Schützen öffnen sich für Muslime und Homosexuelle

Abstimmung der katholischen Schützen

Schützen öffnen sich für Muslime und Homosexuelle

Die katholischen Schützen öffnen sich für Muslime. Darauf hat sich am Sonntag (12.03.2017) die Bundesvertreterversammlung in Leverkusen geeinigt. Neu ist auch: Homosexuelle dürfen mit ihren Partnern als Königspaar auftreten.

Ziel des verabschiedeten neuen "Orientierungsrahmens" sei es, dem christlichen Schützenbund "eine zeitgemäße und verständliche Grundausrichtung" und ein "lebensnahes Profil" zu geben, ohne die "Zugehörigkeit zur katholischen Kirche infrage zu stellen", erklärte der Verband.

An der Lebenswirklichkeit vorbei

Bundesschützenmeister Emil Vogt hält Rede

Bundesschützenmeister Emil Vogt

Auslöser für den Richtungswechsel ist der Fall eines muslimischen Schützenkönigs im westfälischen Werl. Nach den Statuten hätte der gar nicht erst Schützenbruder werden dürfen, wie der Dachverband meinte. Der Verband hatte vor gut zwei Jahren vergeblich versucht, den Schützenkönig Mithat Gedik zum Rücktritt zu bewegen.

Sexuelle Orientierung ist unerheblich

Mit Blick auf homosexuelle Schützenkönige betonte der Verband, keine Vorbehalte zu haben. "Die sexuelle Orientierung eines Menschen gehört zu seiner Persönlichkeit und Identität und ist für die Aufnahme in eine Bruderschaft unerheblich", sagte Bundesschützenmeister Emil Vogt.

Muslimischer Schützenkönig Mithat Gedik

Muslimischer Schützenkönig Mithat Gedik

Homosexuelle Schützen hätten selbstverständlich alle Mitgliedsrechte und -pflichten, einschließlich der Möglichkeit, Schützenkönig zu werden. Das nun aufgehobene Verbot des Auftretens Homosexueller mit ihrem Lebenspartner als Königspaar sei schon länger nicht mehr angewandt worden.

Orientierung an Papst und Bischofskonferenz

Das Schützenpräsidium bezieht sich mit der Öffnung nach eigenen Angaben auf Empfehlungen von Papst Franziskus und auf aktuelle Entscheidungen der Deutschen Bischofskonferenz. Wie Franziskus die Kirche geöffnet habe, müssten auch die Bruderschaften aus ihrem brüderlichen Selbstverständnis heraus auf andere, auch Andersgläubige, zugehen, hieß es. "Wir dürfen nicht päpstlicher sein als der Papst", erklärte Vogt.

Stand: 12.03.2017, 18:00