02.05.1936 - Grundsteinlegung für KdF-Seebad Prora

Block I des KdF-Seebads Prora

ZeitZeichen

02.05.1936 - Grundsteinlegung für KdF-Seebad Prora

Von Kerstin Hilt

"Nur mit einem Volk, das seine Nerven behält, kann man wahrhaft große Politik machen!" Das postuliert Adolf Hitler schon kurz nach der Machtübernahme. Der NS-Freizeitorganisation "Kraft durch Freude" überträgt er die Aufgabe, für genau diese Nervenstärke zu sorgen: mit einem viereinhalb Kilometer langen Betonriegel an einem der schönsten Sandstrände Deutschlands.

Jeweils 20.000 Arbeiter gleichzeitig sollen im "Koloss von Rügen" den Alltag hinter sich lassen. Urlaub im Akkord: Eine Woche darf man bleiben, Anreise, Abreise, Rahmenprogramm organisiert die Partei. Nicht um Freizeit und Freiheit soll es gehen, sondern um Indoktrination und Propaganda.

Doch bevor die ersten Urlauber kommen, beginnt Nazi-Deutschland den Krieg. Der Bau wird gestoppt, das Ferienheim zu einem Lazarett umfunktioniert. Nach 1945 nutzt der SED-Staat Prora als Kaserne.

Heute befinden sich eine Jugendherberge und ein Dokumentationszentrum auf dem Gelände - und ein Privatinvestor wandelt derzeit einen Teil des Gebäudes zu Eigentumswohnungen um. Historiker aber schlagen Alarm: Geschichte ließe sich nicht einfach so umbauen. Schon gar nicht an einem der wichtigsten erhaltenen Orte des NS-Größenwahns.

Redaktion: Hildegard Schulte

KdF-Seebad Prora auf Rügen, Grundsteinlegung (am 02.05.1936)

WDR ZeitZeichen | 02.05.2016 | 15:23 Min.

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Stand: 23.03.2016, 15:08