05. April 2006 - Vor 30 Jahren: US-Milliardär Howard R. Hughes stirbt

Stichtag

05. April 2006 - Vor 30 Jahren: US-Milliardär Howard R. Hughes stirbt

Filme, Frauen und Flugzeuge - das sind die drei großen Leidenschaften von Howard R. Hughes. Der amerikanische Unternehmer und Pilot führt ein schillerndes Leben - gezeichnet von einem kometenhaften Aufstieg und einem bizarren Niedergang. Geboren wird Howard Robard Hughes am 24. Dezember 1905 in Houston im US-Bundesstaat Texas. Sein Vater besitzt eine Werkzeugfabrik und verdient mit Patenten für Öl-Bohrköpfe ein Vermögen. Der leicht schwerhörige Howard wird mit 18 Jahren Vollwaise und erbt zehn Millionen Dollar. Damit startet er seine Karriere als Filmproduzent. Die Firma seines Vater überläßt er der Führung von Managern und zieht nach Hollywood. Bereits mit 22 Jahren ist Hughes einer der führenden unabhängigen Produzenten - allerdings auch schwierig in der Zusammenarbeit. Als er mit "Hell's Angels" einen Film über die Kampfpiloten im Ersten Weltkrieg produziert, geben zwei Regisseure entnervt auf. Hughes übernimmt die Regie selbst und kümmert sich - ohne Rücksicht auf die Kosten - um jede Kleinigkeit. Er setzt 137 Piloten, 87 Flugzeuge, 35 Kameraleute und 2.000 Komparsen ein. Einige der Piloten sind Weltkriegsveteranen. Als Hughes ihnen vorführen will, welche Flugmanöver er von ihnen erwartet, stürzt er ab. Als der Stummfilm endlich fertig ist, kommt der Tonfilm auf. Deshalb dreht Hughes das Kriegsepos noch einmal neu."Hell's Angels" mit Jean Harlow ist 1930 einer der teuersten Filme der Welt und wird ein großer Erfolg. Auch andere Hughes-Produktionen wie der Billy-The-Kid-Western "The Outlaw" mit Jane Russell und der Gangsterfilm "Scareface" sind Kassenhits. Hughes gilt als Playboy, dessen zwei Ehen Randnotizen in seiner Biographie sind. Statt sich um seine Ehefrauen zu kümmern, geht er lieber mit Hollywood-Diven aus. Wie eng seine Beziehungen zu Katherine Hepburn, Ava Gardner, Lana Turner, Joan Crawford, Bette Davis, Rita Hayworth und anderen sind, bleibt offen. 1932 entsteht die "Hughes Aircraft Company". Hughes will der berühmteste Pilot seiner Zeit werden und schafft zwischen 1935 und 1938 drei Weltrekorde: Er verbessert mit seiner selbst konstruierten "H1" den Geschwindigkeitsrekord für Langstreckenflugzeuge, überquert Amerika und umrundet die Erde in 91 Stunden. Während des Zweiten Weltkrieges entwickelt Hughes für die US-Luftwaffe einen Truppentransporter und einen Aufklärer. Doch die Testflüge finden erst nach Kriegsende statt. Bei der ersten Erprobung des Aufklärers verunglückt Hughes 1946 schwer. Gegen die Schmerzen bekommt er von den Ärzten Morphium und später Codein, von dem er abhängig wird.

Hughes, der einen weit verzweigten Firmenkomplex aufgebaut hat, zieht sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Sein exzentrisches Verhalten verstärkt sich. 1966 investiert er einen Teil seines Vermögens von rund 2,5 Milliarden Dollar in Hotels und Spielcasinos in Las Vegas. Fast zwei Jahrzehnte lang lebt er nur noch in abgedunkelten Zimmern seiner Hotelpaläste. 1970 verschwindet er aus Las Vegas und geht auf die Bahamas. Wahnvorstellung befallen ihn. Hughes fühlt sich verfolgt und belauscht. Er entwickelt eine panische Angst vor Bakterien. Als Hughes am 5. April 1976 ins Koma fällt, soll er in eine Spezialklinik geflogen werden. Doch auf dem Weg von Acapulco in seine Heimatstadt Houston stirbt der 70-Jährige in 3.000 Meter Höhe an Nierenversagen.Stand: 05.04.06