29. April 1961 - "World Wildlife Fund" (WWF) gegründet

Stand: 25.04.2021, 15:18 Uhr

Vom elitären Tierschützer-Kreis zu einer der größten internationalen Umweltschutzorganisationen: 1961 wird der "World Wildlife Fund" (WWF) gegründet. Sein Logo ist ein Panda.

Der WWF wird ins Leben gerufen (29.04.1961) WDR ZeitZeichen 29.04.2021 14:37 Min. Verfügbar bis 30.04.2099 WDR 5

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An Ostern 1961 verfasst Max Nicholson, Chef einer britischen Umweltbehörde, eine Erklärung zum Aufbau einer internationalen Spendenorganisation mit Sitz in der Schweiz. "Wir müssen die Wildtiere der Welt retten", lautet die Überschrift des Papiers vom 29. April.

Es ist die Geburtsstunde des "World Wildlife Fund" (WWF). Der Aufruf wird von einem guten Dutzend Vogelkundlern, Politikern und Geschäftsleuten aus Europa und Amerika unterzeichnet.

Reservate einrichten

Viele der Gründer sind Großwildjäger. Ihr Fokus liegt auf Elefanten und Nashörnern in Afrika, wo immer mehr Länder unabhängig werden. Der US-Ornithologe Roger Tory Peterson meint im Juli 1961: "Ich habe große Sorge, dass, wenn die Schwarzen in Kenia das Ruder übernehmen, all das, was die Generation für den Erhalt der Natur erreicht hat, ausgelöscht wird."

Diese Haltung stößt auf Kritik, die Fiore Longo von der Menschenrechtsorganisation "Survival International" so formuliert: Der WWF unterstütze das Einrichten von Schutzgebieten "basierend auf einer rassistischen und kolonialistischen Idee: dass westliche Gesellschaften, westliche NGOs besser wissen, wie man die Umwelt schützt."

Bekannte Unterstützer

Christoph Heinrich, Vorstandsmitglied vom WWF Deutschland, räumt ein: "Dass Schutzgebiete wirklich gegen den Willen der Bevölkerung eingerichtet wurden, das hat mit Sicherheit bis in die späten 90er Jahre als Praxis vorgeherrscht."

Dennoch ist der WWF von Anfang an erfolgreich - mit prominenter Unterstützung. Die Beatles sind bei einem Benefizalbum dabei, Prinz Bernhard der Niederlande als erster Präsident. Er initiiert den "Club der 1.001", dessen Mitglieder jeweils anonym 10.000 Dollar spenden.

In rund 100 Ländern

1986 wird der WWF in "World Wide Fund For Nature" umbenannt. Die Mission der Stiftung mit dem Panda als Logo lautet: "Die weltweite Erhaltung der Fauna und Flora, der Wälder, Landschaften und anderer Erscheinungsformen der Natur."

Mittlerweile ist der WWF eine der größten Umweltschutzorganisationen der Welt. Er ist in rund 100 Ländern aktiv und hat über fünf Millionen Fördermitglieder.

Nähe zu Konzernen

Umstritten ist die Nähe zur Wirtschaft. "Der WWF arbeitet mit den größten Umweltsündern der Welt zusammen: Unilever, Shell, Coca Cola und lokalen Holzunternehmen", kritisiert Fiore Longo.

Martin Bethke, beim WWF Deutschland für Unternehmenskooperationen verantwortlich, hält dagegen, Firmen seien nicht nur Teil des Problems, sondern müssten auch Teil der Lösung werden und lernen, nachhaltig zu wirtschaften.

Autorin des Hörfunkbeitrags: Julia Schäfer
Redaktion: Gesa Rünker

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 29. April 2021 an die Gründung der Stiftung "World Wildlife Fund" (WWF). Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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