Kampf gegen Corona: Wie fit ist unser Gesundheitssystem?

MONITOR vom 12.03.2020

Kampf gegen Corona: Wie fit ist unser Gesundheitssystem?

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Bericht: Julia Regis, Herbert Kordes, Lutz Polanz, Katja Jung

Kampf gegen das Coronavirus: Wie fit ist unser Gesundheitssystem? Monitor 12.03.2020 10:26 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste Von Julia Regis, Herbert Kordes, Lutz Polanz, Katja Jung

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Georg Restle: „Das Kreiskrankenhaus im bayerischen Weilheim, Chefarzt Andreas Knez auf dem Weg in die Intensivstation. Letzte Woche wurde hier ein Corona-Patient eingeliefert und brachte die Klinik gleich an die Grenze ihrer Belastbarkeit.“

Prof Andreas Knez, Chefarzt Klinik Weilheim: „Es ist eine 1:1-Pflege, über 24 Stunden. Und das bedeutet natürlich Bindung von Pflegepersonal und damit sind unsere Ressourcen, einen zweiten Patienten noch aufzunehmen, erschöpft. Das können wir im Moment nicht mehr leisten.“

Georg Restle: „Nur ein Einzelfall? Wie steht es um die Versorgungssicherheit in deutschen Kliniken in Zeiten von Corona? Guten Abend und willkommen bei Monitor. Vor einer halben Stunde ist die Pressekonferenz mit der Bundeskanzlerin zu Ende gegangen und es klang nicht unbedingt beruhigend, was die Kanzlerin da sagte.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin: „Wir haben es – und das zeigen die neuesten Zahlen – mit einem sogenannten dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun. Das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an. Und deshalb ist heute noch einmal in schärferer Form als das in den vergangenen Tagen notwendig war, gesagt worden, dass wo immer es möglich ist, auf Sozialkontakte verzichtet werden soll.“

Georg Restle: „Ja, natürlich kann niemand heute ganz genau vorhersagen, was da noch alles auf uns zukommt, auch wir Journalisten nicht. Und selbst die Zahlen, die heute vorliegen, sind mit großen Fragezeichen versehen. Wie hoch ist die Dunkelziffer? Wie viele sind tatsächlich infiziert und wie tödlich ist das Virus? Alles Fragen, die selbst Virologen nicht widerspruchsfrei beantworten können. Und das gilt auch – und ganz zentral – für die Frage, ob unser Gesundheitssystem wirklich fit genug ist, um diese Herausforderung zu meistern. Da gilt seit vielen Jahren nämlich vor allem ein Prinzip – maximaler Profit. Und genau das könnte jetzt zum Problem werden."

Flughafen Köln-Bonn, 29. Februar: Eine Verkehrsmaschine aus Teheran landet. Zu dieser Zeit gehört der Iran bereits zu den Ländern, in denen sich das neuartige Corona-Virus rasant ausbreitet. An Bord Kaveh Schmitz aus Köln, seine Frau und ihr kleiner Sohn. Sie waren besorgt, erzählt uns der 38-Jährige später zu Hause.

Kaveh Schmitz: „Ich war erkältet. Mein Sohn hatte auch ständig Husten, hatte auch zwei Tage Fieber.“

Sie sind sich sicher, am Flughafen in Deutschland würden sie abgefangen und getestet. Doch es gibt keine Kontrollen, keine Ärzte. Die Familie verordnet sich daraufhin vorsichtshalber selbst Quarantäne. Kaveh Schmitz telefoniert mit seinem Hausarzt, dem Gesundheitsamt, der Uniklinik, sogar dem Bundesgesundheitsministerium. Er will wissen, was zu tun ist, will sich und seine Familie testen lassen. Ohne Erfolg.

