Blutkonserve

Blutuntersuchung Mechernich: Immer noch erhöhte Bleiwerte

Stand: 21.03.2024, 12:48 Uhr

Die Bleiwerte im Blut von Menschen im ehemaligen Bleierz-Abbaugebiet in Mechernich gehen leicht zurück. Dennoch sind die Werte immer noch höher als bei der Allgemeinbevölkerung.

Von Brigitta Bäck

Durch den jahrhundertelangen Erzabbau sind die Böden in Mechernich unterschiedlich stark mit Blei belastet. Zweimal jährlich finden in der Stadt im Kreis Euskirchen Gesundheitsuntersuchungen statt, um den Bleiwert der Mechernicher Bevölkerung zu messen. Rund 50 Bürger haben freiwillig daran teilgenommen.

15 Prozent der Kinder in dem Gebiet haben höhere Werte

Eine Frauenhand entnimmt eine Röhre mit Blut aus einem Ständer

Die regelmäßigen Blutuntersuchungen sollen Klarheit geben

Die Kurve der Bleibelastung zeigt seit 2021 sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen kontinuierlich leicht nach unten. Aber die aktuelle Untersuchung zeigt auch: 15 Prozent der Kinder in dem ehemaligen Abbaugebiet von Bleierz haben immer noch leicht höhere Bleiwerte im Blut als andere Kinder in Deutschland.

Mechernich tauschte Erde auf Spielplätzen aus

Wie gesundheitsgefährdend das ist, darüber sind sich Mediziner nicht einig. Die Gemeinde Mechernich jedenfalls hat reagiert und belastete Erde etwa auf Spielplätzen ausgetauscht.

Außerdem bietet das Gesundheitsamt eine Umweltsprechstunde an mit Beratung für ein sicheres Spielen und Gärtnern auf belasteten Böden. Eltern sollten z. B. darauf achten, dass die Kinder ihre Finger beim Spielen in der Erde nicht in den Mund stecken, sondern zuerst die Hände waschen. Das ist oft nur schwer kontrollierbar. Daher wird empfohlen, die Kinder auf den Spielplätzen spielen zu lassen.

Infotage im April und Mai

Wer in der bleibelasteten Zone gärtnern möchte, kann sein Gemüse z. B. in Hochbeeten anlegen. Mehr Informationen rund um sicheres Gärtnern gibt es im April und Mai: Dann veranstaltet das Gesundheitsamt Infotagein den großen Baumärkten der Bleibelastungszone.

Unsere Quellen:

  • WDR Recherche
  • Gesundheitsamt Kreis Euskirchen

Über dieses Thema berichten wir am 21.03.2024 auch im Radio auf WDR2.