klimapolitik: Das Versprechen vom grünen Wachstum Monitor 09.09.2021 10:08 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste Von Mathea Schülke, Julian Napierala, Martin Suckow, Jochen Taßler

Kommentare zum Thema, weiterführende Links und der Beitragstext als PDF

Georg Restle: "Jetzt aber erstmal rein in einen Wahlkampf, der viele längst nervt, verstört und geradezu abschreckt. Auch, weil es da um jede Menge hässlicher Nebensächlichkeiten geht und weniger um die wirklich großen Herausforderungen. Das gilt für viele Themen, aber ganz sicher und ganz besonders auch für das große Thema Klimawandel. Die jüngsten Warnungen des Weltklimarats klingen äußerst dramatisch und die Folgen sind längst weltweit sichtbar. Auch hier in Deutschland, wie man nicht nur an solchen Bildern sieht – riesige Flächen abgestorbener und abgeholzter Fichtenwälder. Hat mit dem Klimawandel nichts zu tun, behaupten die einen. Ist alles noch zu reparieren, versprechen die anderen. Wohlfühl-Wahlkampf nennt man so was: Bloß keine Verbote, bloß kein Verzicht! Könnte ja schließlich Stimmen kosten. Stattdessen grünes, klimaneutrales Wachstum, so lautet die Zauberformel. Das klingt beruhigend, tut niemandem weh. Aber geht es auch wirklich zusammen: Wirtschaftswachstum und Klimaschutz? Oder lügen wir uns da nicht alle in die eigene Tasche?"

Die Folgen der Klimakrise werden immer dramatischer. Und die Menschen sind dafür verantwortlich – vor allem in den Industrienationen. Es wird immer mehr konsumiert, mehr Energie verbraucht. Wir nehmen uns immer mehr Platz zum Arbeiten und zum Wohnen, werden immer mobiler. Höher, schneller, weiter – so funktioniert unser ganzes Wirtschaftssystem. Wachstum ist der Motor – und Treiber der Klimakrise. Dieser Zusammenhang zeigt sich schon seit Jahrzehnten. Je stärker die Wirtschaft wächst, desto mehr klimaschädliche CO2-Emissionen entstehen. Trotzdem setzen fast alle Parteien im Wahlkampf auf Wachstum, grünes und nachhaltiges Wachstum. Die Botschaft, Klimaschutz ist wichtig. Aber wir kriegen das hin, ohne unser Leben groß ändern zu müssen.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister: "Klimaschutz soll Freude machen, man soll es gerne tun, und nicht Verdruss bringen."

Die CDU zum Beispiel verspricht

Zitat: "Neuen Wohlstand – mit nachhaltigem Wachstum."

Die SPD will eine Politik, die

Zitat: "klimaneutrales Wachstum (...) ermöglicht."

Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin: "Wir haben die Technologien. Wir können das.”

Die FDP fordert

Zitat: "eine Agenda für mehr Wachstum".

Auch bei den Grünen klingt es ähnlich.

Robert Habeck (Die Grünen): "Ich rede davon, dass wir einen Wachstumsimpuls setzen, der dieses Land nach vorne bringt, dass wir so Wohlstand generieren und Klimaneutralität generieren."

Zauberformel "Grünes Wachstum". Die Idee: Durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und technologischen Fortschritt soll die Wirtschaft künftig wachsen, ohne das Klima zu zerstören. Auch viele Klimaforscher:innen halten das für möglich. Ottmar Edenhofer etwa, der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung.

Prof. Ottmar Edenhofer, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: "Es geht nicht darum, dass wir das Wirtschaftswachstum als Ganzes absenken, sondern dass wir die Bereiche des Wirtschaftswachstums unseres Wirtschaftens absenken, die Emissionen produzieren. Wir können Wirtschaftswachstum von Emissionen, vom Emissionswachstum abkoppeln. Wir können sogar die Emissionen senken und das Wirtschaftswachstum kann steigen."

Aber geht das wirklich? In Deutschland sieht es auf den ersten Blick gut aus, Die Wirtschaftsleistung ist in den letzten 20 Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig sind die CO2-Emissionen deutlich zurückgegangen. Ein Zeichen, dass es funktioniert? Nein, sagen Wachstumskritiker:innen wie der Umweltökonom Niko Paech. Er hält solche Statistiken für Augenwischerei. Grund für unsere guten Zahlen sei auch die Verlagerung klimaschädlicher Produktion ins Ausland.

