Kükenschreddern: So läuft die Geschlechtserkennung bei Küken im Ei

Montage: Hühnereier, versehen mit den Symbolen "männlich" und "weiblich"

Kükenschreddern: So läuft die Geschlechtserkennung bei Küken im Ei

Von Benjamin Esche und Andreas Sträter

  • Fakten zum Kükenschreddern in Deutschland
  • Neue Methode soll Tötung männlicher Küken verhindern
  • Vor- und Nachteile der Untersuchung

Die Geflügelwirtschaft will noch in diesem Jahr damit beginnen, dem Töten männlicher Küken ein Ende zu setzen. Bis Ende des Jahres seien die ersten Maschinen im Einsatz, die das Geschlecht eines Kükens bereits im Ei bestimmen können.

Fakten zum Kükenschreddern in Deutschland

  • 45 Millionen Küken werden pro Jahr geschreddert.
  • Nur weibliche Küken eignen sich für Eierproduktion.
  • Männchen werden vergast oder lebendig geschreddert.

Mit dem Schreddern soll nun Schluss sein. Deutschland werde das erste Land sein, das dieses weltweite Problem löse, sagt Geflügelverbandspräsident Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke. Ein mögliches Verfahren dafür ist die so genannteNah-Infrarot-Raman-Spektroskopie. Dabei wird mit einem optischen Laser gearbeitet.

Vorteile

  • Kontaktlose Untersuchung
  • Keine Reiningung oder Austausch der Geräte
  • Hühnerembryo werden keine Schmerzen zugefügt

Nachteile

  • Kosten nicht beziffert
  • Marktreife noch unklar
  • langwierige Umstellung

Dieser kann 72 Stunden nach dem Legen das Geschlecht des Embryos im Ei ermitteln. Die Methode macht sich dabei die unterschiedliche Größe der männlichen und weiblichen Geschlechtschromosomen bei Hühnern zunutze.

Bei der Methode muss zunächst mithilfe eines Lasers ein kleines Loch in die Kalkschale des Eies geschnitten werden. Dann wird mit einem weiteren Laser, der eine geringere Lichtintensität besitzt, die eigentliche Spektroskopie durchgeführt. Die Forscher erkennen so, wie hoch der Anteil der Nukleinsäure bei dem Embryo ist oder wie die Proteine aussehen.

Nah-Infrarot-Raman-Spektroskopie beim Hühnerei

Männchen oder Weibchen? Wichtige Frage bei Küken.

Nach der Analyse wird das Loch in der Schale mit einem Pflaster wieder verschlossen, wenn es sich um weibliche Küken handelt. Die männlichen Embryonen würden dagegen nicht mehr weiter bebrütet.

Stand: 31.01.2018, 14:32