Kaveh Schmitz: „Das Gesundheitsamt habe ich gefragt, ob ich … ob wir getestet werden können. Dann hat der nette Herr nochmal vorgelesen, in welchen Fällen man getestet wird: wenn man aus einem Risikogebiet kommt. Und ich dachte, Bingo, jetzt sind wir halt aus einem Risikogebiet, und wenn man Symptome zeigt. Ich dachte, okay, das kann man jetzt interpretieren, aber wir haben auch Symptome. Ich wusste nicht … wüsste nicht, wen man sonst testet, wenn nicht uns.“

Sein Fall steht beispielhaft für viele, in denen Menschen mit Corona-Symptomen von einer Stelle zur nächsten geschickt werden – ohne echte Hilfe zu finden. Eschweiler bei Aachen. Hier werden Menschen mit Corona-Verdacht zentral getestet. Die Städteregion Aachen hat das Zentrum eingerichtet, um Kliniken und Hausarztpraxen zu entlasten. Der zuständige Gesundheitsdezernent, Michael Ziemons, ist auf viele Hausärzte in seiner Gegend allerdings gerade nicht gut zu sprechen.

Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent StädteRegion Aachen: „Wir stellen hier fest, dass deutlich zu viele Arztpraxen sich zu wenig oder zu spät auf eine solche Situation vorbereitet haben. Es gibt eine Broschüre „Risikomanagement für Arztpraxen“ von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die ist hervorragend und beschreibt ganz genau, dass eben den niedergelassenen Ärzten in der Erstversorgung eine zentrale Rolle zukommt. Leider haben zu wenig Ärzte diese Broschüre auch wirklich ernst genommen.“

Ziemons meint diese Broschüre zur Influenzabekämpfung von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung – KBV. Patienten – heißt es darin – sollten möglichst lange ambulant versorgt werden.

Zitat: „Den Arztpraxen (…) kommt daher in der Pandemieplanung eine wesentliche Rolle zu.”

Sie sollten etwa, Händedesinfektionsmittel, Flächen- und Instrumentendesinfektionsmittel und Atemschutzmasken bevorraten. Die Broschüre empfiehlt außerdem:

Zitat: „Um Versorgungsengpässen im Falle einer Pandemie vorzubeugen, ist es sinnvoll, die beschriebenen Produkte bereits in der interpandemischen Phase zu beschaffen und vorzuhalten.“

Wir fragen bei den Autoren der Broschüre – also Bundesärztekammer und KBV – warum sich die Ärzte offenbar nicht an deren Empfehlung halten? Jetzt heißt es, man bevorrate in gewissem Rahmen – aber grundsätzlich sei die Pandemievorsorge eine staatliche Aufgabe. Das Bundesgesundheitsministerium wiederum sagt uns, die Bevorratung sei Sache der Länder. Und mehrere Länder verweisen uns auf die Arbeitgeber, also auch wieder die Ärzte. Dabei haben Wissenschaftler unter Federführung des Robert-Koch-Instituts schon Ende 2012 eine Risikoanalyse vorgelegt, in der klar gesagt wurde, was im Pandemiefall gebraucht wird. Die Wissenschaftler entwarfen ein Szenario, dessen Grundannahmen teils erstaunlich präzise die aktuellen Gegebenheiten beschreiben, etwa beim Weg des Virus:

Zitat: „Das Ereignis beginnt (…) in Asien“,

schreiben sie, kurz später

Zitat: „tritt der erste identifizierte (…) Fall in Deutschland auf.“

Neben Quarantäne – sei hauptsächlich der Einsatz von „Schutzmasken, Schutzbrillen und Handschuhen“ nötig. Die Wissenschaftler prognostizieren entstehende Engpässe in der Versorgung. Vor allem bei Arzneimitteln, persönlichen Schutzausrüstungen oder Desinfektionsmitteln. Alles lag auf dem Tisch. Trotzdem fehlen die Sachen heute. Für den Gesundheitsökonomen Bernd Mühlbauer wenig überraschend.

Prof. Bernd Mühlbauer, Gesundheitsökonom, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen: „Wir haben das Gesundheitswesen auf Effizienz hin organisiert. Jeder Arzt könnte sich ein entsprechendes Lager frühzeitig anlegen. Das … die Regierung, die Landesregierung könnte das tun. Wir wären alle in der Lage, aber man hat eben unter dem Wirtschaftlichkeitsgebot und unter diesem, diesem Versuch, die Kosten jeweils so gering wie möglich zu halten … hat man sich eben dieses Prinzip überlegt.”

