Sind Benziner wirklich besser als Diesel?

Dieselzapfsäule gegen Benzinzapfsäule

Sind Benziner wirklich besser als Diesel?

Von Jana Hüttenmeister

  • Diesel-PKW sind vor allem auf Langstrecken umweltschonender.
  • Neue, sparsamere Benzinmotoren erzeugen besonders viel Feinstaub.
  • Moderne und sauberere Technologien werden kaum eingesetzt.

Die Sünden des Diesels

Seit dem VW-Abgasskandal steht der Diesel als „Stickoxid-Schleuder“ in der Kritik. Verantwortlich sind vor allem die Stickoxide (NOx). Gesundheitsschädliche Stickoxide (NOx) entstehen bei der Verbrennung in Dieselmotoren. Der Grenzwert für Stickoxide in der Luft wurde an vielen Orten zuletzt mehrfach überschritten.

In den Städten sind Diesel problematisch

Besonders in der Stadt ist das ein Problem: Studien belegen, dass in Gebieten mit einer hohen NOx-Belastung mehr Menschen an Atemwegserkrankungen sterben. Vor allem Asthmatiker und Allergiker sind betroffen. Außerhalb der Ballungsgebiete verflüchtigen die Stickoxide dagegen schnell. Auf dem Land sind sie also kaum eine Gefahr für die Gesundheit.

Kraftstoffanzeige in einem Auto auf Position vollgetankt.

Der Diesel ist sparsamer

Es gibt aber auch gute Argumente für den Diesel. Generell verbrauchen Dieselmotoren weniger Sprit und stoßen weniger CO2 aus als Benziner. Zumindest, wenn man die herkömmlichen Ottomotoren der Benziner mit den Selbstzündern der Diesel-PKW vergleicht, fahren Dieselnutzer also insgesamt klimafreundlicher.

Auf langen Strecken ist der Diesel effizienter

Vor allem auf längeren Strecken ist ein Diesel meist sparsamer als ein Benziner, und damit umweltfreundlicher.  Anders sieht es auf kurzen Strecken aus, vor allem im Winter. Denn im Gegensatz zum Benziner benötigt ein Dieselmotor eine längere Zeit, um warm zu werden. Und erst dann funktioniert die Abgasreinigung richtig. Auf der Kurzstrecke läuft deshalb ein Benziner oft effizienter.

Sparsame Benziner erzeugen viel Feinstaub

Es gibt allerdings moderne Benzin-Direkteinspritzer, die generell weniger verbrauchen und so eine ähnliche Klimabilanz wie Dieselmotoren erreichen. Der Haken an den neuen Motoren: Sie stoßen vermehrt kohlenstoffhaltige, rußige Partikel aus. Das sind Feinstäube, die die Luftqualität enorm belasten und im Verdacht stehen, das Krebsrisiko zu erhöhen. Zwar erzeugen auch Diesel-PKW Feinstäube, für diese sind aber inzwischen Partikelfilter vorgeschrieben.

Die Schattenseiten der Benziner

WDR 5 Leonardo - Hintergrund | 29.08.2017 | 12:22 Min.

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Sauberere Technologien werden kaum eingesetzt

Zwar gibt es auch Partikelfilter für Benziner, die sind aber teuer und werden deshalb nur in wenigen Autos eingebaut. Auch für das Stickstoffproblem der Dieselmotoren gibt es inzwischen Lösungen. So genannte SCR-Katalysatoren werden schon seit einiger Zeit in LKW eingesetzt und reduzieren den Stickoxid-Ausstoß um bis zu 90 Prozent. Bei PKW ist diese Technologie allerdings noch kein Standard.

Stand: 07.02.2018, 15:00