Virtuell ein Braunkohlegebiet erkunden

Screenshot aus dem Angebot

Virtual-Reality-Anwendung

Virtuell ein Braunkohlegebiet erkunden

Ein Stadtteil wird umgesiedelt: Kirche, Friedhof, Kindergarten. Eine Bewohnerin steht vor den Trümmern ihres Hauses. Ganz in der Nähe besetzen Aktivist*innen den Hambacher Forst. Mit dem WDR-Projekt "Braunkohle VR" sind Schüler*innen hautnah dabei. Hier erhalten Sie das passende Unterrichtsmaterial.

Angebot für Lehrerinnen und Lehrer
Das bekommen SieDas benötigen Sie
✔ Unterrichtsvorschläge
✔ Arbeitsblätter (differenziert)
✔ Antworten auf technische Fragen
✔ Fortbildung für Lehrkräfte
✔ Internetzugang
✔ Computer, Smartphones o. Tablets
✔ VR-Brillen (optional)
✔ Kopfhörer (optional)

Unterricht

Lassen Sie Ihre Schüler*innen ab Klasse 9 mit dem WDR-Projekt "Braunkohle VR" selbst ein Braunkohlegebiet entdecken. Die Schüler*innen beschäftigen sich im Politik- oder Wirtschaftsunterricht mit Kapitel 5 und Kapitel 6 des Projekts. Sie erkunden den Hambacher Forst sowie das Baumhaus-Camp der Aktivist*innen.

Sie können das Unterrichtsmaterial für das Gemeinsame Lernen in heterogenen Lerngruppen nutzen. Sie bekommen die Arbeitsblätter zum Teil in zwei Niveaustufen und als barrierefreies PDF-Paket mit Formularfeldern und Tags für Screenreader.

Unterrichtsvorschläge

Wenn der Heimatort umgesiedelt wird – Einstieg

Bitten Sie die Schüler*innen sich vorzustellen, ihr Heimatort müsste umgesiedelt werden. Was heißt das überhaupt? Was gehört zu einer Umsiedlung dazu? Die Klasse diskutiert, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten. Die Ergebnisse werden an der Tafel gesammelt.

Sozialform:

  • Plenum

Manheim kennenlernen – Erarbeitung

Die Schüler*innen erkunden in Einzelarbeit Kapitel 5 "Umsiedlung" der VR-Anwendung. Sie besuchen Manheim Alt, einen Stadtteil von Kerpen, der wegen des Braunkohleabbaus am Tagebau Hambach umgesiedelt werden musste, und Manheim Neu, den neuen Stadtteil. Auf ihrer Entdeckungstour machen die Schüler*innen Screenshots und Notizen zu interessanten Begegnungen, Gebäuden und Orten.

Auf Arbeitsblatt 1 finden Sie passende Recherchefragen. Dann teilen sich die Schüler*innen in Kleingruppen zu den zwei Schwerpunkten "Orte/Gebäude" und "Menschen" auf. Bei größeren Lerngruppen können die Themen mehrfach vergeben werden. Die Schüler*innen erarbeiten dann anhand ihres Recherche-Materials eine Präsentation. Diese kann als Erklärvideo, digitales Lernplakat oder Folien-Präsentation erstellt werden. Die Ergebnisse werden exemplarisch im Plenum präsentiert.

Sozialform:

  • Einzelarbeit
  • Kleingruppenarbeit

Material:

  • Arbeitsblatt 1 A und 1B
  • Materialblatt 1B

Tipps zur Differenzierung: Auf Arbeitsblatt 1B sind die Arbeitsanweisungen sprachlich vereinfacht. Außerdem sind die Screenshots aus dem Projekt bereits für den Unterricht aufbereitet. Die Bilder müssen den Begriffen auf Arbeitsblatt 1B zugeordnet werden. Das Materialblatt kann auch genutzt werden, wenn die Klasse den Tagebau mit einer VR-Brille besucht, da es in diesem Modus nicht möglich ist, Screenshots zu erstellen.

