Franz Joseph "Zorro" Pichelsteiner

Franz Joseph "Zorro" Pichelsteiner

Thorsten Nindel spielte

Franz Joseph "Zorro" Pichelsteiner

In der "Lindenstraße" von Folge 141 bis 1179

An Zorro Pichelsteiners Seite wird es nie langweilig! Der unkonventionelle Schrottkünstler sprüht vor Energie und Ideenreichtum und hat dabei auch noch das Herz am richtigen Fleck: Seit jeher setzt sich der unorthodoxe Idealist für eine bessere Umwelt ein – und über so manche Schranke des Gesetzes hinweg. Doch als er sich in Gestalt der hübschen Kathy mit der Liebe konfrontiert sieht, rutscht dem umtriebigen Zorro das Herz in die Hose…

"Zorro": Die ganze Geschichte

Zorro wird am 09. August 1963 als Franz Joseph Pichelsteiner geboren. Nach dem Abitur 1987 beginnt er Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften zu studieren, bricht das Studium jedoch vorzeitig ab. Im August 1988 bezieht er als Untermieter des Medizinstudenten Carsten Flöter in der Münchener Lindenstraße Nr. 3 Quartier (Folge 141).

Obwohl sich Zorro und Carsten auf Anhieb sympathisch sind, stellt der chaotische Untermieter die Geduld des ordnungsliebenden Carsten so manches Mal auf eine harte Probe: Mit großer Leidenschaft hortet Zorro in der Wohnung Sperrmüll, aus dem er kunstvolle Skulpturen herstellt, und aufgrund seines chronischen Geldmangels ist er ein Meister im “Ausleihen” von Gebrauchsgegenständen. Selbst vor Carstens Zahnbürste schreckt er dabei nicht zurück.

Chris und Zorro im Bett

Chris (Stefanie Mühle) und Zorro entdecken, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben.

Kurz nach seinem Einzug lernt Zorro die ebenfalls unkonventionelle Nachbarin Chris Barnsteg kennen und lieben. Die beiden entdecken viele Gemeinsamkeiten – vor allem in politischer Hinsicht. Mit Carsten im Bunde plant das Paar etwa eine "Leimaktion“, bei der sie durch Verkleben der Fahrbahn gegen den wachsenden Autoverkehr in der Lindenstraße demonstrieren wollen (Folge 150). Doch während Chris und Carsten kurz vorher kalte Füße bekommen, will Rebell Zorro die Aktion auf jeden Fall durchziehen. Nur mit einem Trick können die Freunde Zorro stoppen...

Anfang März 1989 bittet Chris’ Mitbewohnerin Anna Ziegler den überraschten Zorro, für ihr ungeborenes Kind den Vater zu spielen (Folge 171). Sie muss im Vergewaltigungsprozess gegen ihren Ex-Mann Friedhelm Ziegler vor Gericht nämlich unbedingt einen Vater für das Kind vorweisen. Und da Anna den wahren Erzeuger – Familienvater Hans Beimer – nicht preisgeben will, fällt ihre Wahl auf den gutmütigen Zorro. Dieser kommt der Bitte der verzweifelten Anna gerne nach, denn er hat die rehäugige junge Mutter längst in sein Herz geschlossen. Dass ihm als Gegenleistung eine tägliche warme Mahlzeit in Annas WG-Küche winkt, macht den Handel für Zorro mit seiner dauerklammen Haushaltskasse nur um so attraktiver.

Umzug in den Hinterhof

Chris und Zorro sitzen vor ihrem alten Wohnwagen

Hinterhof-Idylle: Chris und Zorro vor dem "Wohnei".

Ende März 1989 packt Zorro genervt von Carstens Sauberkeitsfimmel seine Siebensachen und bezieht im Hinterhof des Hauses das "Wohnei", einen eiförmigen Wohnwagen. Gemeinsam mit Chris möchte der Lebenskünstler dort seinen Traum einer Selbstversorger-Idylle verwirklichen – mit Hasen, Hühnern und selbstgezogenem Gemüse.

Franz Joseph "Zorro" Pichelsteiner vor seinen Schrott-Skulpturen

Franz Joseph "Zorro" Pichelsteiner (Thorsten Nindel): mit Leib und Seele Schrott- und Lebenskünstler.

Zeitweilig geht sein Idealismus sogar auf: Er beliefert Enrico Pavarottis Pizza-Kiosk mit seinem Gemüse und wird als Gegenleistung mit Enricos italienischen Spezialitäten verköstigt. Chris hat derweil nur noch wenig Zeit für Zorro – ihre ganze Aufmerksamkeit gilt seit Wochen schon der Theatergruppe “Kraut und Rüben”, in der sie als Schauspielerin mitwirkt. Als ein Engagement sie Ende Mai auf unbestimmte Zeit nach Dänemark führt, trennen sich die Wege des chaotischen Pärchens (Folge 181).

