Ermittlungen gegen Neonazis NSU-Anschläge auch in Köln und Duisburg?

Ist die Zwickauer Terrorzelle auch für ungeklärte Anschläge in NRW verantwortlich? Die Ermittlungsbehörden gehen Hinweisen nach, dass der NSU hinter dem Mordversuch an einem Duisburger Gastwirt und dem Kölner Nagelbombenanschlag stecken könnte.

Die Generalbundesanwaltschaft lässt zurzeit vom Bundeskriminalamt prüfen, ob die mutmaßlichen Terroristen der rechtsextremistischen Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) auch für den Nagelbombenanschlag in Köln verantwortlich sind. Dabei waren im Juni 2004 in einer überwiegend von Türken bewohnten Straße 22 Menschen verletzt worden. "Es gibt entsprechende Anhaltspunkte und entsprechende Ermittlungen", sagte ein Sprecher der Generalbundesanwaltschaft WDR.de am Montag (09.01.2012). Hinweise auf eine Täterschaft des NSU habe man auf einer der Bekenner-DVDs der Rechtsextremisten gefunden. Weitere Details nannte der Sprecher mit Hinweis auf "laufende Ermittlungen" nicht.

Mordanschlag auf Duisburger Gastwirt


Selbstschussanlage im Vordergrund, getroffener PKW im Hintergrund

Die Duisburger Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt NRW gehen derweil dem Verdacht nach, dass die mutmaßlichen Nazi-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe auch hinter dem Mordversuch auf einen türkischstämmigen Duisburger Gastwirt am 15. Dezember 2003 im Stadtteil Meiderich stecken könnten. "Die Prüfung läuft. Wir haben deshalb unsere Akten an das LKA in Düsseldorf weitergeleitet", sagte der Duisburger Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch WDR.de.

Nur durch Zufall überlebt

Der Duisburger Gastwirt hatte den Anschlag nur durch Zufall überlebt. Der damals 34-Jährige hatte beim Zurücksetzen seines Autos eine Selbstschussanlage ausgelöst, die auf den Fahrersitz gerichtet war. In dem Moment, als sich der Schuss löste, hatte er sich in seinem Wagen nach einem heruntergefallenen Gegenstand gebückt. Das rettete ihm das Leben, er wurde nur am Arm verletzt. Die Selbstschussanlage war eine Eigenkonstruktion und wurde über einen Draht ausgelöst. Laut einem Bericht der WAZ wurde eine ähnliche Selbstschussanlage in der abgebrannten Wohnung der Terror-Verdächtigen Zschäpe in Zwickau gefunden.


Die Nazi-Terrorzelle war im November 2011 aufgeflogen. Der Generalbundesanwalt macht sie bisher für zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und 14 Banküberfälle verantwortlich, darunter einen Mord in Dortmund.


Stand: 09.01.2012, 12.12 Uhr


Kommentare zum Thema (2)

letzter Kommentar: 11.01.2012, 20:20 Uhr

heinzb aus nrw schrieb am 11.01.2012, 20:20 Uhr:
Vielleicht eine Anlage von V-Leuten, um sich bei den Rechten einzukaufen ??? Undenkbar, wie lange sie angeblich schalten und walten konnten, wo war in der ganzen Zeit der Rechtsstaat ??? Da wird ja jeder Süchtige stärker überwacht, jeder Schmuggler am Flughaben oder an den Grenzen, der unerlaubt 1 Stange mehr an Zigaretten oder 20 Ltr. mehr Benzin mitbringt, wird bestraft " SIEHE ACHTUNG KONTROLLE " oder " SCHNELLER, ALS DIE POLIZEI ERLAUBT ", aber in diesem Fall waren Beamte des Staates die Helfershelfer der Leute ??? Welche Köpfe sind denn da schon gerollt, welcher Innenminister oder EX - Innenminister sitzt deswegen in U-Haft wegen Verdunklungsgefahr, wegen Fluchtgefahr, wegen Beihilfe zum Mord usw ???
John Doe schrieb am 11.01.2012, 14:03 Uhr:
Und von dieser "Zwickauer Nazi Terrorzelle " wollen die, so oft erwähnten, V-Leute des Verfassungsschutzes nichts mitbekommen haben? Wozu brauchen es dann V-Leute in der rechten Scene? Mir kommt das doch sehr seltsam vor! Ich hoffe, dass die Blindheit des Staates auf dem rechten Auge nun kuriert ist und das rechte Übel endlich konsequent und effektiv angegangen wird. Gewalttaten von Rechts ist keine Taten fehlgeleiteter Jugendlicher sondern staatsbedrohender Terrismus. Entsprechend sollte auch darauf reagiert werden.