Pilze selber züchten

Pilze selber züchten

Von Inga Thiede

Immer wieder im Herbst dasselbe Problem: Welche Waldpilze sind essbar und welche giftig? Wer auf Nummer sicher gehen will, züchtet Pilze ganz einfach zu Hause – im Garten, im Keller oder auf der Fensterbank.

Wo bekomme ich Pilze zum Selberzüchten?

Die beliebten weißen oder braunen Champignons lassen sich genauso gut ziehen, wie verschiedene Seitlingsarten oder der Shiitake. Pilze zum Selberzüchten bekommt man zum Beispiel übers Internet. Mehrere Pilzzüchter bieten Fertigkulturen an, das ist die einfachste Variante für Einsteiger. Die Pilz-Fertigkulturen bekommt man in der Regel in Form eines Substratblocks in einem Plastikbeutel geliefert und Kosten circa zehn bis 40 Euro, je nach Pilz und Anbieter.

Wie behandle ich Fertigkulturen?

Wichtig ist, immer genau die Anleitung zu befolgen: Manchmal müssen die Beutel aufgeschnitten werden, manchmal muss das Substrat mit Erde vermischt werden. Auf jeden Fall sollte man bei der Zucht von Pilzen eines beachten: Die größten Feinde des Pilzes sind andere Pilze. Deswegen muss immer peinlich auf Sauberkeit geachtet werden! Am besten, Hände desinfizieren oder sehr gründlich mit Seife waschen oder Einmal-Handschuhe tragen. Auch Messer und andere Werkzeuge vor Benutzung gründlich reinigen.

Pilze mögen es kühl und feucht, am besten ist ein Keller. Pilze mögen außerdem gleichmäßige, nicht zu warme Temperaturen, Frost und große Hitze vertragen sie gar nicht.

Regelmäßig gießen nicht vergessen! Allerdings wollen Pilze auch beim Wasser keine Extreme, weder darf man sie zu stark noch zu wenig wässern. Auf die erste Ernte muss man dann zwischen drei Wochen und drei Monaten warten, je nach Pilzart. Nach der ersten Ernte, bei der man die Pilze am besten vorsichtig herausdreht, sind noch mehrere Ernten möglich, bis das Substrat verbraucht ist. Sollte man die Pilze abschneiden, wieder gut auf die Hygiene achten.

Das Bild zeigt ein Schaubild was zeigt, das man Pilze nicht besprühen soll, sondern mit der Gießkanne gießen soll.

Pilze darf man weder zu stark, noch zu wenig wässern.

Wie geht die Pilzzucht auf Baumstämmen?

Auch auf frischen Laubbäumen ist die Pilzzucht möglich, geeignet sind eigentlich alle Laubhölzer wie Buche, Eiche, Birke oder auch Pappel oder Erle. Der Stamm sollte nicht ganz frisch geschlagen sein, damit er nicht mehr zu viele eigene Abwehrkräfte hat, darf aber auch nicht älter als vier Monate sein, damit er nicht schon durch andere Pilze besiedelt wurde.

Am einfachsten ist es, den Baum mittels sogenannter Pilzdübel mit dem gewünschten Pilz zu impfen. Dafür werden einfach dicke Löcher in den Stamm gebohrt, die Dübel versenkt und hinterher mit Klebeband abgedichtet, damit keine Konkurrenzpilze eindringen können. Die Pilzbrut kann auch direkt in mit der Motorsäge eingesägte Schlitze im Stamm eingebracht werden. Auch bei dieser Methode müssen die Schnittwunden im Stamm mit Klebeband verschlossen werden.

Das Bild zeigt wie ein Baumstamm mit einer Säge angeschnitten wird.

Die Pilzbrut kann in Schlitze oder Löcher eingebracht werden.

Die Stämme müssen dann kühl und trocken gelagert und regelmäßig gewässert werden. Achtung: Immer frisches Leitungswasser nehmen, bei abgestandenem Wasser besteht wieder die Gefahr, dass man Konkurrenzpilze ansiedelt. Die Stämme besiedelt man übrigens eher im Frühjahr oder Frühsommer als im Herbst oder Winter. Sonst können sich die Pilze nicht gut entwickeln.

Sobald an den Außenseiten sichtbar wird, dass der Pilz den Stamm ganz besiedelt hat, kann er halb in die Erde eingegraben werden. Jetzt wird er von unten feucht gehalten. Nach sechs bis 18 Monaten zeigen sich dann die gewünschten Pilze, die in Wellen immer wieder wachsen – solange, bis der Stamm verrottet ist.

Champignons kann man allerdings mit dieser Methode nicht ziehen, diese Pilzart braucht mehr Nährstoffe als ein Baumstamm zu bieten hat.

Stand: 19.09.2016, 11:33