Prof. Niko Paech, Umweltökonom, Universität Oldenburg: "Viele CO2-Emissionen, die dadurch verursacht werden, dass wir in Deutschland sehr, sehr viel Wohlstand haben, die fallen gar nicht in Deutschland an, sondern in Indien, in China und in anderen Ländern, da, wo nämlich die Sachen produziert werden, die wir in Deutschland verbrauchen."

Beispiel Textilindustrie: eine der klimaschädlichsten und dreckigsten Industrien überhaupt. Was in unseren Geschäften landet, wird zu 90 Prozent in Ländern wie China oder Bangladesch hergestellt. Die Emissionen fallen dort an. So ist das auch bei anderen klimaschädlichen Industrien. Mehr als die Hälfte des weltweiten Stahls etwa kommt inzwischen aus China. All das führt dazu, dass die Emissionen weltweit weiter steigen – trotz aller Bemühungen um mehr Klimaschutz.

2018 zum Beispiel wurden weltweit zwar 0,7 Gigatonnen CO2 durch mehr Effizienz und Erneuerbare Energien gespart. Gleichzeitig wurden durch Wachstum aber 1,3 Gigatonnen CO2 mehr ausgestoßen – fast doppelt so viel.

Nur wenn sich die Menschheit wirklich vollständig von klimaschädlicher Produktion verabschiedet, könnte der Traum vom "grünen Wachstum" wahr werden, sagen Kritiker:innen. Ob das Ziel überhaupt erreicht werden kann, ist umstritten. Selbst in Deutschland ist der Weg noch weit. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien stockt. Derzeit beträgt ihr Anteil am gesamten deutschen Energieverbrauch gerade mal 19,3 Prozent. Wenn wir ausbauen wie bisher, wird es noch rund 75 Jahre dauern, bis der Bedarf klimaneutral gedeckt werden kann.

Der Soziologe und Klimafolgenforscher Harald Welzer glaubt nicht, dass es in absehbarer Zeit gelingen kann, die Emissionen weltweit wirklich auf null zu setzen.

Prof. Harald Welzer, Soziologe: "Selbst wenn wir zu Emissionsreduktionen kommen würden, sprechen wir von Emissionsreduktionen. Wir sprechen nicht davon, dass die Emissionen aufhören oder auf null gehen. Nur das, was das Klima schädigt, was die Temperatursteigerung antreibt, wird ein wenig reduziert. Aber der Prozess als solcher geht weiter."

Und es ist gerade das viel beschworene Wachstum, das den Prozess weiter verlangsamt. Vereinfacht und schematisch dargestellt argumentieren Wachstumskritiker so: Der klimaneutrale Anteil der Weltwirtschaft wird durch ökologischen Umbau im Lauf der Zeit größer, bis er – theoretisch – bei hundert Prozent liegt. Wächst die Wirtschaft, dauert es länger, bis dieser Punkt erreicht wird – wenn er erreicht wird.

Wir verlieren also Zeit, die wir nicht haben. Im aktuellen Klimabericht hat der Weltklimarat deutlich gesagt, dass wir sehr schnell handeln müssen. Und inzwischen sagen die Forschenden auch, dass Wachstum nicht die Lösung, sondern ein Problem sein könnte. Und sie warnen davor, sich zu sehr auf neue Technologien zu verlassen. Im kürzlich von "Scientist Rebellion" geleakten dritten Teil des Klimaberichts heißt es,

Zitat: "der weltweite, technologische Wandel ist derzeit unzureichend, um die Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen."

Kritiker:innen sagen deshalb: Wir müssen uns von dem Glauben an grünes Wachstum erstmal verabschieden – wenn wir die internationalen Klimaziele erreichen wollen.

Prof. Harald Welzer, Soziologe: "Es gibt so wenig ein grünes Wachstum wie es ein lila gestreiftes oder rosa gepunktetes Wachstum gibt. Auch erneuerbare Energien brauchen Rohstoffe, brauchen Material, brauchen Ersatz, wenn ihre Lebensdauer abgelaufen ist. Das ist so etwas wie magisches Denken oder ein moderner, religiöser Irrglaube, dass man das hinkriegen könnte."

