Titus Dittmann – Der Skateboard-Pionier

Titus Dittmann – Der Skateboard-Pionier

Sie haben Neues geschaffen und mit ihren Ideen die Welt verändert: Pioniere aus Nordrhein-Westfalen. In einer neuen Folge der Doku-Reihe porträtiert der WDR eine herausragende Persönlichkeit aus Münster: den Skateboard-Pionier Titus Dittmann.

Titus Dittmann steht in einer Halle, lacht in die Kamera

Ein eigenes Reich in Münster: Anfangs verkaufte Titus Dittmann die Bretter noch im Wohnzimmer.

Schon als Kind passt er nicht in die Norm: "Wenn ihr nichts werden wollt, werdet wie Titus", warnt ein Lehrer die Mitschüler des Jungen, der einfach nicht stillsitzen kann. Vielleicht ist es mit so einer Vorgeschichte nur logisch, dass Titus Dittmann Mitte der achtziger Jahre seinen sicheren Beruf als Lehrer an den Nagel hängt, um aus seinem Wohnzimmer heraus Bretter auf vier Rädern zu verkaufen. Skateboards – damals haben die wenigsten überhaupt von dem neuen Trend gehört.

Foto aus den 70er Jahren: Titus Dittmann mit Schülern in der Halfpipe

Vorbildhaft: Der angehende Pädagoge teilt in den späten 70er Jahren seine Faszination für das Skateboard mit Jugendlichen.

Trotz Millionen-Umsätzen in die Krise

Am Anfang stehen Euphorie und Unternehmergeist. Titus Dittmann importiert Achsen und Bretter aus Kalifornien und veranstaltet lokale Skate-Events. Doch es dauert nicht lange und das beschauliche Münster, von wo aus Titus sein Imperium aufbaut, wird international ein Begriff. Dittmann ist nicht der erste auf dem deutschen Skateboard-Markt, aber der erfolgreichste: TITUS wird zur Trend-Marke mit Millionenumsätzen. Und Dittmann wird zum "Aushängeschild einer Szene, die keine Aushängeschilder mag", heißt es später in einem Artikel über ihn.

Anfang 2000 rutscht das Unternehmen in eine schwere Krise. Der geplante Börsengang platzt. Doch für Titus Dittmanns Leben gilt ebenso wie für das Skateboardfahren: Wer hinfällt, muss wieder aufstehen und den Trick nochmal versuchen.

Ein Jugendlicher in einer Skaterhalle versucht einen Trick auf einem Geländer

Das Motto beim Skaten: Wenn man mal hinfällt, steht man auf und macht weiter.

Dittmann erkämpft sich sein Lebenswerk ein zweites Mal

Zunächst verpfändet Titus Dittmann bis auf seine Oldtimer seinen gesamten Besitz und kauft sich dann von Banken und Investoren frei, um wieder das Sagen in der eigenen Firma zu haben. Es folgen harte Jahre, doch seit 2007 schreibt das Unternehmen erneut schwarze Zahlen.

Titus Dittmanns amerikanischer Oldtimer steht vor seinem Laden

Europas größter Anbieter von Skateboards und Streetwear: die von Titus Dittmann gegründete Firma TITUS.

Inzwischen liegt die Titus GmbH, Europas größter Anbieter von Skateboards und Streetwear, fest in den Händen von Sohn Julius. Brigitta Dittmann ist eine von drei Geschäftsführern und zuständig für die Finanzen. Für Titus Dittmann selbst ist deshalb aber mit 67 Jahren noch nicht Zeit für den Ruhestand: Er steht immer noch auf dem Skateboard, lehrt als Dozent an der Universität Münster und ist mit seiner Hilfsorganisation skate-aid auf vier Kontinenten aktiv. In Krisen-, Kriegs- und Entwicklungsgebieten lernen Kinder das Skaten. Frei nach Titus Dittmanns Motto: hinfallen, aufstehen, weitermachen!

Ein Erfolgsunternehmer mit Ecken und Kanten

Titus Dittmann sitzt auf einem vergammelnden Oldtimer

Vergänglichkeit: Diesen Oldtimer lässt Titus Dittmann im Garten verrosten, um sich an die eigene Vergänglichkeit zu erinnern.

Die Dokumentation "Titus Dittmann – Der Skateboard-Pionier" erzählt vom Mut und der Durchsetzungskraft des Unternehmers, von Ecken und Kanten, aber auch von den Menschen, auf die er seit Jahrzehnten baut. Wir begleiten den unangepassten Anpacker zurück zu seinen Wurzeln, in die kleine Stadt Kirchen an der Sieg. Hier lernte Titus Dittmann auch seine spätere Frau Brigitta kennen, die gemeinsam mit ihm von der ersten Stunde an das Unternehmen führt.

Ein Film von Marika Liebsch
Redaktion: Lena Brochhagen und Christiane Mausbach

Stand: 11.04.2016, 09:21

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