Wie braun ist Schwarz-Gelb?: Erneut Neonazi-Zwischenfall bei BVB-Spiel
Schon wieder ist es bei einem Spiel von Borussia Dortmund zu einem Zwischenfall mit Neonazis gekommen. Am Rande einer Auswärtspartie der BVB-Reservemannschaft skandierten bis zu 30 Rechtsextremisten radikale Parolen und schwenkten die Reichskriegsflagge. Der Club bezweifelt, dass es sich um Dortmund-Fans handelte.

-
Bild 1 vergrößern
+
Auf der Südtribüne im Dortmunder Stadion stehen auch Neonazis
Wie eine Thüringer Polizeisprecherin am Montag (03.09.2012) auf WDR.de-Anfrage mitteilte, ereignete sich der Vorfall beim Auswärtsspiel von Borussia Dortmund II am Samstag (01.09.2012) in Erfurt. Etwa 30 Männer riefen den Angaben zufolge im BVB-Fanblock rechtsradikale Parolen. "Drei Reichskriegsflaggen wurden geschwenkt", sagte die Polizeisprecherin. Zudem habe eine Person den Hitlergruß gezeigt. Ermittelt werde wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole.
Aktion "auf dem Rücken des BVB"?
Es ist innerhalb von gut einer Woche der zweite Neonazi-Vorfall im Dortmunder Fanblock. Beim Bundesliga-Auftaktsspiel am 24. August 2012 gegen Bremen soll ein 27-jähriger Rechtsextremist auf der Dortmunder Südtribüne ein Banner mit einer Solidaritätsbekundung mit der verbotenen Neonazi-Kameradschaft "NWDO" ausgerollt haben. Der nach Einschätzung des Verfassungsschutzes gewaltbereite "NWDO (Nationaler Widerstand Dortmund)" war erst am Tag zuvor vom Land NRW verboten worden.
BVB-Fanbetreuer Sebastian Walleit bezweifelt, ob für den neuen Zwischenfall in Erfurt Dortmunder Fans verantwortlich waren. "Wir haben von glaubwürdigen Augenzeugen die Aussage bekommen, dass niemand aus der Dortmunder Fanszene die 20 bis 25 Neonazis in Erfurt kannte", sagte Walleit. Möglicherweise sei hier "auf dem Rücken des BVB" eine Propagandaaktion durchgezogen worden. Hintergrund sei eventuell der verbotene Neonazi-Aufmarsch am 1. September in Dortmund.
Bis zu 60 Neonazis im BVB-Fanblock
Zugleich betonte Walleit die Entschlossenheit des Fußballclubs, gegen "dieses unsägliche Gedankengut" vorzugehen. Unter anderem habe der BVB die Stadionordnung verschärft. Bestimmte Kleidermarken, die von Neonazis gern getragen würden, seien auf der Südtribüne tabu. Der Fanbeauftragte schätzt, dass es unter den BVB-Anhängern eine Gruppe von 50 bis 60 Neonazis gibt. "Aber das sind 50 bis 60 von 25.000 Fans auf der Südtribüne", sagte Walleit und sprach von einer "kleinen Minderheit".

-
Bild 2 vergrößern
+
BVB-Chef Rauball will Rechtsextreme bei Schwarz-Gelb bekämpfen
In der vergangenen Woche hatte BVB-Präsident Reinhard Rauball als Konsequenz aus dem Vorfall beim Ligaauftakt eine Task Force gegen Rechts in Dortmund gestartet. Gemeinsam mit Polizei, Stadt und Ordnungsdienst wolle man neue Wege bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus ausloten. Rauball räumte ein, dass man nicht von Einzelfällen sprechen könne. Rauball ist auch Chef des Bundesliga-Verbandes DFL.
Braune Dortmund-Fans schon in den 80ern
Tatsächlich gibt es in der schwarz-gelben Fanszene eine unselige braune Tradition. "Der BVB hatte früher schon massive Probleme mit organisierten Neonazis", sagte der Autor und Rechtsextremismus-Experte Holger Pauler. "Als Anfang der 1980er Jahre die sogenannte Borussenfront unter der Führerschaft des berüchtigten Siegfried 'SS-Siggi' Borchardt die Stadien terrorisierte, reagierte der Verein anfangs hilflos", sagte Pauler. Trotz bundesweiter Stadionverbote bestünden solche Gruppen "teils informell weiter". Dortmunder Fans seien beispielsweise auch durch homophobe Plakate negativ aufgefallen.
"Durch die Diskussionen um Pyrotechnik oder die Abschaffung der Stehplätze ist das Problem des Rechtsextremismus in der Vergangenheit vernachlässigt worden", sagte Pauler. Es werde Zeit, "dass sich DFB, DFL und die Vereine verstärkt diesem wesentlich gefährlicheren Thema wieder annehmen".
