21. Juli 2009 - Vor 40 Jahren: Neil Armstrong betritt den Mond

Stichtag

21. Juli 2009 - Vor 40 Jahren: Neil Armstrong betritt den Mond

Am 20. Juli 1969 versucht Neil Armstrong mit der ihm eigenen stoischen Ruhe, die Raumfähre "Eagle" ("Adler") per Handsteuerung ins "Meer der Ruhe" auf den Mond zu senken. In 300.000 Kilometern Entfernung, auf der Erde, verfolgen rund 600 Millionen Menschen das Spektakel, das in verschwommenen Schwarzweißbildern zu ihnen in die Wohnstuben flimmert. Die flackernden Bilder aus dem All kommen mit fünf Sekunden Verspätung über den Äther zum Zuschauer: Diese Zeitspanne hat sich die Raumfahrtbehörde Nasa freigehalten, um bei Problemen die Übertragung abzubrechen.

Fast wäre es zum Abbruch gekommen, denn Armstrong erkennt, dass die Positionsangaben des Bordcomputers ungenau sind. Als dieser auch noch alarmierende Fehlermeldungen ausspuckt, steht das Apollo-Unternehmen auf der Kippe. Armstrong behält die Nerven und navigiert manuell. Kurz darauf kann er verkünden, dass der "Adler" mit ihm und Buzz Aldrin an Bord sicher gelandet sei. Haarscharf sind die beiden Astronauten an der Katastrophe vorbeigeschliddert. Nach einigen Stunden Aufenthalt auf der Mondoberfläche gleitet Neil Armstrong am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Leiter der Mondfähre hinab und hinterlässt als erster Mensch seine Fußabdrücke im Mondstaub. Buzz Aldrin folgt ihm wenig später nach. Dann stoßen beide die US-Flagge in den Boden und nehmen den Erdtrabanten dadurch symbolisch in Besitz. Die Mondlandung der Apollo 11-Mission markiert den Höhepunkt im so genannten Space Race zwischen den USA und der Sowjetunion. Begonnen hatte er 1957, als die UdSSR mit Sputnik 1 und 2 die ersten künstlichen Satelliten und mit der Hündin Laika das erste Lebewesen ins Weltall schicken. 1960 folgt mit Jurij Gagarin der erste Kosmonaut. Der "Sputnik-Schock" traumatisiert die USA und ringt John F. Kennedy 1961 das Versprechen ab, noch vor Ende des Jahrzehnts Menschen auf den Mond zu schicken. Daraus erwächst das Apollo-Programm. Auf seinem Höhepunkt verschlingt es fünf Prozent des US-Staatsbudgets.

Gleich nach der Mondlandung melden sich Skeptiker zu Wort, die das Geschehen vom Erdtrabanten in ein Filmstudio in Los Angeles verlegen wollen. Überall auf der Erde suchen Verschwörungstheoretiker nach Argumenten für einen großen Bluff. Warum scheint die US-Flagge im Wind zu wehen, wo der Mond doch gar keine Atmosphäre hat? Weshalb sind auch den Hunderten von Fotos keine Sterne sichtbar, wohl aber Schatten aus verschiedenen Richtungen wie von Filmscheinwerfern? Und: Warum konnten die Astronauten überhaupt Hunderte von Fotos machen? Die Nasa kann alle Argumente entkräften: Die Flagge hat einen stabilisierenden Stab auf ihrer Oberseite und weht, weil sich die Stoßwellen des Einstichs in den Boden bis zum Stofftuch fortpflanzen. Sterne fehlen wegen der geringen Belichtungszeiten der Aufnahmen, die Schatten sind durch reflektierendes Licht entstanden. Trotzdem verstummen die Skeptiker bis heute nicht. Dabei sind nicht nur die 380 Kilogramm Mondgestein, die die zwölf Moonwalker auf sechs Apollo-Missionen bis 1972 zur Erde mitbringen, ein unwiderlegbarer Beweis. Auch mit den Spezialspiegeln, die die Astronauten auf der Mondoberfläche platzieren, werden bis heute per Laser Abstandsmessungen gemacht. Zudem besitzt die Sternwarte Bochum Originalaufnahmen der ersten Apollo-Mission, die ihren Erfolg belegen. "Wir haben nicht nur die Antrenne auf den Mond ausrichten müssen, sondern auch auf die Landefähre, wo die Astronauten gelandet sind", erklärt deren technischer Leiter Manfred Hünerbein. "Wenn wir die Antenne nur um ein paar zehntel Grad weggedreht hätten, hätten wir das Signal verloren."

Stand: 21.07.09