Präses-Wahl der Rheinischen Landeskirche Manfred Rekowski folgt auf Nikolaus Schneider

Als Kirchenmanager hielt er sich bislang eher im Hintergrund, jetzt steht Manfred Rekowski in der ersten Reihe: Die Synode der rheinischen Landeskirche hat ihn im dritten Wahlgang zu ihrem neuen Präses gewählt.


Porträt von Manfred Rekowski
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Manfred Rekowski neuer Präses der Rheinischen Landeskirche

Der Wuppertaler Oberkirchenrat Manfred Rekowski (54) erhielt im dritten Wahlgang 116 der 212 abgegebenen Stimmen. In den ersten beiden Wahlgängen bekam er ebenfalls die meisten Stimmen, aber nicht die erforderliche Mehrheit, so dass eine Stichwahl zwischen ihm und Petra Bosse-Huber nötig geworden war.

Rekowski wirkte als Kirchenmanager bis jetzt eher hinter den Kulissen. Seit 2011 leitet er die Personalabteilung im Landeskirchenamt. Zuvor hatte er als langjähriger Superintendent in Wuppertal Kirchenfusionen verantwortet und war so direkt mit den Folgen schrumpfender Gemeinden und Finanzen konfrontiert. "Was der Kirche im Rheinland bevorsteht, hat Wuppertal teilweise schon hinter sich", sagte er in einem Zeitungsinterview in Bezug auf weitere Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen in der zweitgrößten Landeskirche. Es gehe darum, die Kirche trotz sinkender Mitgliederzahlen und weniger Geld zukunftsfähig zu machen.

Managerqualitäten machten ihn zum Favoriten


Porträt Petra Bosse-Huber
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Bosse-Huber unterlag in der Stichwahl

Offen gab der in Masuren geborene Theologe vor der Wahl zu, dass die Präses-Kandidatur zunächst nicht zu seiner Lebensplanung gehörte. Er habe gelernt, Finanzen zu konsolidieren und unter schwierigen Bedingungen Kirche zu gestalten, sagt er. Seine Managerqualitäten machten Rekowski neben Petra Bosse-Huber im Vorfeld zu einem Favoriten bei der Präses-Wahl, die unter dem Eindruck einer tiefen Vertrauenskrise in der Landeskirche stand. Die Kirche kämpft mit den Folgen eines millionenschweren Finanzdebakels um den kircheneigenen Dienstleistungsbetrieb bbz. "Die Aufgabe ist groß", sagte Rekowski in einer ersten Reaktion auf seine Wahl. Er brauche die Unterstützung der Synode. Rekowski übernimmt das Amt Anfang März von Nikolaus Schneider, der dann in den Ruhestand geht.

Auf Probleme fernab des Scheinwerferlichts aufmerksam machen

Rekowski sieht die Aufgabe der Kirche nicht in erster Linie darin, die Politik zu kritisieren. Die rheinische Kirche solle sich auf die innere Krisenbewältigung konzentrieren. "Wir müssen nicht als Kirche Ko-Kommentator der Tagesthemen werden", sagt Rekowski. Die Kirche müsse aber auf Probleme fernab des Scheinwerferlichts der Medien aufmerksam machen, wie etwa die Flüchtlingsdramen an den EU-Außengrenzen.


Porträt Ellen Ueberschär
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Außenseiterrolle: Ellen Ueberschär

Da gleich zwei Frauen neben Rekowski für das Präses-Amt kandidiert hatten, war im Vorfeld der Wahl spekuliert worden, dass nach der Spitze der westfälischen Landeskirche jetzt auch die der rheinischen Landeskirche erstmals weiblich werde. Die Wahl galt bis zuletzt als offen. Während Vizepräses Petra Bosse-Huber als Favoritin ins Rennen gegangen war, hatte die gebürtige Ostberlinerin und Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags Ellen Ueberschär von Beginn an eine Außenseiterrolle. Eine Nicht-Rheinländerin an der Spitze der rheinischen Landeskirche galt für die meisten als unvorstellbar.


