Wozu brauchen wir Schulnoten?

Wozu brauchen wir Schulnoten?

Kurz vor den Zeugnissen ist es wieder soweit: Vielen Kindern geht es schlecht, weil sie sich fürchten. Rund 50 Prozent der Kinder in Deutschland haben Angst vor schlechten Noten. Kinder aus armen Familien sind noch häufiger betroffen. Trotzdem ist die überwiegende Mehrheit der Eltern überzeugt: Wir brauchen Noten! Sie sind einfach zu verstehen, gelten als Ansporn zum Lernen und als objektiv. Doch kann man mit sechs Ziffern wirklich die Leistung eines Kindes beurteilen - und das gerecht? Quarks & Co erklärt was in Noten drinsteckt.

Noten als Mittel der Gerechtigkeit

Was heute so selbstverständlich erscheint, dass die Leistung über Studien- und Berufswahl entscheidet, war im 18.Jahrhundert fast eine Revolution. Bis dahin blieben die Stände unter sich, ein sozialer Aufstieg aus den unteren Schichten war nicht möglich. Höhere Posten in der Justiz, dem Militär oder der Verwaltung waren dem Adel vorbehalten. Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und der Noten änderte das. Nun konnten auch Bürgerkinder einen solchen Posten bekommen, wenn sie gut in der Schule waren. Doch was damals für mehr Gerechtigkeit sorgte, ist heute problematisch. Quarks & Co zeigt wie die Noten sich entwickelt haben.

Was Besseres als Noten?

In den letzten Jahren forderten Bildungsexperten immer wieder die Abschaffung der Noten, weil sie nur die guten Schüler motivierten. Die schlechten blieben frustriert zurück. Doch wie soll man die Leistung der Schüler sonst bewerten? Es gibt Schulen, die es anders machen und auf Noten verzichten. Sie beurteilen jeden Schüler nach viel mehr Kriterien als Noten es können. Die Schüler lernen an diesen Schulen motivierter. Doch spätestens der Schulabschluss wird benotet, das ist in Deutschland vorgeschrieben. Die Schüler müssen sich das erste Mal in der Leistungsgesellschaft behaupten. Und siehe da – auch diese Schüler machen das Abi.

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Stand: 10.07.2017, 12:00