Wir sind am Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf. Die Ärzte hier hatten bislang noch keine Corona-Patienten – aber – sie seien vorbereitet.

Prof. Carsten Büning, Chefarzt Krankenhaus Waldfriede, Berlin: „Wir befinden uns hier bei uns auf der Intensivstation und das ist so ein klassisches Bett, wo wir zum Beispiel einen Patienten mit einer schweren Corona-Infektion, mit einer Corona-Pneumonie dann behandeln würden.“

Prof. Carsten Büning ist Chef der Inneren Abteilung und noch relativ entspannt – auch und vor allem, was seine Personalsituation angeht.

Prof. Carsten Büning, Chefarzt Krankenhaus Waldfriede, Berlin: „Wir haben bei uns den großen Vorteil im Krankenhaus, dass wir eine eigene Pflegeschule haben, eine Akademie, wo wir es schaffen, in jedem Jahr nicht nur gute Mitarbeiter auszubilden, sondern sie auch für unser Haus zu gewinnen.”

Eine relativ komfortable Situation – aber nicht die Regel. Privatisierungen und Einsparungen führen vor allem beim Pflegepersonal regelmäßig zu Ärger. Schlecht bezahlt, überlastet – viele sind frustriert. Folge: In Deutschland fehlen insgesamt rund 17.000 Pflegekräfte – auch in der Intensivpflege. Auf den bei Corona wichtigen Intensivstationen herrscht nämlich zunehmend Fachkräftemangel. Fehlten 2011 hier noch rund 1.200, waren es 2016 schon 3.150. Im vergangenen Jahr fehlten in Deutschland sogar rund 4.700 Intensivpflegekräfte.

Prof. Bernd Mühlbauer, Gesundheitsökonom, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen: „Die Intensivbetten in Deutschland sind derzeit bei ca. 88 Prozent ausgelastet. Das Intensivpersonal ist knapp. Und vor dem Hintergrund liegen jetzt auch in diesen Betten entsprechende Patienten, Herzinfarktpatienten und so weiter, je nach Fachdisziplin oder nach Krankheitsart und müssen auch derzeit versorgt werden. Wenn jetzt plötzlich eine große Zahl von Corona-Patienten auftritt, wo sollen die denn hin in den bestehenden Kapazitäten?“

28.000 Intensivbetten stehen in den deutschen Krankenhäusern. Nach einer Umfrage von WDR und NDR unter den deutschen Unikliniken waren Anfang der Woche in Leipzig und Hamburg etwa zwei Drittel der Beatmungsplätze frei. In Greifswald dagegen nur noch fünf Prozent, in Augsburg war kein Beatmungsplatz mehr frei. In dieser Klinik in Oberbayern hat man gerade erlebt, was ein schwerer Corona-Fall für den Betrieb bedeuten kann: Hier wird Ende vergangener Woche ein 80-jähriger Mann eingeliefert. Er hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Sein Zustand verschlechtert sich zusehends, die Ärzte kämpfen um sein Leben. Ein einziger Corona-Patient, der die Klinik aber an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringt.

Prof. Andreas Knez, Chefarzt Klinik Weilheim: „Das ist eine 1:1-Pflege, über 24 Stunden. Und das bedeutet natürlich Bindung von Pflegepersonal und damit sind unsere Ressourcen, einen zweiten Patienten noch aufzunehmen, erschöpft. Das können wir im Moment nicht mehr leisten.“

Der Bundesgesundheitsminister hat mehrfach betont, dass Deutschland gut auf die Corona-Krise vorbereitet sei – doch das Virus legt die Schwächen im Gesundheitssystem offen. Vor allem, zu wenig Daseinsvorsorge, zu viel Profitorientierung.