Stand: 10.01.2013, 12.02 Uhr


Kommentare zum Thema (7)

letzter Kommentar: 13.01.2013, 11.28 Uhr

Stefan Wehmeier schrieb am 13.01.2013, 11.28 Uhr:
Gottesbeweis (Vorwort zur 5. Auflage der NWO) "Wenn wir einmal die Natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in Büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er solch utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht." Der einzige wirklich stichhaltige Beweis Gottes (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) ist die Unfähigkeit seiner Untertanen, die Natürliche Wirtschaftsordnung zu verstehen. (Anm. d. Red.: link gelöscht) (NHC II,2,108) Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren.
Laizismus ein Vernunftsgebot vom Berg der Weisheit schrieb am 12.01.2013, 13.39 Uhr:
Helmut G. schrieb am 10.01.2013, 23:08 Uhr: Gott sei Dank denken immer mehr über den Status der christlichen Kirchen und ihre desinformierenden Predigten nach, auch wenn sie als Kommentar in einem Forum daherkommen, Zitat zurückgeschmissen:" Aber um das zu wissen, müsste man sich informieren und nicht nur mit Vorurteilen rumwerfen" Der Staat sollte nicht für sein Geld seine Aufgaben delegieren sondern religions-und indoktrinierungs-oder politikfrei ausschreiben, denn nicht umsonst sind Politik und Agitationen in Kindergärten und Schulen gesetzlich verboten? Zitat:"dass Eltern und Schulträgereine gewisse Wertevermittlung erwarten und zu der gehört in dem Fall auch eine religiöse Überzeugung" Das versucht die Kirche und andere Organistaionen uns einzureden: Die Eltern wollen endlich eine "Gute Bildung" für ihre Kinder, das es ihnen besser gehe als einem selbst! Indoktrination hat nie was verbessert! Nur einem Staat der sich selbst hilft, dem wird geholfen. Gott für uns alle nicht nur ...
Helmut G. schrieb am 10.01.2013, 23.08 Uhr:
@ups: Ja, der Staat zieht die Kirchensteuer ein. Aber dafür verlangt er einen kostendeckenden Anteil. Und diesen Service der Finanzämter dürfen auch alle anderen Religionsgemeinschaften in Anspruch nehmen, wenn sie es denn wünschen. Und was ihre Anmerkung zur Kirche als Arbeitgeber betrifft: Schon mal darüber nachgedacht, warum z.B. kirchliche Schulen deutlich beliebter sind als staatliche Schulen, wenn die Eltern die Wahl haben? Das könnte evtl. daran liegen, dass Eltern und Schulträger eine gewisse Wertevermittlung erwarten und zu der gehört in dem Fall auch eine religiöse Überzeugung. Übrigens wurden die entsprechenden Bestimmungen für Kindergärten und erst recht für Heime und Krankenhäuser in der ev. Kirche in den letzten Jahren sehr gelockert. Aber um das zu wissen, müsste man sich informieren und nicht nur mit Vorurteilen rumwerfen.
Stan Laurel schrieb am 10.01.2013, 22.26 Uhr:
Mich wundert immer , wie sich in diesen Foren zu religiösen und kirchlichen Themen eine neue Form der Religiosität artikuliert: Ein agnostischer Fundamentalismus, der alles glattbügelt und sich für die einzig mögliche und fortschrittliche Position hält, sich dazu mit der zum Deckmäntelchen geschrumpften Liberalität mehr plump als schamhaft zudeckt und vollmundig die Entkoppelung von Staat und metaphysischer Verankerung ethischer Werte in den Wurzeln unseres christlichen Abendlandes einfordert. Politiker, die diese Form der Weltanschauung in die Praxis umzusetzen versuchten waren Stalin, Hitler...
ups schrieb am 10.01.2013, 14.20 Uhr:
ev_is_gut schrieb heute, 13:31 Uhr: Sie gehen total am Thema vorbei, natürlich zieht der Staat ein und das geschieht nicht mal im frommeren Österreich! Außerdem ist die Religionszugehörigkeit als Bedingung für Beschäftigung bei den Kirchen in einer Tätigkeit nur dann zu akzeptieren, wenn es sich um eine allein von den Kirchen finanzierte Anstellung handelt, was aber in den Kindergärten, Schulen und Heimen nicht zutrifft da z.T mindestens 90% oft sogar 100% vom Staat und der jeweiligen Kommune bezahlt werden! Natürlich haben die Kirchen ihre religionsvertraglich ausgehandelten Grenzen überschritten, denn Substitution des Staates in staatlicher Grundversorgung fällt sicherlich nicht unter Religionsfreiheit! Die religiöse Toleranz wird von Kirchen angemahnt, wenn es ihr zum Vorteil gereicht aber leider schnell vergessen, wenn sie selbst diesbezüglich tolerant sein sollte?

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