Von Machern und Tüftlern: Start-ups in NRW

Zwei junge Männer sitzen in einem hellen Raum an einem Tisch auf dem Unterlagen und ein Laptop ausgebreitet sind

Von Machern und Tüftlern: Start-ups in NRW

Ob smarte Bürostühle, die ihren Besitzer vor Rückenschmerzen bewahren, oder Maßschuhe aus dem 3D-Drucker: Die Zahl der Start-ups mit innovativen Ideen in NRW wächst. Der Weg zum erfolgreichen Unternehmen ist allerdings lang und hürdenreich.

Eine Geschäftsidee suchen, die Finanzierung sicherstellen und dann die ersten Kunden überzeugen: Gerade am Anfang ihrer Selbstständigkeit müssen Gründer viel Neues lernen. Wie gehen Jungunternehmer mit solchen Herausforderungen um? Und lohnt sich der ganze Stress überhaupt? Um das herauszufinden, begleitet WDR 5 Profit gemeinsam mit der Fernsehsendung "Markt" fünf Gründerteams aus NRW für zwei Jahre. Noch stehen alle Gründer ganz am Anfang. Ob ihre Ideen funktionieren, wird sich in den nächsten Monaten zeigen, in unserer Serie "Start-up - ich mach mein Ding!"

Mit intelligenter Sensorik gegen die "Volkskrankheit" Rücken

Jeder zweite Deutsche leidet unter Rückenschmerzen. Das gab die Kassenärztliche Bundesvereinigung Ende vergangenen Jahres bekannt. Ein Hauptgrund für die "Volkskrankheit" ist das lange Sitzen mit schlechter Haltung – auch, weil viele Bürostühle falsch eingestellt sind. Das Aachener Start-up Physiosense will das ändern: Das vierköpfige Gründerteam baut smarte Bürostühle, die analysieren, in welcher Haltung man sitzt und für wie lange. Dafür arbeiten die Gründer kleine Drucksensoren in den Bürostuhl ein. Ist es Zeit, mal wieder aufzustehen und eine Pause einzulegen, vibriert der Stuhl leicht. Wer will, kann sich außerdem in einer dazugehörigen App passende Gymnastikübungen anzeigen lassen. Auch mehrere große Autohersteller haben bereits Interesse an der Technologie angemeldet.

Physiosense: Mit intelligenter Sensorik gegen Volkskrankheit "Rücken"

WDR 5 Profit - aktuell | 29.05.2017 | 03:23 Min.

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Zwei Männer spazieren über einen Acker

André Dülks und Franz Wieck setzen auf ökologische Technologie

Bessere Maschinen statt Gift auf dem Acker

Wenn Kinder ihren Eltern beim Unkrautjäten helfen müssen, sorgt das beim Nachwuchs selten für Begeisterung. Für André Dülks war diese Kindheitserfahrung allerdings so prägend, dass daraus eine Geschäftsidee geworden ist: Der 30-jährige Sohn eines Landwirts hat gemeinsam mit seinem Mitgründer Franz Wieck eine Feldmaschine entwickelt, die Unkräuter besonders effizient beseitigt. "Unsere Hacktechnik ist im Gegensatz zu den vorhandenen Technologien selbst bei schwierigen Bodenbedingungen und Wetterverhältnissen einsetzbar", erklärt der Agrarwissenschaftler. Davon profitieren nicht nur die Bauern, sondern vor allem auch die Umwelt: Die Landwirte müssen dann nämlich weniger Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat einsetzen. Im Herbst diesen Jahres soll die Maschine in Serie gehen.

Dulks: Mehr Maschinen statt Gift auf dem Acker

WDR 5 Profit - aktuell | 30.05.2017 | 03:26 Min.

