Tante Betty Schiller

Tante Betty Schiller

Marlene Riphahn spielte

Tante Betty Schiller

In der "Lindenstraße" von Folge 577 bis 610

Der Besuch der alten Dame! Tante Betty, ein kanadisches Temperamentsbündel, wirbelt ein halbes Jahr durch die Lindenstraße und stiftet mit ihrer Redseligkeit und ihrem prallen Bankkonto eine Menge Unruhe.

Tante Betty: Die ganze Geschichte

Elisabeth Susan Schiller, die in Kanada lebende Schwester von Erich Schillers Vater, wird am 13. August 1929 geboren. Die lebhafte, unverheiratete Dame besitzt ein nicht unbedeutendes Vermögen und verfügt über mehrere Wohnsitze in Toronto, ein Haus in New York, Aktien und Bargeld.

Blut ist dicker als Wasser. Tante Betty (Marlene Riphahn) und Neffe Schiller (Bill Mockridge).

Plötzlich ganz nah: Tante Betty (Marlene Riphahn) und Neffe Schiller (Bill Mockridge).

Nach mehreren Ankündigungen macht Tante Betty das wahr, was Erich Schiller eigentlich immer lieber umgehen wollte: Sie verringert die von ihm als angenehm empfundene Distanz Kanada–Deutschland drastisch und stattet ihm und seiner Tochter Pat Wolfson einen Besuch in der Lindenstraße ab. Am 19. Dezember 1996 holen Schiller und Pat Erbtante Betty am Flughafen ab und quartieren sie in der Wohnung Beimer/Schiller ein (Folge 577).

Advent, Advent... Die deutsche Gemütlichkeit hat es Tante Betty angetan.

Advent, Advent... Die deutsche Gemütlichkeit hat es Tante Betty angetan.

Dort ist die quirlige Kanadierin sofort begeistert von den deutschen Weihnachtsgebräuchen. Helga Beimers Stollen hat es ihr angetan, sie drängt auf den Weihnachtsbaumkauf und zwingt ihre Gastgeberin mit sanfter Gewalt, die Beimersche Krippe vom Dachboden zu holen und aufzustellen. Sie entschädigt die Familie mit dem fröhlichen, aber auf die Dauer nicht mehr feierlichen “Rentier-Song”, den sie stets auf den Lippen hat, munterer Nonstop-Konversation und reichlich Geschenken.

"Sag brav 'Guten Tag', mein Hase!". Diese Familienbande werden erst einmal nicht getrennt.

"Sag brav 'Guten Tag', mein Hase!". Diese Familienbande werden erst einmal nicht getrennt.

Erschwerend kommt hinzu, dass Helga und Erich für ihren Gast, der auch noch den Vorrang im Bad beansprucht, das Schlafzimmer geräumt haben. Sehr schnell verschlechtert sich Erichs Laune rapide und er flucht darüber, dass alle seine Befürchtungen seine “vitale” Tante betreffend wahr werden. Auch Klaus hat gewisse Schwierigkeiten mit Bettys temperamentvoller Art und verzieht sich, beneidet von Erich, zu Philipp Sperling. Eine ist jedoch höchst zufrieden, nämlich Tantchen Betty, die sich köstlich amüsiert.

Als Verehrer alter Schule geht Franz Wittich (Martin Rickelt) Tante Betty gar nicht auf den Keks. Im Gegenteil!

Als Verehrer alter Schule geht Franz Wittich (Martin Rickelt) Tante Betty gar nicht auf den Keks. Im Gegenteil!

Auch der zweite Feiertag bietet für Betty wieder traditionelle Weihnachtsfreuden. Mit Pat, zu der sie einen hervorragenden Draht hat, besucht sie eine Krippenausstellung. Derweil laufen in der Beimerschen Wohnung die Vorbereitungen für das große Weihnachtsessen. Neben Tante Betty und Pat sind auch die Zieglers eingeladen. Als später Helgas Onkel Franz Wittich noch zu der bunt gemischten Gesellschaft stößt, ist es mit der Besinnlichkeit endgültig vorbei. Während sich Hans und Helga zanken wie zu alten Zeiten, findet Wittich großen Gefallen an Tante Betty und umwirbt sie ritterlich (Folge 578).

Während also Betty ihren Aufenthalt in good old Germany in vollen Zügen genießt, ist Helga mit ihrer Geduld langsam am Ende. Sie wirft ihrem Erich vor, sich nicht genug um den Besuch, schließlich seine Verwandte, zu kümmern, worauf der sich mit wichtigen geschäftlichen Terminen herausredet. Aber eins ist klar: Beide können Tante Bettys baldige Abreise kaum erwarten.

Doch zu früh gefreut! Während der Silvesterfeier im “Akropolis” hat Tante Betty in Franz Wittich wieder einen wunderbaren Gesellschafter gefunden. Davon überzeugt, allen eine Riesenfreude zu machen, lässt sie sich bei einem Tanz nur zu gerne von dem alten Charmeur überreden, ihren morgigen Abflug auf weiteres zu verschieben (Folge 579)!

