Illegales Autorennen: Alle drei Beschuldigten schweigen

Ein Kreuz als Trauerzeichen an der Unfallstelle

Illegales Autorennen: Alle drei Beschuldigten schweigen

  • Unfallfahrer sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft
  • Staatsanwalt: Gegen ihn wird wegen Mordverdachts ermittelt
  • Anklage gegen die anderen: Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Die Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstagvormittag (20.06.2017) weitere Details zu dem tödlichen Autorennen am Wochenende in Mönchengladbach bekannt gegeben. Aktuell versuchen die Beamten herauszufinden, was geschah, bevor ein 38-Jähriger von einem der drei Beteiligten überfahren und tödlich verletzt wurde.

Alle drei Beschuldigten schweigen

Der 28-jährige Unfallfahrer sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, gegen ihn wird wegen Mordverdachts ermittelt. "Wenn jemand auf einer belebten Straße mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fährt, dann nimmt er die Tötung anderer billigend in Kauf", so Staatsanwalt Stefan Lingens.

Gegen die beiden anderen Beschuldigten wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Einer der beiden hatte zudem Unfallflucht begangen, er habe sich am Sonntagabend allerdings selbst gestellt, berichtet die Polizei.

Gefahren wurde doppelt so schnell wie erlaubt

Bei dem Rennen soll einer der Teilnehmer mehr als doppelt so schnell gefahren sein, wie an der Unfallstelle erlaubt. Wie die Polizei am Dienstag (20.06.2017) mitteilte, soll der mutmaßliche Unfallfahrer zum Zeitpunkt des Zusammenpralls mit dem tödlich verletzten Fußgänger mindestens 90 statt der erlaubten 40 Stundenkilometer gefahren sein. Er soll sich mit zwei weiteren Männer ein Rennen geliefert haben.

Was war am Wochenende geschehen?

Am Freitagabend (16.06.2017) hatte es in der Innenstadt von Mönchengladbach ein offenbar illegales Autorennen gegeben. Einer der Fahrer, ein 28-Jähriger mit einem schwarzen Seat, raste in den Gegenverkehr, um den anderen zu überholen. Dabei überfuhr er mit überhöhter Geschwindigkeit einen Fußgänger, der gerade die Fahrbahn überqueren wollte. Der 38-jährige Mann starb noch vor Ort im Rettungswagen.

Härtere Strafen für Raser gefordert

Ein Kreuz steht am Straßenrand an der Unfallstelle eines tödlichen Unfalls bei einem illegalen Autorennen

Unfallstelle in Köln

Immer wieder kommt es zu illegalen Autorennen in NRW. Seit Anfang Juni 2017 verhandelt etwa der Bundesgerichtshof über einen tödlichen Raserunfall in Köln. Zwei Männer waren wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Bundesanwaltschaft fordert nun eine höhere Strafe. Der Bundesgerichtshof will am 22. Juni 2017 urteilen.

Raser wegen Mordes verurteilt

Aufsehen erregte ein Urteil in Berlin. In einem dortigen Prozess wurden zwei junge Raser im Februar 2017 erstmals wegen Mordes verurteilt. Auch sie hatten sich ein illegales Rennen in der Innenstadt geliefert und dabei mit 160 Stundenkilometern ein unbeteiligtes Fahrzeug gerammt. Der 69-jährige Fahrer war dabei ums Leben gekommen. Die Anklage hatte im Prozess argumentiert, dass die Männer mögliche tödliche Folgen billigend in Kauf genommen hätten.

Stand: 20.06.2017, 12:30