Screenshot aus der Klima App

Augmented-Reality-App

Virtuell der "Generation Klimawandel" begegnen

Tina hat Angst, dass der Braunkohle-Bagger ihr Zuhause zerstört. Anna hält Kühe, die unter den heißen Sommern leiden. Leonie ist Klima-Aktivistin, Aaron hat drei Monate lang Bäume gepflanzt. Lernen Sie mit Ihrer Klasse ihre Geschichten kennen. Und lassen Sie die Schüler*innen herausfinden, wer in der Politik verantwortlich ist – und welchen Unterschied individuelles Engagement machen kann.

Angebot für Lehrerinnen und Lehrer
Das bekommen SieDas benötigen Sie
✔ Unterrichtsvorschläge
✔ Arbeitsblätter
✔ Bericht aus der Praxis
✔ Antworten auf technische Fragen
✔ Fortbildung für Lehrkräfte
✔ Workshops in der Schule
✔ Internetzugang (nur für Installation)
✔ Tablets
✔ Smartphones (optional)
✔ Kopfhörer (optional)

Die Klima App erscheint im August 2022.

Unterricht

Nutzen Sie die Klima App für eine Begegnung mit der "Generation Klimawandel". Ihre Schüler*innen erfahren zunächst, welchen Einfluss Braunkohle-Verstromung und Rinderhaltung auf das Klima haben. Dann lernen sie Tina und Anna kennen, zwei junge Frauen, deren Alltag als Anwohnerin und als Landwirtin unmittelbar von diesen Themen geprägt ist.

Sie erkennen, welchen Einfluss Entscheidungen der Politik haben und wer dafür verantwortlich ist. Und sie setzen sich am Beispiel der Klima-Aktivistin Leonie und von Baumpflanzer Aaron damit auseinander, inwiefern persönliches Engagement dazu beiträgt, den Herausforderungen durch den Klimawandel zu begegnen. Das Unterrichtsmaterial ist barrierefrei und eignet sich auch für heterogene Lerngruppen oder Schüler*innen mit Förderbedarf.

Unterrichtsvorschläge

Eigene Position zum Klimawandel einnehmen – Einstieg

Starten Sie in die Unterrichtseinheit mit einem Line-Up. Stellen Sie dafür die provozierende Aussage in den Raum "Klimawandel? Das betrifft mich doch nicht". Markieren Sie zwei Punkte an gegenüberliegenden Seiten des Klassenraums. Hängen Sie auf die eine Seite eine Karte mit der Aufschrift "trifft zu", auf die andere Seite eine Karte mit "trifft nicht zu". Die Lernenden positionieren sich passend. Wichtig ist dabei, dass die Schüler*innen sich nicht für eine der Seiten entscheiden müssen, sondern auch Zwischenpositionen einnehmen können. Geben Sie einzelnen Schüler*innen die Gelegenheit, ihre Position exemplarisch zu begründen.

Sozialform – Plenum

Bedeutung von Braunkohle-Verstromung und Rinderhaltung für den Klimawandel kennenlernen – Erarbeitung 1

Die Lernenden arbeiten im Partnerpuzzle. Jeweils die Hälfte der Klasse schaut sich ein kurzes Erklärvideo zu Braunkohle, die andere eines zur Rinderhaltung an. Diese sogenannten Infoshots erreichen sie über die i-Symbole auf der Einstiegsseite zu dem virtuellen Erlebnis "Generation Klimawandel" bei den Protagonistinnen Tina (Braunkohle) und Anna (Landwirtschaft). Begleitend erhalten die Schüler*innen Arbeitsblatt 01 mit Bild- und Textkarten mit Inhalten aus den Infoshots (zweiseitig, jeweils einmal pro Arbeitspaar ausgeben). Sie schneiden die Karten auseinander und ordnen die Inhalte zu dem Video, das sie gesehen haben – jeweils so, dass immer ein Bild und eine Textkarte zusammenpassen. Anschließend schauen sie sich den Infoshot zu dem anderen Thema an und kontrollieren dabei die Arbeitsergebnisse ihrer Arbeitspartner*innen. Wenn alles richtig sortiert ist, kleben sie die Bild- und Textpaare auf.

