Trauerfeier für Pina Bausch Tanzwelt nimmt Abschied

Die internationale Tanzwelt hat am Freitag (04.09.2009) Abschied von Pina Bausch genommen. Rund 800 Besucher würdigten in einer Trauerfeier das jahrzehntelange Engagement der Choreographin. Sie war am 30. Juni an einem Krebsleiden gestorben.


Trauerfeier für Pina Bausch
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Trauerfeier im Wuppertaler Engelsgarten

Die Gedenkveranstaltung wurde aus dem Wuppertaler Opernhaus auf eine Großbildleinwand in den benachbarten Engelsgarten übertragen. Dort verfolgten mehrere hundert nicht-prominente Bewunderer die Feier. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) würdigte Bausch als "größte Künstlerin unseres Landes". Aus aller Welt seien begeistert Tänzer zu ihr gekommen, die Zuschauer seien aus ihren Aufführungen verändert herausgegangen. "Die Tiefe der Emotionen in ihren Stücken hat viele Menschen berührt", sagte Rüttgers. "Sie hat vielen Menschen das Medium Tanz überhaupt erst nahe gebracht." Von Wuppertal aus habe die in Solingen geborene Bausch über 36 Jahre lang mit ihren Choreographien die ganze Welt in Staunen versetzt. Der Ministerpräsident forderte das nach Pina Bausch benannte Tanztheater dazu auf, die Arbeit fortzusetzen. "Das ist ganz im Sinne von Pina Bausch", fügte er hinzu.

Viele Prominente würdigen Pina Bausch


Pedro Almodovar bei Trauerfeier Pina Bausch

Freund und Verehrer von Pina Bausch: Pedro Almodovar

Unter den geladenen Gästen waren prominente Künstler wie der mit Bausch befreundete spanische Filmregisseur Pedro Almodovar. Er nannte sie vor Beginn der Trauerfeier "eine ewige Quelle der Freude". Unvergesslich sei ihr Auftritt 2002 in seinem Oscar-prämierten Film "Sprich mit mir". Die Witwe des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, Christina Rau, kam ebenso nach Wuppertal wie die Frauenrechtlerin und streitbare Journalistin Alice Schwarzer - sie war 1987 bei einer Reportage erstmals mit Bausch in Paris und Wuppertal zusammengetroffen.

Wenders dreht Film über Bausch


Wim Wenders bei Trauerfeier für Pina Bausch

War ebenfalls gekommen: Wim Wenders

Den größten Teil der Gedenkveranstaltung im kürzlich neu eröffneten, renovierten Wuppertaler Opernhaus nahmen Szenen des Tanztheaters ein, in denen auch Gäste und Wegbereiter des international gefeierten Ensembles zu sehen waren. Der Filmemacher Wim Wenders wollte in einer persönlich gehaltenen Rede an die Tanz-Ikone erinnern. Er hatte zuletzt mit Bausch und dem Ensemble einen Dokumentarfilm über das Tanztheater gedreht, der nun posthum fertig gestellt werden soll.

Mehr als 40 Auszeichnungen

Pina Bausch, die das Tanztheater Wuppertal gut 35 Jahre lang leitete, zählt zu den Pionieren des zeitgenössischen Tanzes. Von ihr stammen mehr als 40 Choreographien, mit denen sie rund um den Globus wahre Triumphe gefeiert und zahlreiche hohe Preise erhalten hat. Kennzeichen ihres Schaffens ist die enge Verschmelzung von Tanz, Pantomime, Spielelementen und Musik bei der Darstellung existenzieller Fragestellungen. Über die Zukunft des Tanztheaters Wuppertal wollen die Stadt, das Land NRW und die neu gegründete Bausch-Stiftung in den kommenden Wochen beraten.


Stand: 04.09.2009, 16.11 Uhr




Kulturnachrichten

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    Der Paul Hindemith-Preis geht in diesem Jahr an den Organisten und Komponisten Maximilian Schnaus. Die Auszeichnung wird vom Schleswig-Holstein Musik Festival im Rahmen eines Kompostitionswettbewerbs für Orgel vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Maximilian Schnaus wurde 1986 im fränkischen Bad Neustadt geboren. Ausgezeichnet wurde er für seine Komposition "Come sweetest death", die im Juli in Lübeck uraufgeführt wird.

  • Berliner Kurzfilm in Cannes ausgezeichnet

    Beim Filmfest in Cannes hat der deutsche Kurzfilm "Komm und Spiel" den Preis für die beste Neuentdeckung erhalten. Regisseurin Daria Belova erzählt von dem Jungen Grisha, der in Berlin Krieg spielt - bis auf einmal Bilder der Gegenwart mit denen aus dem Zweiten Weltkrieg verschmelzen. Daria Belova wurde in St. Petersburg geboren und studiert seit 2008 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. "Komm und Spiel" ist einer der wenigen deutschen Beiträge beim diesjährigen Filmfest in Cannes.