Prof. Bernd Mühlbauer, Gesundheitsökonom, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen: „Wir müssen unser Versorgungssystem im Gesundheitswesen noch mal ganz neu denken. Der Weg, ein Gesundheitswesen ausschließlich in Richtung Effizienz zu organisieren und dabei die Wirtschaftlichkeit sehr einseitig zu interpretieren und lediglich Druck auszuüben in Richtung Kostenminimierung führt zu der derzeitigen Situation, die uns in einem Fall auftretender Infektionen, Pandemien, Epidemien auf jeden Fall immer wieder vor die gleichen Versorgungsschwierigkeiten stellen wird.“

Kaveh Schmitz und seine Familie haben sich schließlich von einer befreundeten Ärztin testen lassen. Ergebnis: negativ. Es war eine schlichte Erkältung.

Stand: 12.03.2020, 22:30

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31 Kommentare

  • 31 Michaela M. 28.03.2020, 00:03 Uhr

    Corona-Der Feind wieder aus dem Osten. Gleichwohl auch nach Überwindung von Corona gibt’s ewige Verlierer und ewigen Gewinnler.Im Kapitalismus Thema Gesundheitswesen seit jeher ungeliebtes,weil nicht beherrschbares Beiwerk in der Jagd um Profite und Ausbeutung wo nur geht.Corona macht diesmal allerdings auch vor dem Eingemachten der Profitgierer und Reichenprotzer nicht halt.Alle schon immer nicht lebensnotwendigen Randerscheinungen des Systems jammern wegen entgangener „Einnahmen am lautesten.Kommerzsportliga stöhnt wegen leerer Arenen und Konzerne wegen Nichtabsatz ihres diversen Produktmülls und „verlangen“ finanziellen Ausgleich.Nun sind alle Regime gezwungen,stets unterdrückte Maßnahmen widerwillig doch in die Wege zu leiten.Gleichzeitig besteht die Gefahr,dass sie sich damit im Nachhinein ihre Herrschaft weiter bestätigen werden und einer Opposition um so härter jegliche Berechtigung absprechen.Solidarität 1990 mit dem bösen „Osten“schon mal überwunden worden. Kommt wieder.

  • 30 Miriam 22.03.2020, 12:21 Uhr

    Des einen Leid, des anderen Brot! Welcher wirtschaftliche Zweig macht sein „großes Geschäft“ durch das Leid der Menschen wegen der Corona-Krise? Die journalistischen Medien. Es wird sich denkbar eine „Goldene Nase“ verdient. Hier werden die in den vergangen Jahren rückläufige Einnahmen (wahrscheinlich begründet auch wegen der vielfach meinungsmachenden, einseitigen ideologisch ausgerichteten Berichterstattungen) ausgeglichen.

    • Micha 29.03.2020, 15:44 Uhr

      Simmt. Die(Wach) Hunde sind an der Kette. Da muss man nicht raus in den Regen..... Die Corona- Panik- Berichterstattung, sprengt den Rahmen des erträglichen.

  • 29 Berlin, P. 21.03.2020, 13:23 Uhr

    Ein sehr großer Fehler Betreff Corona war es öffentlich zu verbreiten dass jüngere Menschen von dieser Pandemie kaum betroffen sind. Viele jüngere Menschen verhalten sich provozierend auffällig. Es ist deutlich zu erkennen dass Menschen mittleren Alters und ältere Menschen sich wegen der Ansteckungsgefahr diszipliniert verhalten und viele jüngere Menschen machen sich scheinbar einen Spaß daraus ältere Menschen zu provozieren. Sie "tanzen" um einen herum als wären sie Gockel in einem Hühnerstall; so nach der selbstverliebten Idee: "Ätsch, mir kann ja nichts geschehen, ich bin ja ein junger Mensch". Es reiht sich ein in der hässlichen, Menschen verachtende Aussage eines ARD-Journalisten welcher in seiner Dummheit öffentlich behauptet dass es ja nur gerecht und gut wäre dass Betreff Corona fast ausschließlich nur ältere Menschen sterben. Die älteren Menschen hätte die Welt ja Betreff Umwelt "die Welt an die Wand gefahren", gleich dass hässliche Hetzlied eines ARD-Journalisten gegen Omas.