Sozialform – Partnerarbeit

Material:
Arbeitsblatt 01, Scheren, Kleber

Die individuelle Dimension der Themen verstehen – Erarbeitung 2

Die Lernenden sehen sich passend zu dem Thema, mit dem sie sich als erstes befasst haben, die AR-Erzählung von Tina zur Braunkohle beziehungsweise von Anna zur Landwirtschaft in der Klima App an. Auf den Arbeitsblättern 02 und 03 verorten sie die Erlebnisse der beiden jungen Frauen zunächst. Dafür recherchieren sie online, in welchem Bundesland die beiden leben. Mit dem Routenplaner eines Online-Kartendienstes finden sie heraus, wie weit der Ort in Autokilometern von ihrer Schule entfernt gelegen ist. Dann notieren sie Details aus den Erzählungen anhand von Leitfragen. Im Anschluss stellen sie sich gegenseitig ihre Arbeitsergebnisse vor. Weisen Sie dabei darauf hin, dass nicht nur das Ereignis, sondern auch seine Verortung Teil des Austausches sein soll.

Sozialform – Partnerarbeit

Material:
Arbeitsblatt 02a, b
Materialblatt 02
Arbeitsblatt 03a, b
Materialblatt 03

Tipps zur Differenzierung:
Auf den Arbeitsblättern 02b und 03b erhalten die Lernenden Satzanfänge als Hilfestellung. Wer noch mehr Unterstützung benötigt, erhält Materialblatt 02 oder 03 mit den wichtigsten Aussagen der Protagonist*innen in Sprechblasen. Diese können sie auf den Arbeitsblättern jeweils passend zuordnen, ohne frei zu formulieren.

Akteure der Klimapolitik kennenlernen – Vertiefung

Kurze Infotexte auf den Arbeitsblättern 04 und 05 erläutern, welche politischen Akteure bei Bundespolitik, Landespolitik und Interessenverbänden welche Rolle bei Entscheidungen zu den jeweiligen Themen spielen. Die Schüler*innen erfahren, welche Handlungsmöglichkeiten auch für einzelne Betroffene bestehen, indem sie politische Entscheidungsträger*innen auf ihre Situation aufmerksam machen.

Dafür versetzen sie sich passend zu dem Thema, mit dem sie sich beschäftigt haben, in die Lage einer Familie, der es ähnlich geht wie den beiden Protagonistinnen aus der App. Sie wählen aus, an welchen politischen Akteur sie sich mit ihrem Anliegen wenden wollen – zum Beispiel an ihren Wahlkreisabgeordneten aus Landtag oder Bundestag oder an einen Interessenverband.

Weisen Sie darauf hin, dass es keinen "richtigen" oder "falschen" Akteur gibt, sondern unterschiedliche Möglichkeiten mit verschiedenen Schwerpunkten in der Argumentation. An den gewählten Akteur verfassen sie eine fiktive E-Mail, in der sie ihre Anliegen darlegen. Abschließend stellen einzelne Lernende ihre E-Mails exemplarisch im Plenum vor.

Hinweis: Sowohl die Infotexte als auch die Aufgabe auf den Arbeitsblättern 04 und 05 stellt den politischen Diskussionsstand aus dem Frühjahr 2022 dar. Wollen Sie einen größeren Aktualitätsbezug, können die Lernenden vor dem Verfassen der E-Mails recherchieren, wie aktuell der Diskussionsstand um das Dorf Kuckum ist beziehungsweise welche aktuellen Fördermöglichkeiten in der Landwirtschaft es gibt.

Sozialform – Einzelarbeit, Plenum

Material:
Arbeitsblätter 04, 05

Tipp für heterogene Lerngruppen: Besprechen Sie eventuelle Fragen zu den Infotexten zunächst im Plenum. Sammeln Sie danach mögliche Ansprechpartner*innen und Argumente zu den Themen gemeinsam an der Tafel, um die textliche Einzelarbeit vorzubereiten.

