Experimentierfreude im Netz

Neue Video-Newsformate

Experimentierfreude im Netz

Am 19.1. geht der WDR mit zwei neuen Video-Newsformaten an den Start. Sie werden unter dem Titel "WDR #3sechzich" in sozialen Netzwerken verbreitet: News-Clips über die Video- und Fotosharing-App Instagram und von jungen Kolleginnen und Kollegen präsentierte Kurzvideos auf YouTube. 

Jonas Wixforth und Katrin Schlusen aus der Programmgruppe Aktuelles Fernsehen haben die neuen Formate mitentwickelt. "Wir wollten aus dem, was wir hier an Knowhow und Inhalten haben, etwas machen, das für Leute zwischen 20 und 30 interessant ist", sagt Wixforth. Diese Zielgruppe sei mit dem klassisch-linearen Fernsehen eher nicht mehr zu erreichen. "Wir müssen da hingehen, wo die sind."

Kurzvideoformat für YouTube

Herausgekommen ist zum einen ein Kurzvideoformat für YouTube: Darin setzen sich junge Presenter zwei bis vier Minuten mit einem Thema auseinander. An den Start gehen netzaffine Leute, die nah an der Zielgruppe sind: der Newcomer Tim Schrankel, bis vor kurzem Redaktionsstudent in der PG Aktuelles, Melek "M3lly" Balgün, die im Netz als Moderatorin für die "Electronic Sports League" bekannt ist, und 1LIVE-Moderatorin Freddie Schürheck. "Sie präsentieren die Themen aber anders als unsere Moderatoren im linearen Fernsehen.", sagt Wixforth. "Denn wir versuchen, die Leute da abzuholen, wo sie im Internet sind. Gerade die sozialen Netzwerke funktionieren nicht über sachliche Information allein, sondern über Haltung, Austausch und Diskussion." Der Dialog über soziale Netzwerke sei deswegen wichtiger Bestandteil von "WDR #3sechzich".

Junges Autoren-Team

Die Presenter arbeiten mit einem Team aus jungen Autoren zusammen, das auch das zweite #3sechzich-Format betreut, die InstaNews. "Darin erzählen wir in 15 Sekunden kleine tagesaktuelle News-Geschichten", sagt Katrin Schlusen. Der Clou: Die Videos funktionieren ohne Ton, nur mit eingeblendetem Text - ideal also für Menschen, die gerade mit dem Smartphone in einer Schlange stehen, im Zug sitzen oder sich anderswo mal eben informieren möchten. Etwa drei InstaNews und ein Video sollen pro Wochentag veröffentlicht werden.

Das #3sechzich-Team schmiedet seine Themen im Newsroom der Programmgruppe Aktuelles Fernsehen im Funkhaus Düsseldorf, wo die Kurznachrichten für das WDR Fernsehen und der Videotext produziert werden.

Leichtigkeit und Experimentierfreude

Das Projekt ist Teil der 360-Grad-Verbreitung, die Fernsehdirektor Jörg Schönenborn als ein strategisches Ziel ausgerufen hat - die Botschaft findet sich auch im Titel "WDR #3sechzich" wieder. Stefan Brandenburg, Leiter der Programmgruppe Aktuelles, sagt: "Tagesaktuelle Informationen für NRW sind eine Kernkompetenz des WDR. Damit wollen wir jetzt eine Altersgruppe erreichen, die uns bisher eher fern bleibt." Trotz der großen Aufgabe sei es wichtig für das Gelingen des Projekts, zu experimentieren und sich auch Fehler zu leisten. "Ich wünsche mir, dass dieses Projekt eine Leichtigkeit und eine Experimentierfreude behält", so Brandenburg. "Wir müssen offen sein, Neues zu entdecken."

Stand: 19.01.2015, 08:51