Anschlagswarnung Kölner Dom: Polizei nimmt Tadschiken in Wesel fest

Stand: 27.12.2023, 10:13 Uhr

Die Polizei hat im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Gefahrenlage am Kölner Dom an Heiligabend in Wesel eine Wohnung durchsucht und fünf Männer vorläufig festgenommen.

Die Polizeidurchsuchung mit Spezialeinheiten wurde an Heiligabend durchgeführt, wurde aber erst jetzt bekannt. Vier der Männer sind inzwischen wieder auf freiem Fuß, einer bleibt bis mindestens zum 7. Januar zur Gefahrenabwehr in Polizeigewahrsam. Es handelt sich bei dem Verdächtigen nach Angaben der Kölner Polizei um einen 30-jährigen Tadschiken, zu dem staatsschutzrelevante Erkenntnisse vorliegen.

Das Amtsgericht Oberhausen hat auf Antrag der Polizei Köln die Anordnung der vorläufigen Festnahme bis zum 7. Januar bestätigt. Michael Esser, der Chef der Kölner Kriminalpolizei, betonte: "Wir schöpfen alle rechtlichen Möglichkeiten aus, um die Menschen, den Dom und die bevorstehenden Silvesterfeierlichkeiten zu schützen."

Das NRW-Innenministerium bestätigte am Mittwochmorgen auf WDR-Anfrage, dass der Verdächtige zuvor bereits im Saarland festgenommen wurde, aber wieder freigelassen wurde.

Polizisten kontrollieren Besucher von Gottesdiensten am Kölner Dom | Bildquelle: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Buriakov

Sicherheitsmaßnahmen am Dom bis Neujahr

Nach WDR-Informationen werden in der Nacht zu Neujahr mindestens sechs Einsatzhundertschaften der Polizei im Einsatz sein. Bis Neujahr gelten auch nach wie vor Sicherheitsmaßnahmen im Kölner Dom. Gottesdienste und Beichten sollen nach Sicherheitskontrollen weiterhin möglich sein, für Touristinnen und Touristen bleibt der Dom aber weitgehend geschlossen. Dachführungen, Führungen durch die Ausgrabungen sowie Besuche der Schatzkammer und der Aussichtsplattform etwa soll es nicht geben. Schon vereinbarte Innenraumführungen werden allerdings stattfinden.

Quellen:

  • Pressemitteilung der Kölner Polizei
  • WDR-Reporter

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