Gleichstellung im WDR – seit über 30 Jahren ein Unternehmensziel

Gleichstellungsbeauftragte

Gleichstellung im WDR – seit über 30 Jahren ein Unternehmensziel

Mit dem statistisch vergleichenden „Bericht zur Situation der Mitarbeiterinnen im WDR" fing 1981 alles an. Daraus entstand ein Zielpapier, dessen Umsetzung mit der Geschäftsleitung verhandelt wurde und in einen Frauenförderplan mündete. 1989 war der WDR die erste Landesrundfunkanstalt, die zur Einhaltung des Frauenförderplans eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte berief. Seitdem ist es ein Unternehmensziel, die Chancengleichheit für Frauen und Männer in allen beruflichen Bereichen, Vergütungsgruppen und auf allen hierarchischen Ebenen zu erreichen.

Frauenförderplan

Seit 2002 ist nach den Vorgaben des Landesgleichstellungsgesetzes NRW die Fortschreibung des Frauenförderplans beim WDR alle drei Jahre verpflichtend. Dementsprechend trat im November 2014 die vierte Fortschreibung mit einer Geltungsdauer bis Ende Oktober 2017 in Kraft. Darin werden verschiedene Maßnahmen in den Fokus gestellt, um noch bestehende Ungleichgewichte abzubauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Beschäftigten zu verbessern. Inhalte sind unter anderem:

  • Die Sprache interner Regelwerke, im dienstlichen Schriftverkehr und in Publikationen der Öffentlichkeitsarbeit trägt der Gleichstellung von Frauen und Männern Rechnung. In der novellierten Fassung des Frauenförderplans 2014 wurde die sprachliche Gleichstellung auch auf die mündliche Sprache ausgeweitet. In Versammlungen, Sitzungen und Arbeitsgruppen soll künftig auch gendergerecht gesprochen werden.
  • Stellenausschreibungen sind geschlechtsneutral zu formulieren und auf offene oder versteckte Benachteiligungen von Frauen, insbesondere bei den Qualifikations-anforderungen, zu überprüfen.
  • Wenn Auswahlkommissionen, Ausschüsse oder Arbeitsgruppen gebildet werden, sollen Frauen und Männer paritätisch vertreten sein.
  • Für die Teilnahme an Förderungsmaßnahmen für Führungskräfte werden gezielt Frauen angesprochen und bevorzugt berücksichtigt, sofern sie die Kriterien erfüllen. Des Weiteren sind in Fortbildungsmaßnahmen für Führungskräfte Fragestellungen zur Gleichstellung integriert.
  • Das vom WDR entwickelte Fort- und Weiterbildungsangebot wird künftig noch mehr frauenspezifische Bildungsangebote enthalten.
  • Der WDR bemüht sich mit verschiedenen Maßnahmen verstärkt um das Interesse von Frauen für technische Berufe.
  • Regelungen zur Arbeitszeit und Teilzeit sollen es Beschäftigen erleichtern, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Dies bezieht sich sowohl auf Familien mit Kindern als auch auf pflegebedürftige Angehörige einschließlich Lebens-partnerschaften. Der Wiedereinstieg in den Beruf soll durch Informationen über Teilzeitarbeitsplätze und Fortbildungsmaßnahmen erleichtert werden.
  • Der WDR ist bestrebt, seine Angebote zur Kinderbetreuung stetig zu verbessern. Zu der seit 1991 bestehenden Kindertagesstätte kam 2008 eine zweite hinzu, so dass inzwischen 83 Plätze für Kinder ab 2 Jahren bereitgestellt werden können. Ein Angebot zur Betreuung von Kindern unter 2 Jahren mit 10 Ganztagsplätzen startete im August 2009. Eine vierte Einrichtung zur Kinderbetreuung mit 11 Plätzen für unter 2-Jährige ist seit März 2012 ebenfalls unter dem Dach des Vereins WDR AKTIV in Betrieb.

Gleichstellungsbeauftragte

Das Amt der Gleichstellungsbeauftragten und deren Stellvertreterin muss laut Landesgleichstellungsgesetz mit einer Frau besetzt sein. Die Gleichstellungsbeauftragte achtet auf die Einhaltung der im Frauenförderplan verankerten Maßnahmen und Zielsetzungen. Sie unterstützt die Verwirklichung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Bereichen innerhalb des Unternehmens. Sie legt der Geschäftsleitung den Gleichstellungsbericht zur Umsetzung des Frauenförderplans jährlich vor. Anschließend wird der Rundfunkrat über den Stand der Frauenförderung informiert.

Zukunft

Ein nach wie vor langfristiges Ziel der Gleichstellungsbeauftragten ist die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Im Jahr 2014 hat sich der WDR erstmals zur Einhaltung einer Frauenquote verpflichtet: Trotz einer geplanten Verringerung von Planstellen für die kommenden Jahre soll der derzeitige Frauenanteil in Führungspositionen in Höhe von 33 Prozent bis 2020 gehalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Ein weiteres längerfristiges Vorhaben ist die Erhöhung des Frauenanteils im technischen Bereich, etwa im Ingenieurwesen und in der IT, aber auch in Ausbildungsberufen wie Fachinformatikerin und -informatiker Anwendungsentwicklung und Systemintegration. Möglichkeiten für Praktika, Traineeprogramme sowie Diplomarbeiten insbesondere für Studentinnen technischer Studiengänge sollen ebenfalls unterstützend wirken. Mit der Beteiligung des WDR am Girls´ Day sollen Frauen Einblicke in technische Berufe mit dem Ziel erhalten, ihr Berufswahlspektrum zu erweitern.

Das Thema Gleichstellung bleibt also weiterhin ein wichtiges Unternehmensziel, um die berufliche Chancengleichheit für Frauen und Männer voranzubringen.

Kontakt

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