  • Göttinger Unibibliothek gibt NS-Raubgut zurück

    Die Göttinger Universitätsbibliothek hat NS-Raubgut nach Frankreich zurückgegeben. Dabei handelt es sich um drei Bände zur Kunstgeschichte in Indien und Siam sowie um mehr als 4.000 Landkarten. Bereits im Februar hatte die Universitätsbibliothek 38 Bücher an die polnische Stadt Posen zurückgegeben. Insgesamt haben Wissenschaftler in einem Forschungsprojekt rund 1.100 Bücher aus dem Göttinger Bestand als eindeutige oder verdächtige NS-Raubgutfälle identifiziert. Im Dritten Reich waren neben Kunstwerken auch Bücher in großem Umfang beschlagnahmt und geraubt worden.

  • Höhlenmalereien im Norden Mexikos entdeckt

    Forscher haben im Nordosten Mexikos fast 5.000 gut erhaltene Höhlenmalereien entdeckt. Dargestellt sind unter anderem Menschen, Hirsche, Eidechsen und Tausendfüßler. Nach Auffassung der leitenden Archäologin Martha García Sánchez belegt der Fund, dass in der Region drei Jäger- und Sammlerkulturen aus der Zeit vor der spanischen Eroberung gelebt haben müssen. Sie hätten sich offenbar 200 Jahre lang der spanischen Kontrolle entzogen.

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    Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft soll nach dem Willen des Deutsche Bühnenvereins zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt werden. Der Präsident des Bühnenvereins, Klaus Zehelein, sagte in einem Zeitungsinterview, eine Anerkennung von der UNESCO als Weltkulturerbe werde zwar keinen zusätzlichen Cent in die Kassen spülen. Die Aufmerksamkeit gegenüber der Theaterlandschaft werde aber dann eine andere sein. In Kiel treffen sich die Intendanten und Direktoren der deutschen Theater und Orchester zur Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins.

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    Nike Wagner wird neue Intendantin des Bonner Beethovenfestes. Der Rat der Stadt wählte die Urenkelin von Richard Wagner einstimmig auf den Leitungsposten des Musikfestivals. Nike Wagner folgt auf die scheidende Intendantin Ilona Schmiel, die an die Tonhalle Zürich wechselt. Wagner tritt ihr Amt zu Beginn des kommenden Jahres an. Bekannt wurde die 1945 in Bayreuth geborene Kulturwissenschaftlerin unter anderem durch die kritische Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte. Nike Wagner leitet seit 2004 das Kunstfest "Pèlerinages" in Weimar.

  • Streichquartett des 14-jährigen Max Bruch entdeckt

    Eine Frankfurter Wissenschaftlerin hat ein verschollen geglaubtes Streichquartett von Max Bruch entdeckt. Der Komponist war 14 Jahre alt, als er sich damit 1852 um ein Stipendium der Frankfurter Mozart-Stiftung bewarb. Er gewann mit dem Streichquartett ein Vierjahres-Stipendium. Die Musikwissenschaftlerin Ulrike Kienzle fand die Handschrift bei Recherchen über die Geschichte der Mozart-Stiftung und ihrer Stipendiaten.

  • Emscherkunst-Projekt erhält UNESCO-Auszeichnung

    Die Freiluftausstellung Emscherkunst ist von der UNESCO als Beitrag zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet worden. Das teilten die Veranstalter des Projektes in Essen mit. Premiere hatte die Emscherkunst im Kulturhauptstadtjahr 2010. Mit der Ausstellung sollte der Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft künstlerisch begleitet werden. Ab dem 22. Juni folgt für genau 100 Tage eine Neuauflage des Kunstprojektes. Herzstück der Ausstellungsfläche ist wieder die Emscherinsel zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal.

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    Das Europaparlament hat sich dafür ausgesprochen, die Kultur aus dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA auszuklammern. Das Straßburger Plenum verlangte in einer Entschließung, dass die "kulturelle und sprachliche Vielfalt Europas" gewahrt bleiben müsse. Kulturschaffende fürchten, dass im Zuge einer Liberalisierung Möglichkeiten wegfallen könnten, Filme und andere Kulturgüter öffentlich zu fördern. Die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und den USA sollen im Sommer beginnen.

  • Fotografin Leibovitz erhält Prinz-von-Asturien-Preis

    Die amerikanische Fotografin Annie Leibovitz erhält den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Humanwissenschaften. Zur Begründung hieß es, Leibovitz habe den internationalen Fotojournalismus dynamisiert. Der Prinz-von-Asturien-Preis gilt als die "spanische Version des Nobelpreises". Er wird alljährlich in acht Sparten vergeben und ist mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Die Auszeichnungen werden den Preisträgern im Oktober vom spanischen Kronprinzen Felipe überreicht.

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    Die Deutsche UNESCO-Kommission sorgt sich um die kulturelle Vielfalt in der Europäischen Union. Anlass dafür ist das zwischen der EU und den USA geplante Freihandelsabkommen. Dieses Abkommen dürfe nicht zu einem Verbot öffentlicher Förderung von Kultur, Wissenschaft, Bildung und Medien führen, heißt es in einer Erklärung der deutschen Sektion der Weltkulturorganisation UNESCO. Vergangene Woche hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels erklärt, er sorge sich mit Blick auf das Freihandelsabkommen um die Buchpreisbindung in Deutschland. Der Verband forderte die Bundesregierung auf, der EU-Kommission nur dann ein Verhandlungsmandat für das Abkommen zu erteilen, wenn der Kultur- und Mediensektor ausgenommen werde.