Gebrochene Herzen

Wenn starke Emotionen tödlich sind

Gebrochene Herzen

Seit einigen Jahren weiß man: Starke Emotionen können das Herz so verändern, dass man daran sterben kann. Die Forscher sprechen dann vom "gebrochenen Herzen". Gebrochen an Herz- und Seelenschmerz, vor Gram und Kummer; so wie es auch der Volksmund kennt. Züricher Forscher wollen jetzt herausfinden, warum das Herz von Broken-Heart-Patienten so reagiert: Ihre Herzspitze ist ausgestülpt und pumpt nicht richtig.

Gebrochene Herzen sind weiblich

Am Universitäts-Krankenhaus Zürich haben Forscher hunderte Daten vieler Betroffener ausgewertet: Alter, Geschlecht, Laborergebnisse – und was am Tag der Herzattacke passiert ist: Etwa 90 Prozent der Patienten sind weiblich, die meisten nach den Wechseljahren. Viele hatten kurz vor der Herzattacke eine ungewöhnliche Belastung in ihrem Leben. Und bei etwa einem Drittel dieser Patienten war das eindeutig eine psychische Belastung: Sie hatten einen Angehörigen verloren, Probleme im Job, Konflikte mit dem Partner oder anderen psychischen Stress. Zum Glück erholen sich die meisten Patienten nach der Herzattacke wieder; doch während der Herzattacke ist das Broken-Heart-Syndrom ähnlich gefährlich wie ein Herzinfarkt.

Der Schlüssel liegt im Gehirn

Aber wie können Gefühle das Herz so schwächen? Die Forscher vermuten die Ursache nicht im Herz selbst, sondern im Gehirn: Dort finden sie charakteristische Veränderungen; unter anderem sind bestimmte Regionen im sogenannten "Mandelkern" bei den Patienten zurückgebildet. Mit Hilfe von Fotos, die Gefühle provozieren, machen die Forscher weitere Untersuchungen. Die Tests zeigen: Das Gehirn der Patienten reagiert ungewöhnlich stark auf diese Bilder. Möglicherweise können die Patienten Emotionen im Gehirn schlechter verarbeiten und das könnte sich aufs Herz auswirken.

Filmautorin: Alexandra Hostert

Stand: 31.07.2017, 12:00