Die große Eiweiß-Verschwendung

Die große Eiweiß-Verschwendung

Tierfutter besteht heute oft zu über 60 Prozent aus Soja. 80 Prozent der weltweiten Sojaproduktion essen wir also nicht selber, sondern Tiere. Die Idee dahinter: Weil Soja besonders viel Eiweiß enthält, wachsen die Tiere damit schnell und üppig – das ist gut für die Tierzüchter und Landwirte, denn immer mehr Menschen essen immer mehr Fleisch. Und der Bedarf an Fleischprodukten wächst. Aber damit wächst auch ein großes Umweltproblem. Denn Soja-Anbau frisst Land, und durch Monokulturen werden wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen zerstört.

Verschwendung von Eiweiß

Lange Zeit fraßen Nutztiere hauptsächlich Gras, dessen Eiweiß wir Menschen gar nicht direkt nutzen können. Erst wenn das Tier das Gras verdaut hat, kommen wir über dessen Fleisch an diese Eiweißquelle heran. Die Tiere haben uns daher keine Eiweißquelle „weggefressen“. Das ist mittlerweile anders. Im Laufe der Jahrzehnte sind Nutztiere vom Eiweiß-Lieferanten zum Eiweiß-Vernichter geworden. Denn die tierischen Produkte wie Fleisch, Käse oder Eier enthalten am Ende nur noch einen Bruchteil von dem Eiweiß, das die Nutztiere vorher mit dem Soja aufgenommen haben. Auf diese Weise verschwenden wir pflanzliches Eiweiß. Weil auf der Welt aber immer mehr Menschen leben, ist das eine tragische Entwicklung. Denn Menschen hungern und haben Eiweißmangel auch deshalb, weil andere Menschen so viel Eiweiß an Tiere verfüttern.

Filmautor: Ulf Kneiding

Stand: 17.04.2017, 16:30