Prof. Niko Paech, Umweltökonom, Universität Oldenburg: "Keine Maschine auf diesem Planeten kommt ohne ökologische Schäden aus, auch nicht Windturbinen und Solaranlagen. Deswegen gibt es ein Dilemma. Eine wachsende Wirtschaft kann nicht klima- oder ökologiefreundlich sein und eine ökologie- und klimafreundliche Wirtschaft kann nicht wachsen."

Müssen wir also aufhören zu wachsen, um den Planeten zu retten? Der Klima- und Nachhaltigkeitsforscher Mark Lawrence sagt, zumindest in reichen Ländern müssten wir wieder lernen, uns zu beschränken.

Mark Lawrence, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung: "Sie kennen natürlich den berühmten Spruch: less is more, weniger ist mehr. Wir brauchen einen gewissen Grad an Besitz, um glücklich zu sein. Das ist klar gezeigt worden. Aber über einen gewissen Lebensstandard hinaus ist ein Wachstum an Besitz nicht mit dem Zufriedenheitsgrad im Leben korreliert. Das haben viele Studien gezeigt."

Und was heißt eigentlich "weniger" in einer Überflussgesellschaft? Wie viel brauchen wir wirklich? In einem Land, in dem jedes Jahr rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden. In dem rund zwei Milliarden klimaschädlich produzierte Kleidungsstücke selten oder nie getragen werden. Und in dem jedes vierte, neu zugelassene Auto inzwischen ein großer, energiefressender SUV ist. Müsste Politik, die die Klimakrise ernst nimmt, nicht zumindest eine Debatte darüber führen? Über unseren Konsum, über Wachstum und die Frage der Alternativen? Es wäre eine schwierige Debatte, mit der man im Wahlkampf kaum punkten kann.

Prof. Niko Paech, Umweltökonom, Universität Oldenburg: "Die Mehrheit der Menschen in den meisten Gesellschaften ist noch nicht bereit, ein Leben zu führen, das vereinbar ist mit hinreichendem Klimaschutz. Also üben sich die politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger darin, Klimaschutzsymbole in die Landschaft zu setzen. Dann werden sie erstens wiedergewählt, weil sie das Wohlstandsmodell nicht angreifen. Zweitens haben sie ein ruhiges Gewissen und können sogar Erfolge verweisen, und drittens haben auch die Wählerinnen und Wähler ein ruhiges Gewissen, weil sie auf die erneuerbaren Energieträger und andere technische Innovationen verweisen."

Die globale Erwärmung hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Der Glaube an ein grünes Wachstum mag uns beruhigen. Die Klimakrise aufhalten wird er kaum.

Stand: 09.09.2021, 22:15

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17 Kommentare

  • 17 Klas 10.09.2021, 18:45 Uhr

    Das Gendern ist echt unerträglich! Was soll das? Das macht den ganzen guten Bericht kaputt!

  • 16 Birgitt Kruse 10.09.2021, 13:34 Uhr

    Aber das Märchen vom "grünen" Wachstum sollten uns die Politiker nicht länger erzählen. Das gefährdet den Kampf gegen die Klimaerhitzung und gegen das Artensterben! Siehe dazu u.a.: Bruno Kern, Das Märchen vom grünen Wachstum - Plädoyer für eine solidarische und nachhaltige Gesellschaft!

  • 15 Jürgen Kruse 10.09.2021, 13:30 Uhr

    Wir brauchen eine Postwachstumsgesellschaft mit einer Gemeinwohl-Ökonomie! Programmatisch ist da "Die Linke" mit dem sozial-ökologischen Wandel noch am nächsten dran!

  • 14 Berti 10.09.2021, 12:16 Uhr

    Kritik an Grüne weil sie nicht radikal genug die Wähler ärmer machen? Das trotz Mitwirkung der Grünen an Schröders besten Niedriglohnsektor? Darauf wäre ich nicht gekommen. Ich wüsste auch nicht wen ich wählen sollte wenn mir die Grünen nicht radikal genug wären. Was das ganze so abstoßend macht ist die Argumentation mit den vollen Einkaufstaschen, die man im besten Niedriglohnsektor oder als Harz4er bestimmt nicht mehr hat. Die reichsten Wähler haben FDP und Grüne. Den Wählern der FDP geht das Ganze bestimmt am hinteren Körperteil vorbei aber irgendwo haben auch die Wähler der Grünen ihren Grenzen einen noch radikaleren Kurs mitzumachen. Beim letzten Deutschland-Trend sind die Grünen eingebrochen. Noch stärker ist die Union abgestürzt; es war bestimmt keine gute Idee dem Medienhype Klima nachzulaufen denn eigentlich erwarten diese Wähler Wohlstand im Wirtschaftswachstum.

