Georg Restle am 05.06.2020

Der Tagesthemen-Kommentar von Georg Restle zu Rassismus in Deutschland vom 05.06.2020

Von Georg Restle

Schlimme Bilder sind das aus den USA, ein schlimmer Rassismus und ein schlimmer Präsident, der seine Ku-Klux-Klan-Gesinnung wie einen Keil in die amerikanische Gesellschaft treibt. Alles weit weg? Hat nichts mit uns zu tun? Haben wir da etwa ein Rassismus-Problem? Und wie!

Der Tagesthemen-Kommentar von Georg Restle zu Rassismus in Deutschland vom 05.06.2020 Monitor 05.06.2020 01:56 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste

In der Politik sowieso, wo die größte Oppositionspartei im Bundestag ein Tummelplatz für Erz-Rassisten ist, die Deutsche nur mit reinem weißem Stammbaum so richtig Deutsch finden.

Bei der Polizei, wo Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderem Aussehen immer noch viel leichter ins Fadenkreuz geraten als der angeblich weiße Durchschnittsdeutsche.

In vielen Medien, wo fast täglich rassistische Stereotypen bedient werden, als seien Menschen nur deshalb gefährlicher oder krimineller, weil ihre Hautfarbe dunkler ist.

Im Alltag, wo Arbeitgeber und Vermieter dann doch lieber Menschen bevorzugen, die eher in ihr Bild des „klassischen“ Deutschen passen. Und wo Werbekampagnen für Aufruhr sorgen, nur weil darin zu wenig weiße Deutsche vorkommen.

All das ist Rassismus – und er reicht weit hinein in Milieus, die sich sonst ganz gerne mal als liberal und weltoffen bezeichnen. Da hört man ihn dann auch oft, diesen Satz: „Ich bin zwar kein Rassist, aber…“ Genau hinter diesem ABER offenbart er sich allerdings: Der scheinheilige, unverhohlene Rassismus der gesellschaftlichen Mitte.

Sie finden das jetzt alles ein bisschen überzogen?

Dann sprechen Sie doch mal mit Menschen dunklerer Hautfarbe über die vielen großen und kleinen Widerwärtigkeiten, denen sie in diesem Land immer wieder ausgesetzt sind.

Sie finden, man sollte Deutschland nicht mit den USA gleichsetzen?

Da haben Sie recht. Aber das Krebsgeschwür des Rassismus breitet sich weltweit aus – und schleichend: Und dann werden aus Worten Parolen und aus Gedanken Ideologien und aus Vorurteilen Ausgrenzung und Gewalt. Ob in Minneapolis, Hanau oder anderswo.

Kommentare zum Thema

  • Silvio Trommer, Hamburg 23.05.2021, 21:45 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • Simon S. 29.04.2021, 17:23 Uhr

    Bestimmt wissen die meisten Deutschen, was nach 45 wieder einmal vor sich geht. Schließlich wurde alles, was von vorher nicht schnell genug die Kurve kriegte in "Amt" und "Würden" neu aufgestellt. Altlasten sind immer schon problematisch - besonders wenn sie neuerdings (ab 1989/90) sogar von Wendehälsen hoffiert werden. In Wikipedia lassen sich genügend Figuren finden und - alte Kameradschaften früherer Organisationen können sich zwischen Sylt bis Bodensee bestens regenerieren. Reichsadler, logischerweise diesmal mit hängenden Flügeln, mußte beibehalten werden und aus Reichskanzler wurde nur Bundeskanzler und Fürsten, Monarchen werden edle gesellschaftliche Verdienste zugesprochen. Da fallen, wenn nicht gleich in Ohnmacht, noch so einige "Verehrer" alten Duktus mindestens auf die Knie, kommt ihnen eine Königin, Graf oder ähnliches vor die Linse. Rassenverehrung ala "Demokratie".

  • RT 10.12.2020, 18:50 Uhr

    ....leibe ÖR, was euch nich paßt wird nicht gedruckt bzw. wiedergegeben! Toll diese demokratische freie welt..... und der Sepp muss wird abgeschöpft ob er will oder nicht!