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Die Kleine Anfrage - Likör und Glühwein

Kirschlikör in einem kleinen Glas mit einer Kirsche drin auf einem Tisch

Die Kleine Anfrage - Likör und Glühwein

Von Christiane Meister

Umgerechnet gut zehn Liter reinen Trinkalkohol trinkt jeder Deutsche im Jahr. Doch alkohlfrei ist angesagt. Könnte man auch Kirschlikör ohne Umdrehungen produzieren? Wenn ja, wie?

Die Deutschen trinken gerne Alkohol. Umgerechnet gut zehn Liter reinen Trinkalkohol – in der Chemie: Ethanol – haben sie 2013 im Schnitt zu sich genommen. Doch nicht immer ist der Rausch das Ziel, oft geht es einfach um den Geschmack. Die Industrie hat deshalb Alternativen entwickelt: Es gibt alkoholfreies Bier, Sekt und auch Wein. Doch welche Möglichkeit haben Menschen, die gerne mal ein Gläschen süßen Likör genießen – aber keinen Schwips bekommen wollen? Der Supermarkt bietet keine alkoholfreie Alternative an.

Alkohol verkocht sich – aber auch das Aroma

Dass sich Alkohol verkocht, ist eine landläufige Küchenweisheit. Tatsächlich siedet Ethanol schon bei 78, Wasser erst bei 100 Grad Celsius. Deshalb verdampft Alkohol schneller als Wasser, wenn man beides erhitzt. Doch nicht nur der Alkohol, auch Aromastoffe verflüchtigen sich. Alles, was man beim Erwärmen riechen kann, ist anschließend nicht mehr im Essen oder Getränk enthalten. Der Likör würde also beim Erhitzen nicht nur Alkohol verlieren, sondern vor allem auch Geschmack.

Großtechnische Lösung: Umkehrosmose

In der Industrie wird beispielsweise die Umkehrosmose genutzt, um den Alkoholgehalt eines Getränkes zu reduzieren – etwa bei der Herstellung von alkoholfreiem Bier. Die Umkehrosmose ist ein Filtrationsprozess und funktioniert ähnlich wie ein Kaffeefilter. Allerdings ist die Membran viel feiner. Mit hohem Druck kann eine Mischung aus Wasser und Alkohol getrennt werden. Doch das sei nichts, um es zu Hause nachzumachen, sagt Hans-Ulrich Humpf, Professor für Lebensmittelchemie an der Universität in Münster.

Einfach alles selber machen

Der Experte hat aber trotzdem einen Tipp: "Normalerweise besteht zum Beispiel ein Kirschlikör aus Kirschsaftkonzentrat, Wasser, Zucker und Alkohol." Die Zutaten kann sich jeder besorgen und selbst ausprobieren, welches Mischverhältnis das richtige ist – der Alkohol kann auch ganz weggelassen werden. Allerdings muss man dann besonders auf die Haltbarkeit achten.

Redaktion:
Martin Gent

Redaktion:
Martin Gent

Stand: 17.12.2015, 16:05