  • 13 OberstMeyer 10.09.2021, 09:52 Uhr

    Bemerkenswerte und nicht unbedingt zu erwartende Einsicht in die Ursachen der Klimaproblematik. Das Wachstum des Wirtschaftssystems wird in Mainstreammedien selten ausgemacht. Bravo. Aber das geht noch tiefer. Wachstum ist eine unabdingbare Folge von Warenproduktion und Kapitalismus, da dessen Bewegungsgesetz der Wert ist, der den Wachstumszwang erzeugt. Und es wäre angebracht, über Alternativen zur Warenproduktion zu diskutieren. Das wäre ein Novum und zugleich die einzige Möglichkeit, dem Verbrauchskreislauf von Ressourcen zu entkommen. Meldet Euch, ich kenne die Fachleute dafür.

  • 12 Johannes Stein 10.09.2021, 01:23 Uhr

    Laut Sonntagsfrage sind 7% für Frieden, Demokratie, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Die Mehrheit wählt Kapitalismus (Ausbeutung und Raubbau).

  • 11 Aga Bellwald 09.09.2021, 23:30 Uhr

    Wäre etwas Verzicht tatsächlich so schlimm? Weniger Materialschlacht bedeutet ein erfüllteres und sinnvolleres Leben, weniger kaputte, ausgebrannte Menschen, eine intakte Mitwelt und sicher auch einen respektvolleren und weniger aggressiven Umgang untereinander in der Gesellschaft. Wachstumsstopp bedeutet nicht Stillstand, sondern die Möglichkeit, sich auf wahre immaterielle Werte zu besinnen, denn der Mensch ist MEHR wert als sein Mehrwert. 🙏

  • 10 Annette 09.09.2021, 23:11 Uhr

    DANKE für diesen Beitrag! Aktuell überschlagen sich einige Ministerpräsident*innen, wer die meisten Windräder ausgerechnet m WALD bauen wird. Denn NUR Windräder sorgen ja angeblich, so das konsequente Framing dafür, dass wir unsere Klimaziele erreichen. Wenn wir aber die akt. Klima- wie auch Biodiversitätskrise (!) nicht endlich wirklich ernsthaft und mindestens so umfassend angehen, wie Sie diesen Bericht, werden wir am Ende nichts erreichen. Im Gegenteil - wir dringen so auch noch in die Reste unserer wertvollen Natur- und so wichtigen Schutz- und Lebensräume vor, im Wald auch noch in unseren Trinkwasserspeicher Nr.1. Nach meiner Erfahrung fehlt schlicht das WISSEN über ökologische (Wald-) Zusammenhänge. Und was man nicht weiß, wird nicht bedacht. Hört auch auf DIESE Wissenschaft! P.S: Eine kleine Korrektur zum Video: bei dem angegebenen Prozentanteil der Windkraft handelt es sich um den Anteil am derzeitigen STROMverbrauch, nicht am knapp 5x höheren (Gesamt-)Energieverbrauch.

  • 9 September 09.09.2021, 22:41 Uhr

    Hätte gern länger zugehört, schaltete aber beim unerträglichen Gendern ab. Es klingt einfach schlimm und peinlich, ist falsches, belehrendes und ideologisches Deutsch. Schade, so wird man seine eigentlichen Befürworter los.

    • Johannes Bach 09.09.2021, 22:53 Uhr

      Sorry - was für ein einfältiges Argument angesichts dieses brennenden Themas!!