Klima-Aktionen als Handlungsoption – Erarbeitung 3

Im Partnerpuzzle lernen die Schüler*innen Leonie und Aaron kennen. Leonie ist Klima-Aktivistin bei Fridays for Future, Aaron hat drei Monate lang Bäume gepflanzt, um einen aktiven Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten.

Die Lernenden schauen sich zunächst jeweils eine der beiden AR-Erzählungen an und ordnen die wichtigsten Aussagen zu Motivation und persönlichen Zielen tabellarisch auf Arbeitsblatt 06 beziehungsweise 07. Danach informieren sie sich mit dem jeweils passenden Infoshot über Hintergründe. Die wichtigsten Fakten dazu notieren sie auf den Arbeitsblättern 08 beziehungsweise 09.

Sie überlegen, inwieweit Leonie und Aaron ihre Ziele durch die gewählte Form des Aktivismus erreichen können oder nicht. Nach jedem der Arbeitsschritte tauschen sich die Arbeitspaare über ihre Ergebnisse aus. Danach kann sich eine Diskussion im Plenum anschließen, ob und in welcher Form die Schüler*innen Klima-Aktivismus persönlich befürworten.

Sozialform – Partnerarbeit, Plenum

Material:
Arbeitsblätter 06, 07
Materialblätter 06, 07
Arbeitsblätter 08, 09

Tipp zur Differenzierung: Auf den Materialblättern 06 und 07 sind die wichtigsten Aussagen von Leonie und Aaron in Sprechblasen notiert. Geben Sie diese bei Bedarf unterstützend aus.

Eigene Position zum Klimawandel überdenken – Abschluss

Die Klasse wiederholt das Line-Up vom Anfang unter derselben Fragestellung. Fordern Sie die Lernenden auf, zu überdenken, ob sie die vorherige Position beibehalten oder sich neu positionieren wollen. Lassen Sie wiederum einzelne Lernenden die Entscheidung exemplarisch begründen.

An die Arbeit mit der Klima App kann sich eine Recherche in der eigenen Region anschließen: Wer engagiert sich vor Ort? Was sind hier die drängendsten Probleme? Welche Aktionen gibt oder gab es? Die Lernenden sammeln Informationen und mögliche Ansprechpartner*innen. Gegebenenfalls können sie so Ideen für eine eigene Aktion für die Schule entwickeln.

Die App erscheint im August 2022. Dann sind auch die Arbeitsblätter verfügbar.

Diese Lehrplaninhalte werden thematisiert

  • Nachhaltigkeit gesellschaftlichen Handelns sowie Möglichkeiten und Schwierigkeiten nachhaltigen Wirtschaftens
  • ausgewählte politische Maßnahmen in Deutschland bezüglich der ökologischen Herausforderung durch den Klimawandel
  • eigene Möglichkeiten des Eingreifens in das wirtschaftliche Geschehen unter der Perspektive der Nachhaltigkeit
  • Durchsetzbarkeit politischer Maßnahmen zum Klimawandel
  • Bedrohung der Lebensgrundlagen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene durch natürliche und anthropogene Ursachen
  • der Nachhaltigkeit verpflichtete Bewältigung zentraler ökologischer Herausforderungen
  • angepasstere Nutzung unterschiedlicher Räume durch den Menschen
  • Auseinandersetzung mit grundlegenden geoökologischen Gegebenheiten und Wirkungszusammenhängen
  • regionale und globale Folgen der Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt am Beispiel des Klimas
  • Hauptursachen sowie die regionalen und globalen Auswirkungen des anthropogen verursachten Klimawandels
  • Bedrohung von Lebensräumen durch unsachgemäße Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt

Diese Medienkompetenzen werden gefördert

Wenn Sie die App im Unterricht einsetzen, können Sie folgende Kompetenzbereiche fördern:

