Gib Gummi – was man über Autoreifen wissen sollte

Gib Gummi – was man über Autoreifen wissen sollte

Es ist wieder soweit: Zeit für den Reifenwechsel. "Von O bis O", von Ostern bis Oktober heißt die Faustregel, nach der jetzt millionenfach Winterreifen zum Einsatz kommen. Zu diesem Anlass zeigt Ranga Yogeshwar, wohin das abgefahrene Profil "verschwindet", was Reifengummi mit Elefanten in Thailands Wäldern zu tun hat oder wer dafür sorgt, dass Flugzeugreifen auf keinen Fall platzen.

Reifen extrem

Flugzeugreifen sind die Königsdisziplin. Ein einzelner Reifen trägt bei der Landung 15 bis 25 Tonnen Gewicht. Beim Aufsetzen beschleunigt er von 0 auf bis zu 300 km/h. Er muss enorme Temperaturunterschiede zwischen Flughöhe und Landebahn aushalten. Es gibt nur ein Material, mit dem das zu schaffen ist: Naturkautschuk. Das Quarks-Team stellt sich mit einer Hochgeschwindigkeitskamera und einem der größten Serien-Objektive der Welt auf dem Düsseldorfer Flughafen direkt neben die Landebahn. Wir sehen, was im Moment des "Touchdowns" genau mit diesen Extrem-Reifen passiert.

Der große Abrieb-Test

Mit einem Dortmunder Taxiunternehmen machen wir ein bisher einmaliges Experiment. Mit einer Spezialwaage wird jeweils ein Satz neuer Reifen gewogen, dann auf ein Taxi montiert und sechs Wochen später wieder gewogen - auf das Gramm genau. Das Quarks-Team zeigt, welche Menge Gummi die Fahrer nach rund 12.000 Kilometern abfahren. Kann man mit der eigenen Fahrweise diesen Verschleiß beeinflussen? Warum sind die Vorderreifen deutlich stärker abgefahren als die Hinterreifen? Wie kann ich dieses Wissen beim nächsten Reifenwechsel in bares Geld umwandeln? Und: Wir gehen der Spur dieses Abriebs nach? Wohin verschwinden die gigantischen Mengen an Gummi? In Deutschland kommen jedes Jahr immerhin mehr als 100.000 Tonnen Reifenabrieb zusammen.

Thailands Elefanten und unsere Reifen

Thailand ist weltweit der größte Naturkautschukproduzent. Der Bedarf nach dem Reifenrohstoff ist ungebremst. Deshalb dehnen sich die Plantagen immer weiter aus und ziehen sich inzwischen über ganze Bergketten - den Lebensraum von Elefanten, die immer wieder Gummibäume zertrampeln. Wir begleiten eine Biologin der Universität Hohenheim nach Thailand. Sie erforscht Lösungen, wie sich Kautschukbauern und Elefanten weniger in die Quere kommen.

Stand: 23.10.2017, 12:00