Falscher Vater und Deserteur

Im Sommer soll Zorro bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall seinen Wehrdienst antreten. Doch da der Pazifist auf keinen Fall an der Waffe dienen möchte, klagt er zunächst gegen den Bescheid. Als er den Prozess verliert lässt er sich zu einer drastischen Lösung hinreißen: Zorro versteckt sich in der abgelegenen Berghütte seines Bruders Otto Pichelsteiner, gilt damit als Deserteur und wird polizeilich gesucht.

Nahezu zeitgleich wird Zorro – wenn auch nur auf dem Papier – Vater: Am 27. Juli 1989 erblickt Annas Sohn Tom Ziegler das Licht der Welt. Deshalb kehrt Zorro schon einen Monat nach seiner Flucht in die Lindenstraße zurück und kümmert sich fürsorglich um den kleinen Tom. Auch für Anna werden seine Gefühle nun immer stärker. Zorro hat sich verliebt.

Anna, Gabi und Zorro sitzen am Tisch im Gefängnis

Pazifist hinter Gittern.

Dass Zorro ständig auf der Hut vor der Polizei sein muss, nimmt er in Kauf. Trotzdem hat Zorro das Versteckspiel bald satt. Anfang Dezember stellt er sich der Polizei und sitzt bis zu seiner Verurteilung als Deserteur in Untersuchungshaft. Der überzeugte Pazifist hat beschlossen, lieber für sechs Monate in den Knast als fünfzehn Monate mit der Bundeswehr zu wandern.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Juni 1990 ist Zorro guter Dinge und fest entschlossen endlich Annas Herz zu erobern. Umso schockierter ist er, als diese ihm gesteht, dass sie in Hans Beimer verliebt ist, Toms Vater. Ein schwerer Schlag für den verliebten Zorro, an dem der sonst so sorglose Lebenskünstler lange zu knabbern hat.

Zorro gegen die "Provos"

Im Frühjahr 1991 macht die rechtsradikale Jugendbande der “Provos” Zorro das Leben schwer. Zunächst verhöhnen ihn die Bandenmitglieder wegen seines Lebensstils und seiner Schrottskulpturen, schließlich schlagen sie ihn und den homosexuellen Carsten Flöter sogar brutal zusammen (Folge 278). Carsten landet schwer verletzt im Krankenhaus, Zorro kommt mit einer Kopfverletzung davon.

Doch damit reißen die Attacken der "Provos“ noch lange nicht ab. Anfang Mai muss Zorro hilflos mit ansehen, wie Enricos Pizza-Kiosk in Flammen aufgeht, zwei Wochen später fällt das "Wohnei“ den Aggressionen der Jugendbande zum Opfer. Doch erst als die Randalierer seine Tiere töten und Zorro beobachtet, wie sie das junge Nachbarsmädchen Valerie Zenker bedrohen, ist für den friedliebenden Künstler das Maß voll: Zorro schlägt ein Gangmitglied krankenhausreif und kommt dafür erneut einige Tage in U-Haft (Untersuchungshaft) (Folge 286).

Zorro vor seinem ruinierten Wohnwagen

Chaos im Hinterhof: Ausnahmsweise einmal nicht Zorros Werk.

Doch Zorro zieht noch einschneidendere Konsequenzen aus den Vorfällen: Damit seine Freunde und Nachbarn seinetwegen nicht weiter von den “Provos” bedroht werden, übergibt er das “Wohnei” an Nachbar Frank Dressler und sagt seinen Freunden Lebewohl (Folge 289). In den kommenden Jahren erscheint Zorro hin und wieder zu Stippvisiten in der Lindenstraße, um seine alten Freunde zu besuchen.

Zorro, der echte Vater

Nach längerer Abwesenheit überrascht ein verkleideter Zorro im September 1998 Anna Ziegler und Hans Beimer, mittlerweile auch auf dem Papier eine Familie, mit einem Besuch (Folge 669): Zorro fleht die beiden an, ihn zu verstecken: Der radikale Umweltschützer hat einen Strommast gekappt und wird deshalb erneut polizeilich gesucht. Außerdem bittet er Hans, ihm einen falschen Pass zu besorgen – Zorro möchte außer Landes fliehen.

Kaum hat Zorro bei den Beimer-Zieglers Quartier bezogen, tritt Valerie Zenker mit einer nicht minder ausgefallenen Bitte an ihren einstigen Retter und Dauer-Schwarm heran: Zorro soll ein Kind mit ihr zeugen, da ihr Ehemann Boris Ecker scheinbar unfruchtbar ist. Bereitwillig sagt der untergetauchte Künstler ihr diesen ungewöhnlichen Freundschaftsdienst zu.

