Stichtag

19. März 2008 - Vor 195 Jahren: David Livingstone in Blantyre geboren

David ist der Sohn einer armen Arbeiter- und Krämerfamilie in Schottland. Am 19. März 1813 in Blantyre geboren, muss er schon als Kind zwölf Stunden täglich in einer Baumwoll-Spinnerei arbeiten. Aber David ist ehrgeizig. Er besucht eine Feierabendschule und schafft den Sprung an die Universität Glasgow. David Livingstone wird Arzt und Theologe. Eine ideale Kombination für die Mission. 1840 schickt ihn seine Kirche nach Afrika. Zusammen mit seiner Frau Mary Moffat reist Livingstone ins heutige Botswana.


Livingstone gründet mehrere Missionsstationen in einer für Europa bis dahin völlig unbekannten Region. Aber seine Ideen von Ehrgeiz, Sparsamkeit und Privateigentum befremden die Einheimischen. Livingstones "Zivilisierungskonzept" hat wenig Erfolg. So wird der Missionar mehr und mehr zum Forscher. Er schickt Mary mit den inzwischen geborenen Kindern zurück in die Heimat und begibt sich mit nur wenigen einheimischen Begleitern auf Entdeckungsreise.

Livingstones abenteuerliche Reiseberichte machen ihn in England zum Star. Die Royal Geografic Society finanziert seine Expeditionen, die Livingstone zu Fuß, im Ochsenkarren oder per Einbaum durch rund ein Drittel des Kontinents führen. 1855 erreicht er als erster Europäer die großen Wasserfälle des Sambesi an der heutigen Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Zu Ehren seiner Königin nennt er sie Viktoria-Fälle. Livingstones Frau Mary stirbt bei einem Besuch 1858 an Fieber.


Nach 1866 gilt Livingstone vier Jahre lang als verschollen. Mehrere Suchexpeditionen scheitern. Schließlich bricht der britisch-amerikanische Sensationsreporter Henry Morton Stanley, bewaffnet mit einem Maschinengewehr und begleitet von 140 Trägern, auf. Stanley findet Livingstone in Ujiji am Tanganjika-See. Mediengerecht schildert er die Begegnung mit der britisch-kühlen Einleitungsfrage: "Dr. Livingstone, wie ich vermute?" Die Livingstone-Suche begründet Stanleys Ruhm als Afrika-Pionier. In den folgenden Jahrzehnten tritt Stanley als Expeditionsleiter in den Dienst wechselnder Kolonialmächte und "erobert" den "schwarzen Kontinent" mit brutalen Methoden.

Livingstones Stil ist das nicht. Er trennt sich bald wieder von Stanley, besessen von dem Traum, die Quellen des Nils zu finden. Er verirrt sich im Busch und stirbt am 1. Mai 1873 in Chitambo im heutigen Sambia an den Folgen von Malaria und Rur. Zwei seiner Begleiter tragen die mumifizierte Leiche 1.500 Kilometer weit zur Ostküste und übergeben sie den Briten. David Livingstone wird in Westminster Abbey beigesetzt.

Stand: 19.03.08