Am Himmel jagen sich graue Wolken, Börsenkurse stürzen ab, die Politik dreht sich im Kreis – Wonnemonat geht anders, findet Stephan Josef, unser Experte für das moderne Leben.
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Fotos - Ausstellung in Leverkusen:
Die schöne Welt des Unsichtbaren
Eine knallrote Pilzspore bohrt sich in das Innere eines giftgrünen Sojablattes. Die feindliche Übernahme wird nur unter dem Rasterelektronenmikroskop sichtbar. Der Biologe Martin Oeggerlie macht die hunderttausendfach vergrößerten und nachträglich colorierten Aufnahmen zum optischen Erlebnis.
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Der Architektenwettbewerb für das geplante Musikzentrum in Bochum ist entschieden. Die Jury wählte einen Entwurf des Stuttgarter Büros Bez und Kock aus, der die Marienkirche als Baudenkmal mit einbezieht. Das Musikzentrum soll Spielstätte der Bochumer Symphoniker werden und einen Multifunktionssaal für die Musikschule bieten. Mit den Bauarbeiten soll im Frühjahr 2013 begonnen werden. In Bochum ist das Projekt umstritten. Zwar gilt die Zustimmung im Rat der Stadt als sicher, jedoch läuft derzeit ein Bürgerbegehren gegen das neue Zentrum. Die Initiatoren halten das Projekt für nicht finanzierbar. Sie gehen von mehr als zwei Millionen Betriebskosten pro Jahr aus. Die Baukosten von 33 Millionen Euro werden von privaten Spendern, Fördergeldern des Landes NRW und der Europäischen Union aufgebracht.
Freischaffende Künstler haben in Polen zu einem "Tag ohne Kunst" aufgerufen. Am Donnerstag blieben Museen und Galerien teilweise aus Solidarität geschlossen, so das Krakauer Nationalmuseum und die Warschauer Galerie Zacheta. Galeristen und freischaffende Künstler wollen mit der Aktion auf ihre Einkommenssituation und die mangelnde soziale Absicherung hinweisen. Die Organisatoren forderten die Regierung auf, freiberuflichen Künstlern eine Renten- und Krankenversicherung zu ermöglichen. Aus Kostengründen sei die Mehrzahl der Künstler bisher nicht versichert.
In Bonn sind die Bürger aufgefordert, sich an der Diskussion über ein Kulturkonzept zu beteiligen. Erste Zwischenergebnisse sind im Internet nachzulesen, die Bonner sollen jetzt ihre Ideen einbringen. In sogenannten Runden Tischen haben Kulturschaffende und Politiker Vorschläge für die verschiedenen Kultursparten erarbeitet, darunter Musik, darstellende Kunst und Literatur. Ziel ist es, Visionen für eine Kulturstadt Bonn in zehn Jahren zu entwickeln. Im Herbst wollen Verwaltung und Rat einen ersten Entwurf eines Kulturkonzeptes beraten.
In München hat vor dem Amtsgericht ein Prozess um eine Anti-Kriegs-Fotoausstellung begonnen. Der Aktionskünstler Wolfram Kastner zeigte im vergangenen Jahr Bilder von verstümmelten Kriegsopfern in einem Raum in einem Münchner Wohngebiet. Die zuständige Behörde der Stadt sah darin eine Belästigung der Allgemeinheit und verhängte ein Bußgeld von 273 Euro. Wolfram Kästner sieht darin einen Verstoß gegen die Freiheit der Kunst und legte Einspruch ein. Ein Urteil des Amtsgerichts wird Mitte Juni erwartet.
Der Deutsche Bühnenverein fordert die Stadt Duisburg auf, die Operngemeinschaft mit Düsseldorf weiterzuführen. Ein Ausstieg ist nach Ansicht der Interessenvertretung der Theater und Orchester voreilig und gefährlich, da er gewachsene erfolgreiche Strukturen zerstöre. Zudem erhöhe eine Auflösung der Zusammenarbeit die Kosten für Düsseldorf und führe in Duisburg zu Entlassungen. Die Deutsche Oper am Rhein wird seit 1956 gemeinsam von Düsseldorf und Duisburg getragen. Als Teil eines Sparpaktes hat die Stadtverwaltung in Duisburg vorgeschlagen, den Kooperationsvertrag im Sommer 2014 zu kündigen. Die Deutsche Oper am Rhein hat daraufhin zur Rettung der Zusammenarbeit eine Unterschriftenaktion gestartet, die bisher über 21.000 Unterstützer gefunden hat. Der Rat der Stadt Duisburg will Ende Juni über die Sparmaßnahmen abstimmen.