Ein Video über die Umsiedlung drehen – Transfer

Die Schüler*innen arbeiten in Kleingruppen von drei Personen. Sie wählen selbst, wer die Kamera bedient, wer die Reporterin oder den Reporter darstellt und wer den oder die Protagonist*in. Die Schüler*innen sollen sich entweder in die Bewohnerin oder in ihren Sohn hineinversetzen.

Aus ihrer Perspektive erzählen sie dem Reporter in einem kurzen Statement, wie es ihnen mit der Umsiedlung geht. Das Video nehmen die Schüler*innen mit ihrem Smartphone oder einer Digitalkamera auf und präsentieren es vor der Klasse.

Sozialform:

  • Kleingruppenarbeit
  • Plenum

Material:

  • Arbeitsblatt 1 A und 1B
  • Materialblatt 1B

Ein Camp im Wald – Einstieg

Steigen Sie mit dem Bildimpuls auf Materialblatt 2 in die Arbeit mit Kapitel 6 "Hambacher Forst" ein. Erklären Sie kurz, dass es Menschen gibt, die im Wald in Baumhäusern wohnen und dass in der Nähe Braunkohle abgebaut wird.

Die Jugendlichen sollen nun selbst Vermutungen darüber anstellen,

  • warum die Personen das tun,
  • was für Herausforderungen sich ihnen wohl stellen und
  • wie das Leben in einer solchen Baumhaussiedlung wohl funktioniert.

Sozialform:

  • Plenum

Material:

  • Materialblatt 2

Den Hambacher Forst erkunden – Erarbeitung

Die Schüler*innen überprüfen ihre Einschätzung über das Leben im Hambacher Forst. Dazu erkunden sie Kapitel 6 des Braunkohle-Projekts. Hier steht das eigenständige Entdecken der Schüler*innen im Vordergrund. Sie lernen die Welt der Baumhaus-Besetzer*innen auf eigene Faust kennen und lassen sich vom visuellen Erleben und ihrer Neugier leiten. Dazu bearbeiten sie Fragen auf Arbeitsblatt 2A und 2B.

Sozialform:

  • Einzelarbeit

Material:

  • Arbeitsblatt 2A und 2B
  • Materialblatt 2B

Tipps zur Differenzierung: Auf Materialblatt 2B und Arbeitsblatt 2B sind die Aussagen für Aufgabe 1 und 2 vorgegeben. Die Schüler*innen ordnen die Aussagen den Fragen zu und bringen sie in die richtige Reihenfolge. So können die Schüler*innen sich voll auf das Erleben in der Anwendung konzentrieren und müssen nicht zwischen der Bearbeitung der Aufgabe und dem Braunkohle-Projekt hin und her wechseln.

Formen der Meinungsbekundung kennenlernen – Transfer

Die Schüler*innen recherchieren im Internet, wie über die Proteste berichtet wurde. Dann diskutieren die Schüler*innen, welche Möglichkeiten es in einer Demokratie gibt, seine Meinung zu vertreten und kundzutun.

Sozialform:

  • Einzelarbeit

Material:

  • Arbeitsblatt 2A und 2B
  • Materialblatt 2B

Was Sie beachten sollten

Die Schüler*innen können in Kapitel 1 bis 3 als Wiederholung zum "Braunkohle-Abbau" selbstständig den Tagebau Garzweiler erkunden. Sie sehen den gigantischen Schaufelradbaggern bei der Arbeit zu, klettern selbst ins Cockpit und begleiten die Kohle auf ihrem Weg durch das Kraftwerk.

Die WDR-Reporterin Donya Faharani führt die Entdeckungstour an und beantwortet Fragen zu den Standorten. Detaillierte Informationen zu den Episoden 1–4 finden Sie hier: Link Kernelement 5/6. Hinweis zum Einsatz mit VR-Brillen: Sie können das Angebot im Unterricht mit Desktop-Computern, Tablets oder Smartphones einsetzen.

Wenn Sie den Effekt verstärken wollen, können Sie auch selbstgebaute VR-Brillen aus Pappe oder Kunststoff nutzen. Für spezielle VR-Brillen gibt es Altersempfehlungen (z.B. ab 12 oder 13 Jahre). Bitte achten Sie auf die Angaben der Hersteller. Epileptiker sollten das Angebot auf jeden Fall ohne VR-Brille nutzen.