  • 26 Claudia Mrosek 18.03.2020, 07:57 Uhr

    Diesen Beiteag hatte ich auf meiner Facebook-Seite geteilt. Facebook hat ihn mit der Behauptung, er verstoße gegen die FB-Gemeinschaftsstandards, 'unsichtbar' gemacht. Das ist für mich eine höchst erschreckende Form der Zensur. Ich denke, Sie sollten von diesem Vorgang wissen.

    • MONITOR 19.03.2020, 14:15 Uhr

      Danke für Ihren Hinweis! Es gab offenbar einen technischen Fehler bei Facebook, der dazu geführt hat, dass Beiträge zu Corona als Spam eingestuft wurden. Das haben diverse Medien berichtet. Laut Aussage von Facebook ist das Problem aber mittlerweile behoben und die betroffenen Beiträge sollten wiederhergestellt sein. Sollte es weiterhin zu Problemen kommen, bitten wir um Rückmeldung.

  • 24 A.R. 15.03.2020, 16:34 Uhr

    Danke für diesenArtikel :) Wir brauchen ein Gesundheitswesen für Menschen und nicht für Profite. Der Artikel zeigt deutlich, dass medizinisches Fachpersonal nötig ist, damit das System funktioniert. Der Zeitpunkt zum Umdenken ist jetzt. Bitte weiter so.

  • 23 Anonymus 15.03.2020, 12:30 Uhr

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  • 22 Anonym 14.03.2020, 18:30 Uhr

    Ich mache mir wegen der Situation sehr viele sorgen. Und dann muss ich mir anhören, wie ein Chefarzt aus Weilheim mit einem Intensivpatienten schon überlastet ist. Sollte ein Arzt nicht mehr Ruhe und Zuversicht ausstrahlen? Dann wird noch darüber berichtet, dass es nicht genug Schutzmasken gibt obwohl einige Herren schon vor Monaten gewarnt hatten. Das hilft mir nicht meine Angst zu verringern. Viel mehr frage ich mich, warum Monitor nicht Unternehmen findet, die ihre Produktion kurzfristig auf Schutzmasken und Schutzkleidung umstellen könnten. Für eine Industrienation wie Deutschland kann es ja auch nicht so schwer sein, einfache Beatmungsgeräte herzustellen. Besser die als zu wenig davon. Vor Jahren habe ich mal gelesen, dass das Krankenhaus Großhadern in München halb leer steht, da es hier für Krisenzeiten Zusatzkapazitäten gibt. Darüber wüsste ich auch gerne mehr. Wir brauchen jetzt Informationen, wie wir die Sache meistern, kein Nachtarocken alter Berichte.

    • Bruno Schillinger-Safob 15.03.2020, 18:12 Uhr

      Wieso soll Monitor eigentlich Unternehmen finden, die Schutzausrüstung verkaufen oder darauf umstellen? Garantiert hat jedes Unetrnehmen in diesere Branche ihre Produktion hochgefahrfen - denn Corona ist dür die nun das, was für andere das Weihnachtsgeschäft ist. Samstag hat der NRW Gesundheitsminister Lau(irgendwas) verkündet, das er 1. Million Masken aufgetrieben hat, doch von welchen Unternehmen wollte er nicht sagen. Was für ein Egoist! Jeder denkende Mensch mit der staatlichen Zahlungsfähigkeit im Hintergrund hätte doch ALLES aufgekauft und dann auch an andere Bundesländer zum Einkaufspreis abgegeben. Doch so sind sie halt die Länderfürsten!

  • 20 Thomas 14.03.2020, 11:22 Uhr

    Keine Quarantäne für Pflegekräfte? Super! Ich komme mir vor, wie eine Bank! Endlich sind wir mal Systemrelevant!

