24. Mai 1941 - Bob Dylan wird geboren

Bob Dylan mit Sonnenbrille

Stichtag

24. Mai 1941 - Bob Dylan wird geboren

Im Januar 1961 trampt Bob Dylan, der damals noch Robert Allen Zimmermann heißt, mit seiner Gitarre nach New York. Er will sein Idol, den kranken Folksänger Woody Guthrie, im Krankenhaus besuchen - und selbst in der boomenden Folk-Szene Fuß fassen. Der knapp 20-jährige Zimmermann kommt aus Duluth im US-Bundesstaat Minnesota, wo er am 24. Mai 1941 geboren wurde. Seine Eltern stammen von russisch-jüdischen Einwanderern ab. In New York schnorrt sich Zimmermann monatelang bei Bekannten durch, bis es ihm gelingt, die richtigen Leute aus dem Musikbusiness auf sich aufmerksam zu machen. Die Folk-Sängerin Joan Baez mag den etwas schrullig wirkenden Zimmermann und wird seine Mentorin: "Er sah aus wie ein Gassenjunge, was den Mutterinstinkt in mir weckte." Sie verschafft ihm Kontakte zur Musikindustrie. Zimmermann erhält einen Plattenvertrag, doch die erste LP des Sängers mit der nölenden Stimme ist, so Produzent Mitch Miller, ein Flop: "Dylans erstes Album verkaufte sich nicht, insgesamt waren es ungefähr 2.500 Stück."

Vorreiter einer Generation

1962 benennt sich der Folk-Sänger nach dem von ihm verehrten walisischen Schriftsteller Dylan Thomas in Bob Dylan um. Im Jahr darauf bringt der Protestsong "Blowin' in the Wind" den Durchbruch. Musikverleger Artie Mogull erkennt als Erster das Potenzial von Dylan - nicht als Sänger, sondern als Songschreiber für andere. So machen "Peter, Paul and Mary" aus "Blowin' in the Wind" einen Welthit, bevor der Song 1963 als Opener auf Dylans Album "The Freewheelin'" erscheint. Mit dieser Platte katapultiert sich Dylan an die Spitze einer neuen Folk-Bewegung. Obwohl er kein politischer Liedermacher ist, spiegeln seine Texte die Aufbruchstimmung dieser Jahre. Beim "Newport Folk Festival" stellt Joan Baez 1963 ihren damaligen Freund dem Publikum vor. Dylan wird schnell zum Sprecher seiner Generation: Er singt für die Ostermarschierer und für die Bürgerrechtsbewegung bei Martin Luther Kings "Marsch auf Washington".
Durch "Blowin' in the Wind" werden auch andere Interpreten auf Dylans Repertoire aufmerksam. Mit seinem "Mr. Tambourine Man" haben die "Byrds" einen Welthit. Auch Musiker wie Van Morrison, Julie Driscoll, Manfred Mann und Jimi Hendrix haben mit Dylan-Songs in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre große Erfolge. Dylan selbst hat 1965 mit "Like a Rolling Stone" seinen ersten eigenen Pop-Hit - obwohl er zu diesem Zeitpunkt längst ein Star ist, der sich zu Auftritten in Luxuslimousinen chauffieren lässt und das Image des geheimnisvollen Unnahbaren pflegt.

Comeback nach religiöser Phase

1966 erholt sich Dylan nach einem Motorrad-Unfall auf seiner Farm in Woodstock in der Nähe von New York. Beim legendären Woodstock-Festival, das drei Jahre später vor seiner Haustür stattfindet, fehlt er. Stattdessen singt Dylan zeitgleich sanfte Country-Balladen bei einem Konzert auf der Isle of Wight. Die 1970er Jahre sind für Dylan sehr erfolgreich: Drei seiner Alben erreichen den ersten Platz der US-Charts. Immer wieder wandelt Dylan seinen musikalischen Stil von Blues und Folk über Folk-Rock bis zur Gospel-Musik. Als er allerdings zu einer christlichen Wiedergeborenen-Kirche konvertiert und Anfang der 1980er Jahre als Bühnenprediger auf "Evangelical Tour" geht, lassen ihn viele Fans und Kritiker fallen. Mit seinem Album "Infidels" ("Ungläubige") gelingt ihm 1983 nach dem Ende seiner religiösen Phase ein Comeback. Zwei Jahre später nimmt er am "Live Aid"-Festival teil. 1997 gelingt Dylan mit "Time out of Mind" ein Album, für das er mehrere Grammys erhält. Seit Jahren befindet er sich auf seiner "Never Ending Tour". Im April 2011 startet er erstmals eine Asien-Tournee. Sie führt ihn unter anderem nach China. Die "New York Times" und die "Washington Post" bemängeln allerdings, Dylan habe seine Setliste zensieren lassen. So habe er beispielsweise "Blowin' in the Wind" nicht gespielt. Dylan weist allerdings im Mai 2011 die Vorwürfe in seinem Blog zurück: "Wir haben alles gespielt, was wir wollten."

Stand: 24.05.2011

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WDR 5 sendet am 29. Mai 2011 von 20.05 bis 22.00 Uhr einen Konzertmitschnitt der Dylan-Veranstaltung "Forever Young" aus dem Kölner Comedia-Theater. Die Sendung wird am 30. Mai 2011 ab 3.05 Uhr wiederholt.