Du bist was du tust – wie Sport unsere Gene steuert

Du bist was du tust – wie Sport unsere Gene steuert

Von WDR

Sport wirkt sich positiv auf unseren Körper aus. Er senkt zum Beispiel das Risiko für Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber wie stark verändert Sport unseren Körper wirklich? Und wirkt er sich auch auf unsere Gene aus? Um diese Fragen zu klären, haben sich Forscher am Karolinska-Institut in Stockholm eine ungewöhnliche Trainingsmethode ausgedacht. Sie machten mit den Probanden Muskeltraining – aber nur mit einem Bein. Das andere blieb die ganze Zeit untrainiert. Die Idee dahinter: Zwei Beine eines einzigen Menschen haben zu Beginn des Versuchs exakt die gleichen Startbedingungen: Das Erbgut ist identisch und alle weiteren Einflüsse von außen wirken auf beide Beine gleichermaßen. Der einzige Unterschied zwischen beiden Beinen ist das Training! So konnten die Forscher das trainierte und das untrainierte Bein optimal vergleichen und den Effekt des Trainings untersuchen. Nach Abschluss der Trainingsphase suchten sie die DNA aus dem Muskelgewebe beider Beine nach biochemischen Veränderungen ab.

Epigenetische Veränderungen im trainierten Bein

Und sie wurden fündig: Bereits nach drei Monaten konnten die Forscher epigenetische Unterschiede bei den Muskelzellen zwischen dem trainierten und dem untrainierten Bein feststellen. Etwa 4.000 von über 20.000 Genen hatten sich durch das Training in ihrer Aktivität verändert – darunter Gene für den Zellenenergie-Haushalt, den Kohlenhydrat-Stoffwechsel, Zellen des Muskelfaseraufbaus, Zuckerverbrennung und Gene für die Bildung von Fettgewebe. Schlussfolgerung der Forscher: Wir nehmen durch körperliche Betätigung tatsächlich auch Einfluss auf unsere Genregulation. Und es ist wirklich so einfach wie es klingt: Mit Bewegung können wir ein genetisches Gesundheits-Programm aktivieren.

Filmautor: Mike Schaefer

Stand: 24.04.2017, 08:00