  • 19 Georg Quednow 14.03.2020, 08:44 Uhr

    Seit langer Zeit frage ich mich und habe dazu z. B. Leserbriefe in Zeitungen veröffentlicht, warum im Gesundheitswesen der Profit über die Menschenwürde gestellt wird. Keiner kann mir aus Vernunftgründen erklären, warum hier die wirtschaftlichen Aspekte immer an erster Stelle stehen. Das Gesundheitswesen muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, die nicht finanziell zur Disposition gestellt werden darf. Auf meine Leserbriefe gab es übrigens keine nennenswerte Reaktion. Es scheint offensichtlich niemanden zu interessieren. Mit freundlichen Grüßen Diakon Georg Quednow

    • A.R. 15.03.2020, 17:01 Uhr

      Ich denke das Problem besteht in sehr vielen Lebensbereichen. Wir brauchen ein Gesundheitswesen, dass der Gesundheit von Menschen dient. Wir brauchen auch eine Rentenreform, die den Menschen in Zukunft eine Rente ermöglicht. Und am besten auch noch eine Umweltpolitik die den Menschen in Zukunft eine Umwelt ermöglicht.

    • Bruno Schillinger-Safob 15.03.2020, 17:39 Uhr

      Altes Problem: Wer vor dem auftreten eines absehbaren Problems warnt und damit die anderen in ihrer Ruhe stört, gilt als Querulant. Und sobald das Problem aufgetreten ist, wird er zum Schuldigen "wieso haben Sie es nicht LAUTER gesagt?!". Das interessiert auch die Kirche nicht - schauen Sie mal zum geheim gehaltenen "Deutscher Verein e.V." ein Zusammenschluss aller Kirchen, Kommunalverbänden, Gewerkschaften, usw. die u.a. den Diabetikermehrbedarf bei Hartz IV streichen ließen, genauer die Begründung dafür lieferten. Alle dort Beteiligten geben sich in der Presse sozial, doch bei den Taten sind sie völlig asozial und auch nur hinter dem Geld her.

  • 18 Helmut Gelhardt 13.03.2020, 12:23 Uhr

    Die Gesundheit und das Leben der Menschen wurden und werden auf dem Altar des globalen Kapitalismus, insbesondere des Neoliberalismus, geopfert. Für die falschen Propheten dieses Systems zählt nicht die Gesundheit, das Leben der Menschen, sondern der maximale Profit und die Kapitalakkumulation und die rigorose Ausschaltung der Angebotskonkurrenz. Oligopol- und Monopolbildung auf der Angebotsseite, Verlagerung der Medikamentenproduktion in Billig- und Billigstlohnländer, in Länder mit vergleichsweise geringen Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen zeigen ihre unguten, verheerenden Früchte! Das Wort von Papst Franziskus 'Diese Wirtschaft tötet' ist keine weltabgewandte, rührselige, wirtschaftsinkompetente Formel (wie viele selbsternannte Experten empört schwadroniert haben) sondern trifft den Nagel - leider - voll auf den Kopf!

    • Aga Bellwald 18.03.2020, 19:30 Uhr

      Wie wahr! Ein Gedanke, der mich ebenfalls seit langem beschäftigt. Hoffentlich wachen die Menschen endlich auf und wenden sich von diesem geldgierigen Idiotensystem ab. Wir brauchen unbedingt Alternativen, sonst fliegt uns der ganze Scheiss vollends um die Ohren. Komme mir JA keiner und behaupte, es gäbe keine anderen Möglichkeiten zu wirtschaften! Weg mit dem TINA-Prinzip!

  • 17 U. Glatzel 13.03.2020, 10:40 Uhr

    Pandemie - Infektionsschutz - Seuchenschutz - Notfallversorgung sind staatliche Aufgaben ausserhalb der Regelversorgung und durch den Zivilschutz und die Gesundheitsämter sicherzustellen. Kassenärzte als private Unternehmer haben damit nichts zu tun. Auch sind die Test's auf Covid 19 Staatsangelegenheit und keine Sache der Krankenkassen - erst recht die Abstrichentnahme und Untersuchung wie auch Schutz vor Ausbreitung incl. Schutzkleidung etc. Hoffen wir, dass der Staat seinen Aufgaben nachkommt und priorisiert - vielleicht sind ja Benjamin Blümchen und Biene Maja eher nachrangige Probleme...