Die Psychologie hinter Verschwörungstheorien

Die Psychologie hinter Verschwörungstheorien

Die Psychologie der Verschwörungstheorien ist ein noch junges Forschungsgebiet. Und Experten sind vorsichtig, das Entstehen von Verschwörungstheorien rein psychologisch zu begründen, denn es gibt auch wichtige kulturelle und politische Einflussfaktoren. Doch am Beispiel des 11. September zeigt sich eine Funktion deutlich: Eine Verschwörungstheorie kann zumindest oberflächlich Ordnung ins vermeintliche Chaos bringen. Wenn statt unkontrollierbarer Terroristen der US-Präsident selbst die Anschläge zu verantworten hat, ist das Täterbild klar abgesteckt und „der Schuldige“ gefunden.

Wenn sich immer mehr Menschen auf eine Verschwörungstheorie einigen, entsteht außerdem ein Gruppengefühl, dass der Theorie weitere Glaubwürdigkeit gibt. In einer solchen Situation kann es passieren, dass Gegenargumente immer weniger Chancen haben. Beweise oder Argumente, die der die der eigenen Theorie widersprechen, werden dann häufig sogar als „Teil der Verschwörung“ betrachtet und ignoriert. Dann wird aus einer nachprüfbaren Theorie zunehmend eine Ideologie.

Filmautor: Mike Schaefer

Stand: 28.06.2016, 12:00