15.02.1967 - Das Ende der Steinkohle wird besiegelt

Zeche Ewald, Herten, um 1900

ZeitZeichen

15.02.1967 - Das Ende der Steinkohle wird besiegelt

Von Uwe Schulz

Mitte der 1960er Jahre ist auch dem Letzten im Ruhrgebiet klar, dass mit Kohle keine Zukunft mehr zu schaffen ist. Die deutsche Steinkohle ist in ihrer finalen Krise. Die Nachfrage sinkt, die Halden wachsen. 12.000 Bergleute haben bis Anfang 1967 allein im Revier ihre Arbeitsplätze verloren, weitere 30.000 werden ihnen binnen weniger Monate auf die Arbeitsämter folgen.

In den Kohlerevieren Deutschlands sterben die Zechen, und auf den verbliebenen legen die Kumpel "Feierschichten" ein, Kurzarbeit, obwohl sie rationeller arbeiten als irgendein Bergmann sonst auf der Welt.

Jahrelang haben Politiker, Grubeneigner und Gewerkschafter an Plänen herumgedoktert, den Niedergang aufzuhalten. Dann offenbart eine Reihe von Gesetzen, dass eine Rettung nicht mehr möglich ist, sondern nur noch der geordnete Rückzug.

Am 15. Februar 1967 beschließt der Bundestag mit dem "Gesetz über steuerliche Maßnahmen bei der Stilllegung von Steinkohlebergwerken" den Strukturwandel. 20 Jahre später melden die letzten Zechen in Dortmund und Essen: "Deckel drauf; Schicht im Schacht."

Redaktion: Hildegard Schulte

Ende der Steinkohle besiegelt (am 15.02.1967)

WDR ZeitZeichen | 15.02.2017 | 14:59 Min.

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Stand: 20.12.2016, 11:57