Der 11. September - Zeitgeschichtliches Archiv

Die Zwillingstürme liegen in Schutt und Asche

Herbert Bopp berichtet aus New York Die Trümmer, das Elend, der Schmerz

Herbert Bopp reiste direkt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 von Montreal nach New York und schrieb neun Tage lang Tagebuch aus einer "verwundeten Stadt". Für diese bewegenden Reportagen wurde der WDR.de-Reporter 2002 mit dem "New Media Award" von Rias Berlin ausgezeichnet.


Tag 1 in New York Tag drei nach dem Terror

Du kommst nach New York und du denkst, du hast schon alles gesehen: die Trümmer, das Elend, den Schmerz. Du glaubst, du kennst sie vom Fernsehen: die verzerrten Gesichter der Verletzten, die verdreckten Leiber der Geretteten, den schluchzenden Polizisten und auch die alte Frau, die schlicht den Verstand verloren hat, als sie durchs Küchenfenster einen Feuerball sah, dort, wo doch eigentlich die Sonne hingehörte. [mehr]

Tag 2: Zu Fuß zum Ground Zero Schutzmasken und Menschenschlangen

Alexander sagt, er sei Deutscher. Eigentlich sei er ja Amerikaner. Aber zurzeit wäre er lieber Deutscher. "Schau dich mal um", murmelt er hinter der Staubmaske, "das ist doch kein zivilisiertes Land, in dem wir hier leben", sagt Alexander. [mehr]

Tag 3: Heulen und Beten an der Mauer der Hoffnung "Please find my Daddy!"

Hoch hinaus wollte Joseph Mistruli schon immer. Als kleiner Steppke, sagt seine Schwester Angelina, habe Little Joe die höchsten Bäume in Brooklyn bestiegen. Keine Fahnenstange war vor ihm sicher und auch kein Baukran. [mehr]


New Yorker Bürger applaudieren  Helfern, die in Manhattan bei den Aufräumarbeiten Helfen

Tag 4: Jede Hilfe ist willkommen Die Engel vom Pier 63

Lester lacht. "Warum lachst du?", frage ich ihn. "Weil ich glücklich bin." - "Glücklich? Zwischen all dem Elend?" - "Man braucht mich hier", sagt Lester, "and this makes me very happy." [mehr]

Polizistin Melinda lächelt am Times Square in die Kamera

Tag 5: Trauermaske lüftet sich nur zaghaft Melinda lächelt wieder

Melinda ist wieder da! Und sie lächelt. Melinda war die erste Person, die ich nach meiner Ankunft in New York bewusst wahrgenommen hatte: Eine Polizistin, die weinte. Sie stand am Times Square, dort, wo der Broadway mit dem Coca-Cola-Zeichen um die Wette glitzert. [mehr]

Feuerwehrmänner schweben in einem Korb an einem Kran über das Trümmerfeld

Tag 6: Die Hoffnung schwindet Feuer, Schutt und Plünderer

43.941 Tonnen Bauschutt sind seit dem Terroranschlag auf das World Trade Center vor acht Tagen am Ground Zero abtransportiert worden. Es ist ein übel riechendes Gemisch aus Beton, Glas, Plastik und Metall. [mehr]


Tag 7: "Lifesavers" für die Gefallenen Fast jeder New Yorker ist ein Held

Die Helden. Jeder in New York hat in diesen Tagen einen. Oder kennt einen. Ist einer. Oder wäre gerne einer. Helden sind die Feuerwehrmänner, die Polizisten, die Krankenwagenfahrer, die Blutspender und die freiwilligen Helfer. [mehr]

Tag 8: Besuch bei David Letterman Amerika kann noch lachen

Für Jan Rudd aus dem New Yorker Stadtteil Harlem ist David Letterman der Größte. Seit gut zehn Jahren lässt sie kaum eine seiner "Late Night"-Shows aus. Jetzt konnte Jan Rudd Amerikas populärsten Entertainer hautnah erleben. [mehr]

Tag 9: Es geht aufwärts Neun Tage in New York

New York im Regen: Das Licht im Hotelzimmer flackert. Der Ventilator ächzt. Der Fernseher liefert nur noch Schneegestöber. Es wird Zeit, diesen Ort zu verlassen. Neun Tage New York sind genug. [mehr]