20 Jahre nach Lübeck: Was MONITOR damals aufdeckte

Aus aktuellem Anlass

20 Jahre nach Lübeck: Was MONITOR damals aufdeckte

20 Jahre liegt der Brandanschlag auf das Flüchtlingshaus in der Lübecker Hafenstraße zurück. Zehn Menschen starben in den Flammen. Die Täter sind immer noch nicht gefasst. Auch deshalb, weil sich die Staatsanwaltschaft zu früh auf einen libanesischen Hausbewohner als Täter festlegt hatte und andere Spuren nicht weiter verfolgte. MONITOR deckte den Ermittlungsskandal damals auf:

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Neues zum Brandanschlag in Lübeck (MONITOR vom 07.03.1996)

Bericht: Ekkehard Sieker, Georg Restle und Karin Führ

Neues zum Brandanschlag in Lübeck (Monitor vom 07.03.1996) Monitor 07.03.1996 10:27 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste

Die Staatsanwaltschaft hat sich festgelegt: Der 21jährige Libanese Sawfan Eid hat das Asylbewerberheim in der Lübecker Hafenstraße, in dem zehn Menschen starben, selbst angezündet. In andere Richtung wird nicht mehr ermittelt. Doch das ist ein Fehler. MONITOR-Recherchen zeigen erhebliche Zweifel an der Täterschaft des Libanesen und zeigen: Selbst ein Brandanschlag von außen ist - anders als die Staatsanwaltschaft behauptet - bis heute nicht ausgeschlossen.

Lübeck: Neue Spuren beim Brandanschlag (MONITOR vom 18.04.1996)

Bericht: Georg Restle, Ekkehard Sieker

Nach einer Besichtigung des Brandhauses durch den Frankfurter Brandschutzexperten Pro­fessor Ernst Achilles erhärten sich die Zweifel an der Täterschaft des Libanesen Safwan E. Die Brandspuren widerlegen die wesentlichen Annahmen der Staatsanwaltschaft. Wichtige Be­weismittel, die den Libanesen entlasten könnten, wurden bei der Spurensicherung schlicht übersehen. Auch ein Anschlag von außen ist nun nicht mehr auszuschließen, da durch ein leicht zu öffnendes Fenster im Eingangsbereich ein Einstieg in das Haus ohne weiteres mög­lich war.

Lübeck III - Die Fehler der Staatsanwaltschaft (MONITOR vom 11.07.1996)

Bericht: Claudia Passow, Georg Restle und Ekkehard Sieker

Im März 1996 berichtete MONITOR erstmals über die vie­len Ungereimtheiten bei Ermitt­lungen der Lübecker Staatsanwalt­schaft im Zusammenhang mit dem fürchterlichen Brand im Flücht­lingswohnheim Lübeck Hafen­straße, bei dem zehn Menschen ums Lebens kamen und mehr als 30 zum Teil schwer verletzt wur­den. Im April berichteten wir ein zwei­tes Mal, daß die Lübecker Staats­anwaltschaft offenbar den Falschen verhaftet hat.Vor einer Woche nun wurde der als Brandstifter beschuldigte Liba­nese Safwan Eid freigelassen, weil kein „dringender Tatverdacht“ mehr besteht. Dennoch soll er im August vor Gericht gestellt werden, weil es noch einen „einfachen“ Tatver­dacht gebe.

Stand: 19.01.2016, 16:00

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2 Kommentare

  • 2 Rudolf Wolff+ 31.05.2019, 19:02 Uhr

    Als Lübecker bin ich davon überzeugt es sollte nicht weiter Ermittelt werden, wie immer ein Schandfleck für Deutschland aber sie waren schon nach 1945 zu feige die Vergangenheit aufzuarbeiten und so wird es immer sein was für eine Verlogene Politik und was für verlogene Politiker. r.wolff

  • 1 Heinrich Wille 02.01.2017, 15:36 Uhr

    Ich schreibe an einem Buch zu dem Thema und frage mich warum Monitor das Thema verlassen hat bevor der Prozeß überhaupt angefangen hat . Oder sind mir spätere Berichte entgangen ? War Monitor das Debakel des hochgelobten Sachverständigen Achilles im Prozeß zu peinlich ? Cornelia Bolesch in der Süddeutschen Zeitung und andere waren nicht so zurückhaltend . Immerhin scheint der Blog noch immer Aktualität zu beanspruchen .