Viel Lob für das Laschet-Ministerium NRW und das Thema Integration

Von Pinar Abut

Die Politik diskutiert derzeit, ob es sinnvoll wäre, auf Bundesebene ein Ministerium für Integration einzurichten. In NRW gibt es seit 2005 ein solches Ministerium. Und es kann Erfolge aufweisen.


Armin Laschet
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CDU-Politiker Armin Laschet

Für viele Einrichtungen ist das Integrationsministerium ein Ansprechpartner. Zum Beispiel für die Regionale Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwanderungsfamilien (RAA). Hauptaufgabe der RAA ist, Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien mit Bildungsangeboten zu fördern. Mit dem Integrationsministerium von Armin Laschet stehen die RAA in inhaltlichen Fragen im engen Dialog.

Christiane Bainski, Leiterin der Hauptstelle der RAA in Nordrhein-Westfalen, ist voll des Lobs: "Mit der Einrichtung des Integrationsministeriums hat das Thema Integration insgesamt auf Landesregierungsebene einen stärkeren Fokus bekommen, insbesondere für unsere Arbeit im Bildungsbereich. Im Ministerium haben wir Ansprechpartner, die fachlich sehr versiert und sehr engagiert sind." Es wurden beispielsweise gemeinsam Patenschaftsmodelle für Mädchen umgesetzt.

"Bundesweit haben 20 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund", sagt Bainski. Allein das spreche schon für ein Bundesministerium für Integration. Das Ministerium müsste aber auch die Kompetenz erhalten, in anderen Ressorts mitsprechen und koordinieren zu dürfen.

Integration eine "Querschnittsaufgabe"

Marijo Terzic hat ebenfalls gute Erfahrungen mit dem Integrationsministerium gemacht. Er ist seit zwei Jahren stellvertretender Leiter des Referats für Integration der Stadt Duisburg. "Integration ist eine Querschnittsaufgabe", sagt er. "Sie ist kein Anhängsel der Innenpolitik, sondern findet sich in allen Lebensbereichen wieder. Deswegen muss sie sich auch in allen Verwaltungsbereichen wiederfinden." Terzic hält ein Bundesintegrationsministerium für eine gute Idee, um Kompetenzen zu bündeln, die interkulturelle Ausrichtung der anderen Ministerien zu fördern und sie fachlich zu unterstützen.

Positive Reaktionen von türkischen Verbänden

Zustimmung für das bundesweit einzigartige NRW-Ministerium kommt auch von wissenschaftlicher Seite. Etwa von Heinz-Jürgen Axt, Professor für Europäische Integration und Europapolitik an der Universität Duisburg-Essen und Vorstandsmitglied des Zentrums für Türkeistudien. Axt hat beobachtet, dass die Arbeit des NRW-Integrationsministeriums gerade von den türkischen Verbänden positiv aufgenommen worden sei. "Armin Laschet geht auf die Migrantenverbände zu und sucht mit ihnen das Gespräch." Er wolle erfahren, wo die Probleme liegen. Auf bundespolitischer Ebene würden Fragen, die die Integration von Zuwanderern in Deutschland betreffen, von unterschiedlichen Ministerien behandelt, unter anderem vom Innen-, Justiz- und dem Bildungsministerium", sagt Axt. "Ein Bundesintegrationsministerium würde die Arbeit erleichtern."


Stand: 14.10.2009, 17.31 Uhr