Bernd Brüggemann

Bernd Brüggemann

Bernd Brüggemann

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es viel zu wenig Radiostudios im Freien gibt? Ich hätte nichts dagegen, im Sommer öfters den einen oder anderen Tag lang aus der freien Natur zu senden. Das ist vielleicht nicht immer praktisch, aber mal ehrlich: Gibt es etwas schöneres, als Natur? Ich jedenfalls versuche, so viel Zeit wie möglich an schönen Orten zu verbringen. Am liebsten, wenn die Sonne scheint.

Vielleicht rührt diese Leidenschaft ja auch ein wenig aus der Zeit meines Studiums? Da hat man genug Zeit für solche Dinge, während im Hörsaal ein Professor über kognitive Psychologie oder ähnliches erzählt. Eigentlich sollte aus mir ein Lehrer werden. Einer von denen, die Englisch, Pädagogik und Mathematik unterrichten.

Radio lief hobbymäßig während des Studiums nebenbei, bis 1994 ein kleiner Sender aus NRW anfragte, ob ich nicht Lust hätte, damit Geld zu verdienen. Bis zu dem Zeitpunkt kam mir nicht einmal in den Sinn, dass es überhaupt möglich ist, mit etwas, was so viel Spaß macht, auch noch seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Zum Erfahrungen sammeln und einfach weil ich Lust darauf hatte, zog es mich nach meinem Studium quer durch Deutschland zu verschiedenen Sendern mit unterschiedlichem Wirkungsbereich. Die Tätigkeiten, an die ich mich am liebsten erinnere, sind eine Frühsendung in Nürnberg, eine Wochenendshow in Berlin oder eine Vormittags- und eine Sportsendung in Magdeburg.

Bei WDR 4 bin ich dann erneut aus reiner Neugier gelandet. Ich wollte erstens wieder zurück nach NRW und zweitens etwas tun, was für mich vollkommen neu war. Also dachte ich mir, ich versuche mein Glück einfach mal hier. Im Sommer 2002 lief zum ersten Mal der "Rhythmus der Nacht". Zwischen 2004 und 2011 war ich dann erneut Frühaufsteher und habe Sie mit der "Morgenmelodie" in den Tag begleitet.

Nun ist der Nachmittag mein neues Zuhause. Aber so viel ändert sich gar nicht: Ich sende einfach ein paar Stunden später. Seitdem ist auf meinem Nachttisch auch einmal Platz für ein gutes Buch. Die beiden Wecker, die vorher dort standen, konnte ich verschenken.