Chinas Spagat zwischen Stars und Talenten

Chinas Spagat zwischen Stars und Talenten

Von Marc Schlömer und Volker Schulte

Chinas Fußball will beides: Superstars aus dem Ausland und eine stärkere eigene Nationalmannschaft. Wie gelingt der Spagat? Sport inside hat sich in China umgeschaut.

Es ist etwas Ruhe eingekehrt um die chinesische Fußball-Liga. Das liegt daran, dass die Saison begonnen hat und Transfers aktuell nicht mehr möglich sind. Also schwirren derzeit keine Berichte über millionenschwere Angebote für Fußballer aus Europa und Südamerika mehr durch die Medien.

Doch die Lage in China bleibt spannend. Denn zum einen sind der Argentinier Carlos Tevéz, der Nigerianer John Obi Mikel und weitere Stars den Lockrufen der Chinese Super League gefolgt. In Axel Witsel (Belgien, 27) und Oscar (Brasilien, 25) entschieden sich sogar zwei Nationalspieler im besten Alter für China. Und auch der weltweit umworbene Trainer André Villas-Boas steht nun in der Super League unter Vertrag, bei Shanghai SIPG. "Natürlich kann man nicht verneinen, dass hier finanzielle Möglichkeiten herrschen, die es wirklich nirgendwo sonst auf der Welt gibt", sagt Villas-Boas zu Sport inside. Das Jahresgehalt des Spaniers soll bei 13 Millionen Euro liegen.

Strengere Ausländerregeln

Zum anderen gelten neue Regeln für die Super League: Nur noch drei statt vier Ausländer dürfen gleichzeitig bei einem Klub auf dem Platz stehen. Der Kader darf nur noch maximal fünf Ausländer beinhalten, einer davon muss aus Asien kommen. Außerdem müssen pro Klub immer ein Chinese unter 23 Jahren in der Startelf und ein unter 19-Jähriger im Kader stehen.

Diese Regeln sollen zum einen die irrational hohen Transferausgaben eingrenzen. Sie sollen aber auch dabei helfen, chinesische Spieler - und damit die Nationalmannschaft - zu fördern. Staatspräsident Xi Jinping will China zum Weltmeister machen. Allerdings hinkt das Nationalteam noch hinterher, liegt in seiner WM-Qualifikationsgruppe auf dem vorletzten Platz hinter Syrien und Usbekistan, vor Katar.

Wolfsburgs Interessen in China

Immerhin schaffte China im März den ersten Sieg in der aktuellen Qualifikation. Sport inside war beim überraschenden 1:0 gegen Südkorea dabei und hat auch weitere Aspekte des Fußballs in China unter die Lupe genommen - wie das Engagement des VfL Wolfsburg und seines Eigentümers Volkswagen. Sport inside hat die Reportage von Marc Schlömer in der Sendung am Sonntag, 9. April gezeigt. Hier geht's zum Video.

Stand: 07.04.2017, 08:30