Im Stralsunder Stadtarchiv ist eine verschollen geglaubte Handschrift des portugiesischen Mathematikers Francesco de Mello entdeckt worden. Handschriften-Experten das reich verzierte Dokument aus dem Jahr 1521 zugeordnet. Bisher war nach Angaben der Wissenschaftler lediglich eine Abschrift aus dem 17. Jahrhundert bekannt. Die 240-seitige Schrift war im Besitz des schwedischen Generalgouverneurs von Schwedisch-Vorpommern Axel Graf von Löwen, der seine Bibliothek der Stadt Stralsund vermachte. Francesco De Mello gilt als bedeutender Mathematiker Portugals im 16. Jahrhundert.
In Berlin soll eine Akademie für das israelisch-palästinensische West-Eastern Divan Orchestra aufgebaut werden. Leiter der Ausbildungsstätte wird der frühere Kulturstaatsminister und Journalist Michael Naumann. Konzertsaal, Konferenz- und Unterrichtsräume sollen in den Räumen der Staatsoper Unter den Linden mit privaten Spenden finanziert werden. An dem Vorhaben beteiligt sich Daniel Barenboim, der dort seit 1992 Generalmusikdirektor ist. Er hatte das Orchester 1999 gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen palästinenschen Intellektuellen Edward Said gegründet.
Die evangelische Kirche verzichtet auf eine Kunst-Präsentation während der documenta in Kassel. Geplant war eine Installation des Mönchengladbacher Künstlers Gregor Schneider auf dem Vorplatz der Karlskirche. Wie ein Sprecher der evangelischen Kirche sagte, habe die documenta-Leitung signalisiert, dass sie ein Kunstwerk auf einem öffentlichen Platz nicht wünsche. Der Geschäftsführer der documenta hatte zuvor bereits die katholische Kirche kritisiert. Auf einem Kirchturm war eine Figur des Bildhauers Stephan Balkenhol installiert worden, die als Störung empfunden wird. Die documenta beginnt am 9. Juni und dauert 100 Tage.
In Südafrika beschäftigt ein Streit um ein Kunstwerk jetzt die Gerichte. Präsident Jacob Zuma und seine Partei wollen ein Bild nicht mehr öffentlich ausstellen. Es zeigt den Präsidenten mit offener Hose und freigelegten Genitalien. Der Politiker des African National Congress sieht sich von dem Künstler Brett Murray in seinem Recht auf Würde und Privatsphäre verletzt. Das Gericht in Johannesburg muss nun darüber urteilen, wie weit die Freiheit der Kunst gehen darf.
Die kommende Spielzeit der Kölner Oper ist gerettet. Nach Angaben der Stadt konnte im Streit um die Finanzierung eine Einigung erzielt werden. Dafür habe sich auch der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, stark gemacht. Er war bei den Verhandlungen als Vermittler dabei. Defizite, die in der kommenden Spielzeit auflaufen, sollen nun innerhalb von fünf Jahren zurückgezahlt werden. Zwischen dem Opernintendanten Uwe Eric Laufenberg und der Stadt hatte es in den vergangenen Monaten einen heftigen Streit gegeben. Der Opernintendant hatte mit der kompletten Absage der Saison 2012/2013 gedroht. Er hält das Haus für unterfinanziert. Nach Ansicht der Stadtspitze muss auch die Oper aufgrund der angespannten Haushaltslage einen Beitrag zum Sparen leisten.
WDR Aktion "Ein Tag Leben in NRW":
Was alles an einem Tag passiert...
Henriette wird verbeamtet, Marlitt fällt einen Maibaum, Bernd spielt mit seiner Frau "Vier gewinnt" - und sie alle haben sich dabei selbst gefilmt. Mehr als 2.400 Videos vom 30. April 2012 sind für das WDR-Projekt "Ein Tag Leben in NRW" hochgeladen worden.
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Highlights am Internationalen Museumstag:
Stöbern, Staunen, Mitmachen!
Goldschmieden in Münster, Malen wie Picasso in Köln oder doch lieber ein Römerlager in Haltern besuchen? Mit Führungen und Workshops lockten rund 140 NRW-Museen am Sonntag zum Internationalen Museumstag. Besucher durften meist kostenlos stöbern, staunen oder mitmachen.