Die Freude über den roten Flitzer währt nicht lange, denn Bettys Geschenk hat Folgen.

Die Freude über den roten Flitzer währt nicht lange, denn Bettys Geschenk hat Folgen.

Die Kanadierin behält auch in der folgenden Zeit ihren eigenen Kopf. Gegen Erichs Wunsch umgeht sie Zweifel und längere Diskussionen und stellt Pat am 30. Januar 1997 ein nagelneues rotes Auto vor die Tür. Schon die Jungfernfahrt endet tragisch: Der kleine Tom Ziegler, Hans Beimers Sohn aus zweiter Ehe, ist mit dem Fahrrad auf der Lindenstraße unterwegs, als Pat um die Ecke biegt und den Jungen anfährt (Folge 583).

Am 02. März 1997, Betty weilt noch immer in München, gibt es ihrer Ansicht nach wieder etwas zu feiern. Onkel Franz hat einen Prozess gegen seine Nichte Helga gewonnen, die nun dazu verpflichtet ist, Wittich mit Mietzuzahlungen für ein Seniorenheim zu unterstützen, von dem sie annimmt, dass es von einer rechten Vereinigung getragen wird.

Je oller, je doller! Onkel Franz und Tante Betty schwingen das Tanzbein.

Je oller, je doller! Onkel Franz und Tante Betty schwingen das Tanzbein.

Als Helga nach Hause kommt und sieht, wie Wittich und Betty zu Mozarts “Kleiner Nachtmusik” tanzend diesen Erfolg feiern, wirft sie Onkel Franz kurzerhand raus. Doch der lässt sich durch so einen kleinen Zwischenfall die Stimmung nicht verderben und verlegt seine kleine Party ins “Casarotti”. Lauthals den Kanon “Oh, wie wohl ist mir am Abend” singend sitzt das Duo infernale bis in die Nacht hinein in dem Restaurant (Folge 587).

Ende April 1997 kehrt Erich von einem Irlandbesuch nach München zurück. Dort hat er das zum Verkauf stehende Hotel “Claron Bridge” entdeckt. Ganz Feuer und Flamme fragt er Helga, ob sie sich vorstellen könne, dort zu leben. Helga ist jedoch skeptisch: Die Teilhaberschaft würde 280.000 DM kosten, während ihr der Geschäftspartner, W. Snyder, völlig unbekannt ist. Tante Betty dagegen ist begeistert von der Idee, das Hotel zu kaufen und will mit Erich an die Galway Bay fliegen, um das Gebäude zu besichtigen. Helga fehle eben einfach der rechte Unternehmergeist! Die jedoch denkt schon weiter: Helga befürchtet, Tante Betty nie mehr los zu werden, falls sie Erich Geld zur Verfügung stellt und in das Hotel investiert (Folge 595).

In futuristischem Silber gekleidet plant Tante Betty ihre Zukunft in Irland.

Helga findet Tante Betty zwar unterhaltsam, auf Dauer aber auch ziemlich anstrengend.

Schon eine Woche später, am 04. Mai 1997, sind Erich und Betty Schiller zurück aus Irland und haben Nägel mit Köpfen gemacht. Tante Betty hat den “Claron Bridge”-Anteil gekauft und will die Leitung des Hauses übernehmen. Auch ein Video des Hotels und der Umgebung kann Helga nicht umstimmen, doch Erich erklärt ihr, dass er alleine für die monatlichen Raten, mit denen er Bettys Darlehen zurückzahlt, aufkommen wird.

Tante Betty ist außerdem davon überzeugt, dass es für Helga ein herber Schlag sein wird, wenn sie mit Pat die Lindenstraße verlässt, um sich in Irland um das Hotel zu kümmern. Um Bettys Gefühle nicht zu verletzen, spielt Helga ihr vor, tatsächlich nur schwer mit diesem Verlust umgehen zu können (Folge 596).

Am 08. Juni 1997 verabschiedet sich Tante Betty schließlich nach Irland. Nachdem die Familie am Abreisetag erst einmal verzweifelt die Flugtickets sucht, die Betty jedoch längst eingesteckt hat, macht sich die turbulente Truppe inklusive Erich, der für mehrere Wochen mit nach Irland reist, endlich auf den Weg. Grund genug für Helga, erst einmal auf die überstandenen Strapazen und die wieder gewonnene Ruhe anzustoßen (Folge 601).

Tante Betty genießt das Leben in vollen Zügen. So lange sie kann...

Tante Betty genießt das Leben in vollen Zügen. So lange sie kann...

Schon Anfang August 1997 hat Betty Besuch aus der Lindenstraße. Onkel Franz ist angereist und verbringt fröhliche Stunden in Irland. In einem Irish Pub trinken sich die beiden in Stimmung und Betty beginnt wild zu tanzen. Doch plötzlich bricht sie zusammen! Später wird Helga in Deutschland von Wittich telefonisch über Tante Bettys plötzlichen Tod am 07. August 1997 informiert (Folge 610).