Ein Leben ohne Tastsinn

Ein Leben ohne Tastsinn

Ein Leben ganz ohne Tastsinn ist wohl nicht möglich. Welche Belastungen aber schon ein reduzierter Tastsinn mit sich bringt, wissen Menschen, die an einer Erkrankung namens "Chronisch inflammatorisch demyelinisierende Polyradikuloneuropathie" leiden. Die mit CIDP abgekürzte Krankheit ist eine Entzündung der Nerven, deren Ursache noch nicht gänzlich verstanden ist. Aber es gilt als gesichert, dass dabei das Immunsystem die Myelinschicht der Nerven zerstört. Dadurch ist die Reizübertragung gestört: Reize zum Beispiel von den Fingerspitzen werden verlangsamt oder sogar gar nicht mehr zum Gehirn weitergeleitet – die Finger fühlen sich taub an.

Es begann mit einem Kribbeln in den Fingerspitzen

Für Quarks & Co erzählt Klaudia Schultze, wie die Krankheit bei ihr 1991 begann: mit einem Kribbeln in den Fingerspitzen, die sich bald auch taub anfühlten. Elf Jahre später wurde es plötzlich schlimmer: Ihr rechtes Bein wurde taub und die Muskelkraft ließ nach. Dann erst die richtige Diagnose: eine Autoimmunerkrankung. Ihr eigenes Immunsystem greift die Nerven an.

Therapien gegen die Taubheit

Gegen die Krankheit gibt es verschiedene Therapien: unter anderem Blutwäsche (Plasmapherese), Kortison oder Immunglobuline. Bei Klaudia Schultze halfen Immunglobuline. Bei anderen Patienten ist dagegen Kortison wirksamer. Das ist individuell verschieden. Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser lässt sie sich therapieren. Eine ähnliche Erkrankung ist das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom (GBS).

Filmautorin: Andrea Wille

Stand: 05.04.2016, 12:00