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Karlspreis für Wolfgang Schäuble:
"Ein europäischer Patriot"
Der Aachener Karlspreis ist an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verliehen worden. Der CDU-Politiker wurde für seine Verdienste um Europa ausgezeichnet. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker lobte ihn als "europäischen Patrioten".
Karlspreis für Wolfgang Schäuble: "Ein europäischer Patriot"[mehr]
Fotos von Kunstaktion auf Zollverein:
Zwischen Pott und Polen
Auf der ehemaligen Zeche Zollverein ist eine multimediale Installation zum Thema Arbeit zu sehen. Das Gemeinschaftswerk deutscher und polnischer Künstler zeigt Fotos, Videos und bizarre Jagdtrophäen aus Einkaufswagen.
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Sacha Baron Cohen spielt seine Hauptfigur mal wieder selbst. Nach "Ali G.", "Borat" und "Brüno" ist er jetzt "Der Diktator": Admiral General Aladeen, Herrscher des erfundenen Reichs Wadiya. Cohens schwarzer Humor ist eine Herausforderung.
Kinotipp: Verrückter Horror-Herrscher[WDR 2]
Kölner Oper und Schauspiel ziehen um:
Einen neuen Orchestergraben, bitte!
Passende Gebäude mussten gefunden, Tribünen errichtet und sogar ein Orchestergraben gebaut werden – die Kölner Oper und das Schauspielhaus ziehen für drei Jahre wegen Sanierung um. Am Donnerstag war die erste Premiere im nun "Oper am Dom" genannten Musicalzelt am Hauptbahnhof.
Kölner Oper und Schauspiel ziehen um: Einen neuen Orchestergraben, bitte![mehr]
Sam will kein Pfadfinder mehr sein, Suzy hat von ihrer Familie die Nase voll. Gemeinsam laufen sie weg - doch bald schon sind ihnen Polizei, Eltern und Sams Pfadfindergruppe auf den Fersen. Wes Anderson entführt in "Moonrise Kingdom" in ein absurdes Universum - mit Starbesetzung.
Giuseppi Logan war ein berühmter Musiker in New York, als er in den 1970er-Jahren plötzlich verschwand. Er wurde sogar für tot erklärt. Jetzt haben ihn seine Freunde nach 36 Jahren im Central Park wiedergefunden - als obdachlosen Mann, der vieles verloren hat, nicht aber seine Leidenschaft für Jazz.
Selbst eingefleischte Kunstbanausen sind ihm schon begegnet -auf D-Mark-Scheinen, Bibelcovern, als Konfirmationsgeschenk oder in Form eines Plastikhasen: Albrecht Dürers Werke sind omnipräsent. Seine Heimatstadt Nürnberg widmet den Anfängen des 1471 geborenen Künstlers nun eine großartige Schau.
Schon seit Jahrzehnten werden keine neuen Operetten mehr geschrieben - zumindest nicht in Deutschland. Demzufolge lebt die Operette hierzulande vor allem von der Reproduktion. Und sie lebt gut davon!
Auf Freunde des asiatischen Kinos wartet in wenigen Tagen einer der Höhepunkte des Jahres: Das 13. Japan Filmfest Hamburg zeigt rund 100 Werke des aktuellen japanischen Kinos. Die meisten Filme sind erstmals in Deutschland zu sehen, drei feiern in der Hansestadt sogar ihre Weltpremiere.
Der Streit um die Balkenhol-Figur auf einer Kasseler Kirche nimmt kein Ende. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen zeigte sich jetzt enttäuscht über die documenta-Ausstellung und warf ihr "Eifersucht und Neid" vor.
"Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen." Mit Sätzen wie diesem begeistert Dieter Hildebrandt seit Jahrzehnten sein Publikum. Er hat das politische Kabarett auf den Fernsehbildschirm und die Zensoren auf die Palme gebracht.
Dergin Tokmak kann seine Beine kaum bewegen und würde deshalb laut eigener Einschätzung ohne staatliche Hilfe "noch nicht mal einen Bürojob" bekommen. Doch den braucht er ohnehin längst nicht mehr, denn Tokmak ist als virtuoser Tänzer auf Krücken inzwischen ein Star. Sein Handicap ist für ihn keine Behinderung.