Stichworte
- Reichskriegsflagge
-
Die sogenannte Reichskriegsflagge wird in verschiedenen Varianten regelmäßig bei Demonstrationen oder auf Kleidungsstücken von Neonazis gezeigt. Eine Reichskriegsflagge kann von der Polizei etwa bei rechtsextremistischen Aufzügen sichergestellt werden, um konkrete Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwehren. Zudem ist es strafbar, eine Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz zu zeigen.
Stand: 03.09.2012, 12.55 Uhr
Kommentare zum Thema (30)
letzter Kommentar: 07.09.2012, 08:55 Uhr
- Das Zentralorgan schrieb am 07.09.2012, 08:55 Uhr:
- @ Chantal & Laura: Das komische ist, dass diese Leute "bunt" sein wollen und dabei in dieser kuenstlich geschaffenen "politisch korrekten" Atmosphaere ihrer infantilen Dummheit freien Lauf lassen, das tragische ist, dass so Viele in diesem Zusammenhang auch noch "Gesicht zeigen" wollen, anstatt sich zu verstecken und zu schaemen.
- Laura K. schrieb am 06.09.2012, 23:48 Uhr:
- Ich glaube das hier in diesem Forum jeder braune Sosse ist, solange er nicht absolut jeden Fremden bedingungslos willkommen heisst. Jeder Mensch der hier die Asylpolitik auch nur im Ansatz kritisiert wird teils auf Umwegen, teils direkt als kompletter Nazi bezeichnet. Jeder der hier nicht bereit ist mit seinem persönlichen Einkommen, seinem Vermögen und seiner eigenen Arbeit für irgentwelche wildfremden Leute einzustehen wird als Ewiggestriger oder Stamtischbruder bezeichnet. Wenn hier Leute aus ihrer eigenen Realität berichten das es unmöglich ist das zwei(!) deutsche Kinder eine ganze Schulklasse voller Zuwanderer integrieren sollen, werden diese als Dumm, Dumpf, Braun und Bieder bezeichnet. Jeder der hier sagt dass das was in seiner eigenen Tasche ist ihm gehört und er das nicht mit anderen teilen möchte ist ein Moralverbrecher, ein Rassist und sollte auswandern. Ich schäme mich wirklich für das dritte Reich, aber noch mehr schäme ich mich für viele meiner Landsleuten heute
- Chantal schrieb am 06.09.2012, 23:35 Uhr:
- Ich glaube das hier in diesem Forum jeder braune Sosse ist, solange er nicht absolut jeden Fremden bedingungslos willkommen heisst. Jeder Mensch der hier die Asylpolitik auch nur im Ansatz kritisiert wird teils auf Umwegen, teils direkt als kompletter Nazi bezeichnet. Jeder der hier nicht bereit ist mit seinem persönlichen Einkommen, seinem Vermögen und seiner eigenen Arbeit für irgentwelche wildfremden Leute einzustehen wird als Ewiggestriger oder Stamtischbruder bezeichnet. Wenn hier Leute aus ihrer eigenen Realität berichten das es unmöglich ist das zwei(!) deutsche Kinder eine ganze Schulklasse voller Zuwanderer integrieren sollen, werden diese als Dumm, Dumpf, Braun und Bieder bezeichnet. Jeder der hier sagt dass das was in seiner eigenen Tasche ist ihm gehört und er das nicht mit anderen teilen möchte ist ein Moralverbrecher, ein Rassist und sollte auswandern. Ich schäme mich wirklich für das dritte Reich, aber noch mehr schäme ich mich für viele meiner Landsleuten heute.
- Das Zentralorgan schrieb am 06.09.2012, 18:39 Uhr:
- @ Extrem: In einer Demokratendiktatur wie der "Bundesrepublik" ist es fast unmoeglich, eine Unterwanderung der "eingetragenen Vereine" durch die Verfassungsstasi zu unterbinden. Am besten, man trifft sich nur noch mit Freunden zum Fussball und wartet einfach noch ein paar Jaehrchen, bis dieser Moechtegernstaat an seinen eigenen Widerspruechen, seiner Verschwendungssucht und seiner deutschfeindlichkeit implodiert.
- Extrem schrieb am 06.09.2012, 13:34 Uhr:
- Mal jegliche Fußballgesinnung ausgeschaltet. Sicher kann sich kein Club davon freisprechen, dass nicht auch mal unter den eigenen Fans Gruppierungen landen die nichts mit Fußball zu tun haben. Sicher ist sicher auch, dass es die Aufgabe des GESAMTEN Vereins sein muß hier durchzugreifen; der Verein an sich Gastgeber -egal ob zuhause oder unterwegs- und bringt seine Gäste mit; mit denen, die er nicht mitbringt oder sich daneben benehmen muß der Gastgeber als Verein die Konsequenzen ziehen. Solange unter hochbezahlten BL-Spielern Weichbirnen sind die den Fans vorleben was Hass für sie zu sein hat... Es kann nicht zum Weltproblem gemacht werden!
Alle Kommentare zu "Wie braun ist Schwarz-Gelb?:Erneut Neonazi-Zwischenfall bei BVB-Spiel" anzeigen
Seite teilen
Über Soziale Medien