Schon einen Monat später heißt es für Zorro wieder einmal Abschied nehmen: Hans stellt ihm seinen eigenen Pass zur Verfügung, und so startet Zorro als falscher "Hans Beimer“ Richtung Marokko. Dass er mit Valerie tatsächlich ein Kind gezeugt hat, ahnt Zorro zu diesem Zeitpunkt nicht – ebenso wenig wie die traurige Tatsache, dass Valerie im siebten Monat eine Fehlgeburt erleidet.

Wiedersehen nach neun Jahren

Viele Jahre gehen ins Land ehe es im September 2007 abermals heißt: Zorro ist wieder da! Nachdem er sich als Künstler einen Namen in New York gemacht hat, plant er eine Kunst-Aktion in seiner alten Wirkungsstätte, der Münchener Lindenstraße. Anlass für seine Rückkehr ist außerdem eine Begegnung mit dem Schauspieler "Käthe" Eschweiler. Die beiden Künstler haben sich im "Big Apple“ kennengelernt und schnell festgestellt, dass sie zahlreiche gemeinsame Bekannte haben: allen voran natürlich Carsten Flöter, "Käthes" angetrauten Ehemann und Zorros einstigen Mitbewohner! Als Zorro deshalb am 06. September mit Sack und Pack vor seinem ehemaligen Weggefährten Carsten steht und nach altbekannter Zorro-Manier wie selbstverständlich ankündigt, die nächste Zeit im Hause Flöter/Eschweiler wohnen zu wollen, ist die Überraschung groß.

Kaum wieder da sorgt Zorro in der Lindenstraße wieder gehörig für Wirbel. Er baut an einer Schrottskulptur, die die drohende Vernichtung der Umwelt anmahnen soll. Doch in den eigentlichen Clou der Aktion werden nur wenige eingeweiht: Zorro lässt die Installation wenige Wochen nach ihrer Enthüllung über Nacht verschwinden, kassiert von der Versicherung ein stolzes Sümmchen und lässt dieses einer Umweltschutzorganisation zufließen.

Zorro, Kathy und Hans

Hans staunt: Lebenskünstler Zorro hat in Kathy seine Traumfrau gefunden.

Mit der Rückkehr in die Lindenstraße begegnet der rastlose Zorro außerdem seiner Traumfrau: Hals über Kopf verliebt er sich in die hübsche Studentin Kathy Müller, die bei den Beimer-Zieglers im Haushalt hilft. Ohne zu zögern versucht Zorro mit allen Mitteln, Kathy von einer Zukunft an seiner Seite zu überzeugen. Und obwohl diese sein Werben mit einem Augenzwinkern hinnimmt, sind die beiden schon bald unzertrennlich.

Auch im neuen Jahr 2008 hat sich Zorro den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben. Als erste Amtshandlung nutzt er das Reisebüro "Ehrlich Reisen“, um auf die wachsende Luftverschmutzung durch den Flugverkehr aufmerksam zu machen (Folge 1161). Ahnungslos überlassen die Ladeninhaber Helga Beimer und Erich Schiller ihm die Bühne – bis sie merken, welch geschäftsschädigendes Spiel Zorro da gerade mit ihnen treibt.

Weniger beherzt hingegen verhält sich Zorro ab Ende März in Sachen Liebe. Als er feststellt, dass sich nun auch Kathy ernsthaft in ihn verliebt hat, bekommt der Chaot plötzlich kalte Füße und geht der verzweifelten Kathy konsequent und feige aus dem Weg. Er hofft, die 22 Jahre jüngere Studentin auf diese Weise zu "entlieben“, denn er fürchtet, bei einer festen Bindung zu "verbürgerlichen“.

Erst als sich Kathy und Zorro Ende Mai aussprechen und feststellen, dass ihre Beziehungsvorstellungen gar nicht so sehr auseinandergehen, wirft Zorro seine Ängste über Bord: Überglücklich sinken sich die beiden in die Arme (Folge 1173).

Zorro, Kathty, Sophie, Sarah und Tom heben ihre Gläser

Ein Hoch auf die Mexiko-Reisenden!

Frisch verliebt und voller Tatendrang planen Zorro und Kathy nun als Duo das nächste Abenteuer: Zorro möchte ein Umweltprojekt in Mexiko City realisieren – und zwar an der Seite seiner Traumfrau Kathy! Deshalb laden die beiden am 03. Juli 2008 ins "Café Moorse“ ein, um sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von ihren Lieben in der Lindenstraße zu verabschieden (Folge 1179).