    • Freier Kurde 10.09.2021, 00:38 Uhr

      Gendern kann nie falsch sein , Konservativismus schon . Wie ja auch im Bericht zum Ausdruck kam . Warum dann aber gerade Windenergie das Problem ist leuchtet mir garnicht ein das war eine Steilvorgabe für wen auch immer Datteln wird sich gefreut haben. Mal Fragen was die Bewohner der Dörfer davon denken die bald den Boden unter den Füßen verlieren also die Aussage war absolut daneben . was das sollte wird mir ein Rätsel bleiben. Abgesehen davon das fast Hunderttausend Menschen ihre n Arbeitsplatz verloren haben in der Windindustrie . Dank Laschet und der sagenhaften Herrn Lindner FDP was für . . Also Datteln ist hier das Desaster , denn es gibt noch mehr als nur Greenbadsching . Diese Aussage war doch sch.... Möchte betonen verstanden habe ich den Bericht schon ,nur leben müssen wir auch . Fragt sich nur wer hier die Wertschöpfungskette zu seinen Gunsten Nutzt RWE wird sich freuen und Lobbyarbeit von Seiten Monitors , erscheint mir echt absurd . Ich bin entsetzt

    • Karin Ufer 10.09.2021, 02:36 Uhr

      Hallo September - geschlechtsneutral, wenn wir bei Nebenthemen hängen bleiben und die wesentliche, überlebenswichtige Debatte abschalten, verhalten wir uns wie die Politiker, die von ihrem eigenen Versagen ablenken durch Stellvertreterdebatten, die völlig an den Bedarfen vorbeigehen. Zumindest an den Bedarfen der Allgemeinheit. Mein Vorschlag: besser sich an das neue Gendern gewöhnen, es hat ja auch was für sich, mal alles weiblich zu benennen, was in unseren Köpfen männlich besetzt ist.

    • Weisker 10.09.2021, 09:03 Uhr

      Wer sich daran stört, dem geht es eh nicht um die Sache.

    • Berti 10.09.2021, 11:57 Uhr

      Gendern nervt wirklich. Wer glaubt so die Welt besser zumachen stimmt zu, alle anderen sind schon unabhängig vom Thema auf Ablehnungskurs aber das ist nicht das einzige Mittel um die Gesellschaft zu spalten.

  • 8 Frederik Wurst 09.09.2021, 22:33 Uhr

    Warum geht Monitor nicht an die Systemfrage? Kapitalismus und Umweltschutz ist ein Widerspruch in sich. Kapitalismus ohne Wachstum geht nicht.

    • Johannes Bach 09.09.2021, 22:55 Uhr

      Planwirtschaft und Umweltschutz - das hatte in der DDR ja hervorragend funktioniert.

    • Aga Bellwald 09.09.2021, 23:14 Uhr

      Stimmt, aber beim genauen Hinhören dringt diese berechtigte Kritik an der kapitalistischen Produktionsweise und dem damit verbundenen, bis ins Unendliche reichende, zerstörerische Wachstum durchaus durch. Der alte Marx hatte schon seinerzeit sehr gut darauf hingewiesen, wohin uns dieser Irrsinn letztlich führt. Weltweit wird er immer sichtbarer. Zeit, sich davon zu trennen und sich eine neue Art des Wirtschaftens auszudenken. Noch bevor uns alles um die Ohren fliegt. Es gibt ein Leben nach dem Kapitalismus.

    • Neumann 10.09.2021, 09:26 Uhr

      Sie bzw. wir alle müssen nicht mit wachsen. Führen Sie einfach ein bescheidenes Leben ohne Auto, PC usw, dafür evtl ein Schrebergarten ? Nur zu.

    • Berti 10.09.2021, 11:49 Uhr

      Folgt man dem Gedanken ist man bei einer Öko-Diktatur und eine Sozialistische Öko-Diktatur klingt nicht besser. Raum für demokratische Wahl bleibt dann ja nicht mehr bei der Einengung. Da bleibe ich doch lieber beim System freiheitlich Demokratische Grundordnung in einer Sozialen Marktwirtschaft. Nur blöd, dass Schröder unter Mitwirkung der Grünen das Soziale aus der Marktwirtschaft gestrichen hat.

  • 7 Gerald Wilfried 09.09.2021, 22:06 Uhr

    Welch ein Gejammer in der freiheitlich demokratischen BR. Dieses kapitalistische „Produkt“ BR suggeriert doch eifriger denn je , seit Anschluß Mitteldeutschlands auch hier, dass NUR sie in Wirtschaft, Politik und Umwelt Alles, aber auch alles besser und klüger im Griff hätte. Also, wer da noch solche Vereine von Schwarz bis Grün diese alle Disaster mit einem Wahlkreuz kürt, dem ist tatsächlich nicht zu helfen. Aufwachen…..