Diese Medienkompetenzen werden gefördert

Wenn Sie die VR-Anwendung im Unterricht einsetzen, können Sie folgende Bereiche aus dem Kompetenzrahmen der Kultusministerkonferenz fördern:

Werkzeuge bedarfsgerecht einsetzen/Medien analysieren und bewerten

  • Ein 360-Grad-Video bedienen (via Browser, Tablet oder Smartphone)
  • Eine VR-Brille nutzen
  • Ein Smartphone-Interview drehen
  • Snipping-Tool oder Short-Cuts nutzen, um Screenshots zu erstellen

Arbeits- und Suchinteressen klären und festlegen

  • Interessengeleitet entscheiden, über welchen Standort innerhalb der Anwendung die Schüler*innen mehr wissen wollen

Suchen und Filtern

  • Im Internet recherchieren, wie über die Proteste berichtet wurde und wie man seine Meinung vertreten kann

Diese Lehrplaninhalte werden thematisiert

Wirtschaft

Unternehmen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen in der Sozialen Marktwirtschaft

Politik

Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie

Hier finden Sie die VR-Anwendung

Technische Fragen

Welche technischen Voraussetzungen sind notwendig?

Computer/Browser (Video): Auf dem Computer können Sie das 360-Grad-Angebot über alle gängigen Webbrowser nutzen. Smartphone/Tablet: Um den Tagebau in 360 Grad zu besuchen, benötigen Sie ein gängiges Smartphone oder Tablet. "Gängig" bedeutet für Apple-Geräte beispielsweise, dass das Betriebssystem mindestens auf der Version iOS 9 laufen sollte. Außerdem benötigen Sie eine leistungsfähige Internetverbindung über WLAN.

Virtual-Reality-Brille: Sie können die 360-Grad-Erfahrung auch mit einer Virtual-Reality-Brille erleben, die Sie mit dem Computer oder ihrem Smartphone verbinden.

Wie bedient man die Anwendung?

Öffnen Sie das Virtual-Reality-Projekt "WDR Braunkohle – Mitten im Tagebau". Das Hauptmenü ist ein Kartenmodell des Tagebaus Garzweiler. Sie können verschiedene Stationen anklicken und besuchen.

Die Stationen, die mit einem "Play"-Zeichen (Dreiecksymbol) gekennzeichnet sind, führen Sie direkt zum jeweiligen Video. Einige Stationen sind mit einem Plus-Symbol gekennzeichnet. Wenn Sie darauf klicken, öffnet sich ein Untermenü mit mehreren kleineren Videos. Diese können Sie einzeln anwählen.

Die Stationen sind 360-Grad-Videos, die verschiedene Teile des Tagebaus, des Hambacher Forsts und der Umgebung zeigen. Durch Klicken und Ziehen der Maus können Sie sich an den Stationen umschauen. An manchen Stationen warten Personen, die etwas erzählen.

Über ihren Köpfen finden Sie Textboxen mit Fragen. Klicken Sie eine Frage an, erzählt die Person etwas dazu. An anderen Stationen finden Sie ein Lupen-Symbol. Klicken Sie es an, um Details zu vergrößern. Mit einem Klick auf das Kartensymbol unten links kommen Sie zurück ins Hauptmenü.

Dort sehen Sie, wie viel Prozent des Projekts Sie erkundet haben. Unten rechts im Bild sehen Sie Symbole. Wenn Sie auf "barrierefrei" klicken, erhalten Sie Untertitel für die Videos. Mit dem Lautsprecher-Symbol ganz rechts schalten Sie den Ton ein und aus.

Mit dem Symbol links daneben (Rechteck mit kleinerem Rechteck darin) wechseln Sie in den Vollbildmodus. Oben rechts finden Sie das "Menü". Sie können "Karte“, "Episoden" und "Über" auswählen. "Karte" bringt Sie zurück zum Modell. Unter “Episoden“ finden Sie die einzelnen Videos nach Themen sortiert. Der Punkt "Über" hält Informationen zum Projekt bereit.

Stand: 25.09.2020, 11:08