  • Problemlösen und Handeln
  • Eine AR-App auf Tablets und Smartphones für Lernzwecke nutzen
  • Einen Online-Kartendienst zur Entfernungs-Recherche nutzen
  • Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
  • Wichtige Informationen aus den Erzählungen und Infoshots filtern
  • Informationen zum Ablauf der Ereignisse und zum Klimawandel zusammenfassen
  • Analysieren und Reflektieren
  • Analysieren, wie Film und Text in den Erzählungen der Betroffenen wirken

Was Sie beachten sollten

Die App enthält in den anderen Kapiteln Simulationen, die einen Großbrand, eine zerstörerische Flut und die Zerstörung von Wohnraum thematisieren. Die Bilder und Geräusche können fordernd sein, etwa für Schüler*innen, die selbst ähnliche Erfahrungen gemacht oder durch andere traumatische Ereignisse ihre Heimat verloren haben. In diesem Fall kann es helfen, keine Kopfhörer zu nutzen und die Interviews mit etwas mehr räumlichem Abstand zu betrachten (zum Beispiel über die Schulter eines Mitschülers oder einer Mitschülerin, der/die das Tablet hält).

Extra für Sie

Ein Team aus der Redaktion "Doku&Digital" des WDR bietet ab Schuljahr 2022/2023 eine Schultour zu der Klima App an. Es besucht Ihre Klasse, stellt die App vor und diskutiert mit den Schüler*innen über die Inhalte. Anmeldungen dafür sind möglich unter ar@wdr.de.

Erfahren Sie in einem Workshop an Ihrer Schule, Ihrem ZfsL oder in Ihrem Medienzentrum, wie Sie die Klima App und das begleitende Unterrichtsmaterial in Ihrem Unterricht einsetzen können. Melden Sie sich für das kostenfreie Angebot an – per E-Mail unter schuledigital@wdr.de. Die Workshops finden je nach Wunsch online oder in Präsenz statt.

Die Klima App erscheint im August 2022.

TECHNISCHE FRAGEN

Welche technischen Voraussetzungen sind nötig?

Sie benötigen Tablets oder Smartphones. Um die App herunterzuladen, sollten Sie im WLAN sein. Danach läuft die App ohne Internetverbindung. Die Klima App benötigt etwa 1 GB Speicherplatz.

Zusätzlich muss das Gerät leistungsstark sein:

Anforderungen Apple:
ab iOS 12.5 iPad 2019 oder vergleichbare Leistung
Empfohlen sind iPad Pro ab 2019 oder Devices mit vergleichbarer Leistung, aufwärts.

Anforderungen Android:
ab Android 9.0
Empfohlen sind Android Samsung s10 oder Geräte mit vergleichbarer Leistung.

Wie bedient man die Anwendung?

Um die virtuellen Personen im Raum zu positionieren, ist Folgendes notwendig: Bewegen Sie die Kamera, um den Boden abzutasten. Zielen Sie danach in einem Abstand von 2,5 m auf eine freie Fläche des Fußbodens. Berühren Sie den Screen, sobald der Kreis komplett gefüllt ist. Dann sehen Sie eine Gruppe von vier jungen Menschen vor sich, die virtuell im Raum platziert ist: Leonie und Klimawandel weltweit, Aaron und der Wald, Anna und die Landwirtschaft, Tina und die Braunkohle. Tippen Sie auf Starten, um ihre Geschichten zu hören. Wenn Sie auf das i tippen (neben den Überschriften), bekommen Sie weitergehende Informationen zu den einzelnen Themenbereichen.

Tipps

Wenn das Platzieren nicht funktioniert, ist der Fußboden möglicherweise nicht geeignet. Der Boden darf nicht einfarbig sein oder glänzen, sondern sollte eine Struktur haben. Im Raum sollte es zudem hell sein. Falls eine virtuelle Person in der Luft schwebt, hat die Platzierung nicht funktioniert. Indem Sie auf den Screen tippen, können Sie neu platzieren. Wenn Sie die Erzählung pausieren wollen, tippen Sie auf den Bildschirm. Sie können auch andere Funktionen auswählen wie "Fortsetzen", "Raum neu erfassen", "Erlebnis neu starten" oder "Zum Hauptmenü".