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Big Data gegen Lebensmittelverschwendung

Bäckereien werfen jeden Tag unzählige, unverkaufte Brote und Brötchen in den Müll. Das Problem: Viele Bäckereien können es sich nicht leisten, digitale Systeme zu entwickeln, um ihren Einkauf besser zu planen. Genau das bietet ihnen nun das Startup Foodtracks aus Münster. "Eine mittelgroße Bäckerei muss pro Woche tausende von Entscheidungen treffen, in welche Filiale welche Ware geliefert wird", erklärt Gründer Tobias Pfaff. Wie wird das Wetter? Welche Veranstaltungen finden in der Nähe statt? Unzählige Faktoren haben Einfluss darauf, wie viel Brot an einem bestimmten Tag über die Theke geht. "All diese Faktoren zu berücksichtigen, kann ein Algorithmus deutlich besser als eine Maschine." Bisher haben die Gründer zwei Bäckereien von ihrer Software überzeugen können. Bis Ende des Jahres sollen es mindestens fünf sein.

Foodtracks: Smarte Software für weniger Brot im Müll

WDR 5 Profit - aktuell | 31.05.2017 | 03:22 Min.

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Maßschuhe aus dem 3D-Drucker

Zwei Männer stehen neben einem Aufbau mit Schuhen und Werbung für das Unternehmen "Schuhleister"

Timo Marks und Joshua Meskemper drucken Schuhleisten

Mit neuen Schuhen ist es oft das gleiche: Sie drücken und reiben. Maßschuhe, die perfekt auf ihren Träger abgestimmt sind, sind eine Lösung – bisher allerdings eine ziemlich teure. Das Kölner Start-up Schuhleister will das ändern, indem es Schuhleisten mit dem 3D-Drucker fertigt. Dafür arbeitet das Unternehmen mit etablierten Schuhherstellern zusammen: Die Hersteller vermessen die Füße ihrer Kunden und schicken die Daten an das Start-up. Dort wird dann der passende Leisten gedruckt, als perfektes Abbild des Fußes. Das ist günstiger und oft sogar präziser als den Leisten wie bisher per Hand zu fertigen. 15 Schuhproduzenten hat Gründer Timo Marks mit seiner Idee schon überzeugen können, so dass er von den Einnahmen aus seinem jungen Unternehmen leben kann. Nun aber muss das Start-up möglichst schnell wachsen – sonst könnte es bald von Konkurrenten aufgekauft werden.

Schuhleister: Günstige Maßschuhe aus dem 3D-Drucker

WDR 5 Profit - aktuell | 01.06.2017 | 03:14 Min.

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Mit alten Nähmaschinen auf neuen Wegen

Ein Mann mit Glatze und runden Brillengläsern sitzt an einem Tisch mit Nähmaschine

Feddo Loer repariert historische Nähmaschinen

Wenn in Deutschland von Gründern die Rede ist, geht es meist um große Finanzierungsrunden und radikale Innovationen. Gründen aber geht auch anders, ohne viel Geld und hippes Büro in Köln-Ehrenfeld. Unternehmer sein heißt in erster Linie für sich und andere eine Existenz aufzubauen und seine Träume in die Tat umzusetzen. So wie Feddo Loer aus Duisburg. Der 49-Jährige war 15 Jahre lang Hafenmeister im Yachthafen "Marina", bis der Hafen im vergangenen Jahr wegen Bauarbeiten umstrukturiert wurde. Feddo Loer nutzte die Gelegenheit und eröffnete einen Reparatur-Service für historische Nähmaschinen – und selbst ein Wassereinbruch in seinem ersten Ladengeschäft konnte ihn nicht davon abhalten. Im Januar feierte Loer Eröffnung; bis Ende des Jahres wollen er und seine Frau von den Einnahmen leben können.

Mit alten Nähmaschinen auf neuen Wegen

WDR 5 Profit - aktuell | 02.06.2017 | 03:08 Min.

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Die Sendereihe "Start-up - ich mach mein Ding!" läuft von Montag, 29.05. bis Freitag, 02.06., in Profit auf WDR 5.

Stand: 02.06.2017, 09:03